Rohrbruch wegen Wurzeleinwuchs: Schlichterspruch bringt Klarheit

23.1.2023

Dringt Wasser durch ein Leitungsrohr in den Keller ein, ist neben dem Ärger eine Frage zu klären: Zahlt der Wohngebäude-Versicherer? Ein Urteil aus dem Jahr 2021 zeigt, dass der Grund für das Wasser auch wirklich ein gebrochenes Rohr und keine anderen Umstände sein muss, damit statt Leitungswasser Geld fließt (VersicherungsJournal 15.2.2022).

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Ob der Versicherer korrekt regulierte, wollte auch ein Mitglied des Bundes der Versicherten e.V. (BdV) im vergangenen September wissen. Der Versicherer wollte einen Wasserschaden wegen Wurzeleinwuchs im Rohr und Versatz von Muffen nur teilweise bezahlen. Nach auf einem Ombudsmann-Schlichtungsspruch von 2002 (2937/2001-R) basierenden Empfehlung ging das Mitglied gegen diese Regulierung erfolgreich vor. Der Versicherer erhöhte die Leistungssumme.

Denn, so heißt es in dem Schlichtungsspruch: „Ein Rohrbruch liegt vor, wenn das Material des Rohres (einschließlich Dichtungen, Flanschen, Muffen, Verschraubungen, Druckausgleicher und Kniestücken) ein Loch oder einen Riss bekommt. Die Ursache des Bruches spielt keine Rolle.

Ein Wurzeleinwuchs stellt zwar für sich genommen keinen Rohrbruch dar. Werden aber durch die Wurzeln Löcher oder Risse im Material verursacht, so liegt ein ersatzpflichtiger Schaden vor soweit die übrigen Anspruchs-Voraussetzungen gegeben sind. (…)“. Ein Muffenversatz und Rohrausdehnungen seien wiederum kein versicherter Schaden.

Die gute Nachricht: Es wird bereits an Präventionsmaßnahmen gearbeitet, um die Wahrscheinlichkeit von Rohrbrüchen zu reduzieren. So zum Beispiel von der BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG und auch von der Gothaer Allgemeine Versicherung AG (1.8.2022). Druck, Temperatur und Durchfluss sollen kontrolliert und so einem Rohrbruch vorgebeugt werden.

Leserbriefe zum Artikel:

Erwin Daffner - Bedingungen angepasst und Wurzeleinwuchs ausgeschlossen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Regulierung · Verbraucherschutz · Versicherungsombudsmann
 
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