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Rentenversicherungs-Bericht: Über ein Drittel mehr Rente bis 2035

25.11.2021 – Das Versorgungsniveau der Ruheständler wird bis 2025 bei mehr als 48 Prozent liegen. Der Beitragssatz bleibt in den kommenden Jahren konstant und wird noch einige Jahre bei unter 20 Prozent liegen. In den kommenden 14 Jahren steigen die Renten um insgesamt 37 Prozent. Dies zeigt der jüngst veröffentlichte Rentenversicherungs-Bericht 2021. Dieser beruht auf Modellrechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Rentenversicherungs-Bericht 2021 verabschiedet. Der geschäftsführende Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) verkündete anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „gute Nachrichten für die Versicherten und alle Rentnerinnen und Rentner“.

So bleiben der Beitragssatz bis zum Jahr 2023 bei 18,6 Prozent und das Sicherungsniveau stabil oberhalb der Haltelinie von 48 Prozent. Die Nachhaltigkeitsrücklage erhöhe sich sogar leicht um etwa 100 Millionen Euro auf 37,2 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 1,6 Monatsausgaben.

Heil: „im kommenden Jahr wieder eine deutliche Rentenanpassung“

„Die Rentenversicherung kommt gut durch die Pandemie“, lässt sich Heil in der Ministeriumsmitteilung zitieren. Eine wichtige Rolle bei der Stabilität des Beitragssatzes spiele „der konsequente Einsatz der Kurzarbeit, denn auf Kurzarbeitergeld werden auch Beiträge zur Rente gezahlt. Das sichert die Rentenansprüche der Kurzarbeitenden und stabilisiert die Rentenfinanzen“.

Nachdem die Rentner in diesem Jahr eine Nullrunde hätten hinnehmen müssen (VersicherungsJournal 19.3.2021), „können sie den Modellrechnungen zufolge im kommenden Jahr wieder mit einer deutlichen Rentenanpassung rechnen“, so der Minister. „Bis zum Jahr 2035 steigen die Renten um insgesamt rund 37 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,3 Prozent pro Jahr“, wird in dem Bericht hervorgehoben.

Vorausberechnungen des Beitragssatzes

Der jährlich zu erstellende Bericht „liefert ausgehend von den aktuellen Daten auf Basis geltenden Rechts einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung und beschreibt mittels Modellrechnungen die zukünftige Entwicklung der Rentenfinanzen über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren“.

Den Vorausberechnungen unter bestimmten Modellannahmen zufolge bleibt der Beitragssatz in den Jahren 2022 und 2023 in der allgemeinen Rentenversicherung bei 18,6 Prozent. „Die Vorausberechnungen sind reine Modellrechnungen und nicht als Prognosen zu verstehen“, heben die Autoren hervor.

Für die Jahre 2026 bis 2035 bis zu 23,0 Prozent

Je nach Annahmekombination (drei Lohn- und drei Beschäftigungsvarianten) liegt der Wert im Jahr 2024 (2025) zwischen 19,1 und 20,0 (19,4 und 20,0 Prozent). In den beiden Jahren darauf ist in einer der neun Annahmekombinationen (untere Lohnvariante und niedrige Beschäftigungs-Entwicklung) ein Beitragssatz von über 20 Prozent erforderlich.

Konkrete Zahlen hierzu werden in dem Bericht aber nicht dargelegt, da der Beitragssatz „durch zusätzliche Bundesmittel bei 20 Prozent stabilisiert“ werde. Hierfür sind in den Modellrechnungen 1,4 beziehungsweise 3,8 Milliarden Euro zusätzliche Bundesmittel erforderlich. Für die Jahre 2026 bis 2035 werden dann erforderliche Beitragssätze von bis zu 23,0 Prozent ausgewiesen.

Beitragsssatz (Bild: BMAS)
(Bild: BMAS)

Aktuell Rentenniveau von 48,3 Prozent

Für das laufende Jahr und für 2022 wird in der Publikation ein Rentenniveau (Sicherungsniveau vor Steuern) von 48,3 (Vorjahre: 48,2) Prozent ausgewiesen. Über 50 Prozent hatte es zuletzt im Jahr 2011 gelegen (24.11.2018).

Laut den Vorausberechnungen, die auf den jeweils mittleren Varianten beruhen, liegt das Niveau 2023 sowie 2024 bei über 49 Prozent und in den beiden darauffolgenden Jahren bei jeweils knapp über 48 Prozent. Danach sinke das Sicherungsniveau stufenweise ab bis auf etwa 45 Prozent zum Ende des Vorausberechnungs-Zeitraums (Jahr 2035).

„Der Rückgang des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass für die Versicherten Handlungsbedarf besteht, die Einkommen im Alter zu verbessern. Es ist daher ratsam, frühzeitig die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung zu nutzen, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen. Zentral für die Altersversorgung wird aber auch weiterhin die gesetzliche Rente bleiben“, wird in der Publikation herausgestellt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersversorgung · Altersvorsorge · Nachhaltigkeit · Rente · Senioren · Steuern
 
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