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Rentenbezug erreicht neue Rekordlänge

25.9.2020 – Im vergangenen Jahr ist die durchschnittliche Rentenbezugsdauer ein weiteres Mal gestiegen. Zwischen den Geschlechtern gibt es erhebliche Unterschiede, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung belegen. (Bild: Wichert)

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2017 geborene Jungen können statistisch gesehen damit rechnen, im Schnitt 84,3 Jahre alt zu werden. Für Mädchen liegt der Wert nach den aktuellen Modellrechnungen für Kohortensterbetafeln der Geburtsjahrgänge von 1971 bis 2017 bei 88,2 Jahren.

Perioden- versus Kohortensterbetafel

Die aktuelle Periodensterbetafel der amtlichen Statistik basiert nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) auf den Daten über die Gestorbenen und die Durchschnitts-Bevölkerung der letzten drei Jahre.

Periodensterbetafel: Querschnittsbetrachtung

Es handelt sich hierbei um eine Momentaufnahme der Sterblichkeits-Verhältnisse der gesamten Bevölkerung für diesen Zeitraum. Dadurch zeigt sich im Ergebnis, wie viele (weitere) Lebensjahre eine Person vor sich hätte, wenn sie ein Leben lang den Sterblichkeits-Verhältnissen des Betrachtungszeitraums ausgesetzt wäre.

Aus Periodensterbetafeln können laut Destatis keine Annahmen darüber abgeleitet werden, wie sich die Sterblichkeits-Verhältnisse in Zukunft verändern werden.

Kohortensterbetafel: Längsschnitts-Betrachtung

Hierfür gibt es sogenannte Kohortensterbetafeln. Dabei handelt es sich um eine Längsschnittbetrachtung.

„Für die Berechnung von Kohortensterbetafeln werden die Sterbefälle und die Bevölkerungszahlen eines Geburtsjahrgangs über die Zeit hinweg betrachtet. Kohortensterbetafeln sind als Modellrechnung anzusehen, weil einerseits bei älteren Geburtsjahrgängen Datenlücken geschlossen und Gebietsveränderungen berücksichtigt werden müssen“, so Destatis.

Anderseits seien Schätzungen zur Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge notwendig, deren Angehörige noch leben. Mit den Kohortensterbetafeln könne dann jedoch der Frage nachgegangen werden, welche durchschnittliche Lebenserwartung einzelne Geburtsjahrgänge unter Berücksichtigung der möglichen künftigen Entwicklung der Sterblichkeit erreichen könnten.

Destatis weist explizit darauf hin, dass beide Arten von Sterbetafeln stets Durchschnittswerte beinhalten. Die individuellen Überlebensperspektiven könnten je nach Lebensverhältnissen, Lebensführung, Beruf, gesundheitlicher Verfassung und weiteren Faktoren „ganz erheblich“ von den Durchschnittswerten abweichen.

Fernere Lebenserwartung ist gestiegen

Je nach Trendvariante ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines männlichen Neugeborenen im Vergleich zum Geburtsjahrgang 2000 zwischen einem und zweieinhalb Jahren gestiegen. Bei Mädchen beträgt der Anstieg zwischen 0,4 und zwei Jahren (VersicherungsJournal 26.6.2017).

Wie die Daten des Statistischen Bundesamts weiter zeigen, betrug die fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren für den Geburtsjahrgang 1950 noch rund 19 Jahre (Männer) beziehungsweise rund 22,5 Jahre (Frauen).

Die Vergleichswerte für den Geburtsjahrgang 2017 liegen in der optimistischsten Variante um etwa acht Jahre (Männer) beziehungsweise sieben Jahre (Frauen) höher.

Neue Rekordwerte bei der Rentenbezugsdauer

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Dauer des Rentenbezugs immer weiter ansteigt. Nach aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer (Rente wegen Alters) im vergangenen Jahr auf 21,36 Jahre erhöht (2018: 21,32; 5.8.2019).

Wie die DRV-Zahlen weiter zeigen, beziehen Frauen mit 23,09 (23,11) Jahren deutlich länger Rente als Männer mit 19,55 (19,44) Jahren. Auf Zehnjahressicht betrachtet ergibt sich ein Zuwachs um etwa drei Jahre bei den Männern und um weit über zwei Jahre bei den Frauen.

Durchschnittliche Rentenbezugsdauer (Bild: Wichert)

Betrachtet man nur die Regelaltersrenten, so bekamen die Bundesbürger 2019 im Schnitt 22,88 (23,09) Jahre gesetzliche Altersbezüge. Bei den Männern lag der Wert bei 20,65 (20,88) Jahren, bei den Frauen bei 24,41 (24,62) Jahren.

Im Vergleich zu vor zehn Jahren entspricht dies einem Zuwachs von rund eineinhalb Jahren bei den Männern beziehungsweise knapp zwei Jahren bei den Frauen.

Durchschnittliche Rentenbezugsdauer (Bild: Wichert)

Altersrentner(innen) werden über 80 (84) Jahre alt

Die DRV-Daten geben auch Aufschluss über das durchschnittliche Rentenwegfallsalter. Dieses lag im vergangenen Jahr bei den Renten wegen Alters bei 82,52 (Männer 80,53 – Frauen 84,44) Jahren. Dies entspricht einem Zuwachs um fast 0,2 Jahre bei den Herren und um knapp 0,1 Jahre bei den Damen.

Betrachtet man nur die Regelaltersrenten, so liegen die Werte jeweils rund zwei Jahre höher. Bei den Männern betrug das durchschnittliche Rentenwegfallsalter 82,01 (82,15) Jahre, bei den Frauen 86,58 (86,53) Jahre. Über die Geschlechter hinweg sterben Regelaltersrentner mit 84,72 (84,83) Jahren.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Lebenserwartung · Rente · Sterbetafel
 
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