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Rente nach Beitragsjahren und nicht nach Altersgrenze?

28.9.2018 – Für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verletzt die Bundesregierung mit ihrem geplanten Rentenpaket erneut die Generationen-Gerechtigkeit. Der Ausweg bestünde darin, dass die Lebenserwartung und das Renteneintrittsalter miteinander verknüpft werden. Die Intiative konnte sich dabei auf wissenschaftliche Unterstützung durch Professor Dr. Bernd Raffelhüschen verlassen. Ein neuer Vorschlag kam von dem CDU-Sozialpolitiker Kai Whittaker.

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Unter dem Titel „Wege und Irrwege in der Rentenpolitik“ hat die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstagmorgen auf ihrem „INSM-Frühstücksdialog“ das von der Koalitionsregierung von CDU/CSU und SPD geplante Rentenpaket aufs Korn genommen.

Generationen-Gerechtigkeit verletzt

Die Initiative wirft der Bundesregierung vor, mit ihrem Reformvorhaben die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ (VersicherungsJournal 9.7.2018) vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das Rentenpaket gehe klar zulasten der jüngeren Generationen. Deshalb müsse es eine Koppelung von Lebenserwartung und Renteneintrittsalter geben, sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.

Das Rentenpaket sieht unter anderem eine weitere Erhöhung der Mütterrente und Haltelinien beim Rentenniveau und Rentenbeitrag bis 2025 vor (VersicherungsJournal 30.8.2018).

Raffelhüschen: Es kann nur eine Haltelinie geben

Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sagte, eine dauerhafte Haltelinie wie von der SPD gefordert könne es auf Dauer nicht geben. „Wir brauchen eine Haltelinie, in der die Kinder so viel zahlen wie wir.“

Raffelhüschen, der von Pellengahr als „Botschafter der INSM“ bezeichnet wurde, sagte, wenn man eine Gleichbehandlung der Generationen wolle, dann sei nur die Verbindung zwischen Lebenserwartung und Renteneintrittsalter der gangbare Weg. „Wir sind zu viele, aber die Jungen sind zu wenig“, so dass eine Gleichbehandlung der Generationen ohne Eingriff in die Lebensarbeitszeit nicht hergestellt werden könne.

Bernd Raffelhüschen (li.) und Hubertus Pellengahr (Bild: Brüss)
Bernd Raffelhüschen (li.) und Hubertus Pellengahr (Bild: Brüss)

CDU-Sozialpolitiker will Diskussion über Renteneintrittsalter beenden

CDU-Sozialpolitiker Kai Whittaker, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, weiß um die Diskussionen über das richtige Renteneintrittsalter. Auch in der in der Union gebildeten Rentenkommission werde über einen späteren Renteneintritt gesprochen, sagte Whittaker. Aber viele Menschen könnten sich heute gar nicht vorstellen, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.

Diskussionen über eine weitere Anhebung des Renteneintrittalters seien politisch brisant, erläuterte Whittaker. Die Debatten über das Renteneintrittsalter wären überflüssig, wenn man die Zahl der Beitragsjahre als Kriterium nehmen würde. Dabei müsse man sehen, dass der Einstieg in den Beruf ja zu höchst unterschiedlichem Alter erfolge.

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Lebenserwartung · Rente
 
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