Private Krankenversicherung sieht sich als Innovationsmotor

30.11.2018 – Das Wissenschaftliche Institut der PKV hat seine Studie zur Arzneimittelversorgung von Privatversicherten vorgelegt und zugleich einen Vergleich zur Medikamentenversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gezogen. Demnach profitieren PKV-Versicherte profitieren zuerst von neuen Medikamenten, sie müssen aber auch insgesamt mehr für Arzneimittel ausgeben.

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Das 2005 als inhaltlich unabhängige Einheit im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) gegründete Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat seine Studie zur Arzneimittelversorgung von Privatversicherten vorgelegt.

Für den Arzneimittelreport wurden Daten von 18 PKV-Unternehmen, die zusammen 91,1 Prozent der PKV-Versicherten repräsentieren, aus dem Jahr 2016 ausgewertet und auf 100 Prozent hochgerechnet.

Privatversicherte geben mehr für Medikamente aus

Volker Leienbach (Bild: Brüss)
Volker Leienbach (Bild: Brüss)

PKV-Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach sagte am Donnerstag vor der Presse in Berlin, die Studienergebnisse zeigten, dass der Systemwettbewerb zwischen GKV und der privaten Krankenversicherung (PKV) auch hier funktioniere. Die PKV erweise sich als „Innovationsmotor“.

PKV-Versicherte profitieren laut der Studie zwar zuerst von neuen Medikamenten, sie müssen aber auch insgesamt mehr für Arzneimittel ausgeben.

Im Ergebnis sorgten PKV-Versicherte im Jahr 2016 für einen Mehrumsatz von 835 Millionen Euro im Gesundheitssystem.

Frank Wild, einer der drei Autoren der Studie, verwies zunächst auf die erheblichen regulatorischen Unterschiede zwischen PKV und GKV. Vor allem profitiert die PKV kaum von Rabattverträgen.

Ohne Rabattverträge lägen die Ausgaben von PKV und GKV nah beieinander

Frank Wild (Bild: Brüss)
Frank Wild (Bild: Brüss)

Ohne Berücksichtigung der kassenindividuellen Arzneimittel-Rabattverträge ergäbe sich der Studie zufolge für den durchschnittlichen Preis einer Arzneimittelverordnung in der PKV ein Wert von 53,36 Euro. In der GKV hätte der Preis 2016 vergleichbar bei 50,59 Euro gelegen.

Durch die Rabattverträge können die gesetzlichen Krankenkassen ein erhebliches Einsparpotential heben. 2010, als diese Daten erstmals statistisch erfasst wurden, konnten Minderausgaben über 1,3 Milliarden Euro realisiert werden. 2016 waren es bereits 3,8 Milliarden Euro. Entsprechend sank der Durchschnittpreis je Verordnung auf 44,79 Euro.

Aus diesen Daten lässt sich Wild zufolge der Mehrumsatz errechnen, den PKV-Versicherte – wenn sie gesetzlich krankenversichert wären – zusätzlich erbringen. Dieser belief sich 2016 auf 835 Millionen Euro. „Diese Summe dient der weiteren Finanzierung neuer pharmazeutischer Innovationen, die dann allen Versicherten zugutekommen“, wird in der Studie festgestellt.

Innovationen erreichen PKV-Versicherte deutlich früher

Neu auf den Markt kommende Medikamente erreichen PKV-Versicherte überproportional früher. Dabei bremst das Amnog-Verfahren die Verschreibungen dieser Produkte für GKV-Versicherte. In der Regel dauert es etwa ein Jahr, bis nach Ende der Preisverhandlungen festgehalten werden kann, ob eine Verordnung von der GKV als wirtschaftlich angesehen werden kann.

PKV-Versicherte repräsentieren einen Bevölkerungsanteil von rund elf Prozent. Wild zufolge betrug der durchschnittliche PKV-Marktanteil bei neuen Medikamenten des Jahrgangs 2014 im ersten Jahr der Zulassung 33,1 Prozent. Gab es in der GKV Grünes Licht, verringerte sich der PKV-Markanteil in den beiden Folgejahren auf 14,1 und 15,6 Prozent.

 
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