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Private Krankenversicherer mit Sonder-Öffnungsaktion für Beamte

25.6.2020 – Gesetzlich krankenversicherte Beihilfeberechtigte können im Zuge einer Sonderaktion in die PKV wechseln. Nutzen soll dies insbesondere den Staatsdienern mit Vorerkrankungen. PKV-Verbandschef Dr. Ralf Kantak warnte mit Blick auf Steuerzuschüsse für die GKV wieder einmal vor der „Gesundheit nach Kassenlage“ und nannte Zahlen für 2019.

Beihilfeberechtigte, die als freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geblieben sind, können sich im Rahmen einer „Sonder-Öffnungsaktion der PKV für Beamte und deren Angehörige“ doch noch für eine Kombination aus privater Krankenversicherung (PKV) und Beihilfe entscheiden.

Dies erklärte Dr. Ralf Kantak, Chef der Süddeutschen Krankenversicherung a.G., in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) am Mittwoch bei einer Onlinepressekonferenz.

Keine Ausschlüsse beim Eintritt in die private Krankenversicherung

Ralf Kantak (Archivbild: Brüss)
Ralf Kantak (Archivbild: Brüss)

Zwischen dem 1. Oktober 2020 und 31. März 2021 würden teilnahmeberechtigte Beamten und ihre Familien zu erleichterten Bedingungen in eine beihilfekonforme PKV aufgenommen, so der Vorsitzende. „Keiner wird aus Risikogründen abgelehnt. Es gibt keine Leistungsausschlüsse“, kündigte er an.

Erforderliche Zuschläge wegen bereits bestehender Vorerkrankungen würden auf maximal 30 Prozent des Beitrags begrenzt. Der Manager berichtete von „vielen Gesprächen mit Landesregierungen und mit Vertretern der Beamtenverbände“, bei denen „gelegentlich“ von Wechselwilligen aus der freiwilligen gesetzlichen Versicherung gesprochen worden sei.

Von der Sonderöffnungsaktion sollen nun besonders Personen mit Vorerkrankungen profitieren. „Wir wollen damit natürlich auch ein Signal setzen, dass die von einigen rot-grün regierten Bundesländern angebotene sogenannte „Pauschale Beihilfe“ eben gerade keine Wahlfreiheit bietet. Sondern sie wollen die Beamten auf eine unwiderrufliche Einbahnstraße in Richtung GKV lenken, weil sie darin einen Schritt zu ihrem parteipolitischen Ziel einer Einheitsversicherung sehen“, so der PKV-Chef.

PKV-Verband kritisiert Wettbewerbsverzerrung

Der Verband kritisiert, dass die GKV und die gesetzliche Pflegeversicherung (SPV) aus dem Konjunkturpaket pauschal Milliardenzuschüsse erhalten sollen. „Wir sind einig mit der GKV, dass versicherungsfremde Leistungen aus den Corona-Paketen aus der Staatskasse zu finanzieren sind und nicht von den Beitragszahlern“, so Kantak.

Große Teile der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronakrise beträfen gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die über das Steuersystem getragen werden müssten. Bei einigen dieser Maßnahmen habe der Gesetzgeber die Krankenkassen dazu verpflichtet, die Kosten vorzustrecken, doch sie sollen später durch Staatszuschüsse ausgeglichen werden. An deren Bezahlung seien auch die PKV und die Privatversicherten als Steuerzahler in vollem Umfang beteiligt.

Laut dem Manager leisten auch die PKV-Unternehmen und die Beihilfe rund eine Milliarde Euro zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Dies sind beispielsweise jeweils rund 300 Millionen für die krisenbedingten Zusatzentgelte für die Krankenhäuser und die Hygienemaßnahmen in der ambulanten Versorgung sowie über 60 Millionen für den Schutzschirm für die Pflegeeinrichtungen.

Mit den jetzt geplanten Zahlungen erhielten GKV und SPV 2020 fast 20 Milliarden Euro an Steuermitteln. „Diese Abhängigkeit verändert den Charakter der GKV. Es droht eine Gesundheit nach Kassenlage“, so Kantak. Er fürchtet, dass der erhöhte Bundeszuschuss den Preiswettbewerb zwischen GKV und PKV verzerrt.

Mehr Zu- und weniger Abgang in der Krankheitskosten-Vollversicherung

Prognosen für die Entwicklung des Neugeschäftes, die Leistungsausgaben sowie die Einnahmen wollte Kantak keine machen. Die PKV zeige sich aber auch in der Krise – trotz der erheblichen Belastungen – stabil.

Nach den nun endgültigen Zahlen für 2019 fiel die Trendwende in der PKV deutlicher aus als zu Jahresbeginn erwartet (VersicherungsJournal 29.1.2020). Der Wechselsaldo betrug 17.400 (2018: 800) Versicherte zugunsten der Privaten – und war damit 5.400 Personen höher als bisher gemeldet.

2019 entschieden sich 146.800 GKV-Versicherte für den Wechsel in die PKV. 129.400 PKV-Versicherte kamen in die GKV. Damit fiel der Abgang rund 12.000 Personen geringer aus als zuvor geschätzt. Der Bestand der Vollversicherten verkleinerte sich trotz des positiven Wechselsaldos um 5.200 auf 8,73 Millionen Personen. Dies liegt unter anderem an der Entwicklung von Geburten und Todesfällen.

40 Prozent der Bürger sind privat krankenversichert

Die Zusatzversicherungen legten 2019 um 2,5 Prozent oder 650.000 Policen (ohne Auslandsreise) auf 26,7 Millionen Stück zu. Zusammen mit den Vollversicherten gebe es rund 35,5 Millionen private Krankenversicherungs-Verträge. Damit seien rund 40 Prozent in Deutschland privat krankenversichert, so der Verbandsvorsitzende.

Er berichtete im Weiteren, dass die Verhandlungen mit der Bundesärztekammer über die Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) „schon weit“ gediehen seien. Wenn es nun das politische Signal gebe, „wären wir in kurzer Frist lieferfähig“, so Kantak. An der Modernisierung der GOÄ wird seit vielen Jahren gearbeitet.

Leserbriefe zum Artikel:

Olaf Hempel - Es ist gut, wenn der Nutzen der PKV mehr bekannt wird. mehr ...

+Werner Jung - Gerecht wäre, die Steuersubventionen auf beide Systeme zu verteilen. mehr ...

Peter Schramm - PKV-Versicherte profitieren weit mehr von Steuermitteln. mehr ...

+Werner Jung - Gerecht wäre, die Steuersubventionen auf beide Systeme zu verteilen. mehr ...

Hans Jürgen Ott - Subventionierung ist auch gut so. mehr ...

 
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