Paukenschlag bei der Überschussbeteiligung

3.12.2018 – Die Ideal erhöht die laufende Verzinsung für 2019 um 0,30 Prozentpunkte auf 3,30 Prozent – sowohl für klassische Policen wie auch für „Ideal Universal Life“. Hinzu kommen bei der Klassik ein Schlussüberschussanteil von 0,70 Prozent sowie eine individuelle Beteiligung an den Bewertungsreserven.

In den Überschussdeklarationen der Lebensversicherer spiegelt sich schon seit geraumer Zeit der Niedrigzins wieder. Alle Anbieter haben in den letzten Jahren ihre laufende Verzinsung mehrfach und zum Teil deutlich abgesenkt.

Im Marktschnitt wurde seit Beginn des Jahrtausends, als der Wert noch bei über sieben Prozent lag, um über viereinhalb Prozentpunkte auf unter 2,5 Prozent im Jahr 2018 reduziert (VersicherungsJournal 15.11.2018).

Überschussbeteiligung im Sinkflug

Für 2017 hatten noch alle Lebensversicherer bis auf nicht einmal eine Handvoll Ausnahmen Absenkungen vorgenommen (VersicherungsJournal 13.1.2017). Für das laufende Jahr hatte dann schon rund die Hälfte der Anbieter die laufende Verzinsung konstant gehalten (VersicherungsJournal 12.1.2018).

Die bis dato vorliegenden Deklarationen für 2019 liegen allesamt auf 2018er-Niveau. So halten sowohl die Axa Lebensversicherung AG (VersicherungsJournal 15.11.2018), die Nürnberger Lebensversicherung AG (VersicherungsJournal 23.11.2018), die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. (VersicherungsJournal 27.11.2018) als auch die Versichergruppe die Bayerische die laufende Verzinsung stabil (VersicherungsJournal 30.11.2018).

Ideal erhöht laufende Verzinsung…

Am Montag hat auch die Ideal Lebensversicherung a.G. bekannt gegeben, wie die Kunden im kommenden Jahr an den Überschüssen beteiligt werden. Der Versicherer aus Berlin „erhöht die laufende Überschussbeteiligung für das Geschäftsjahr 2019 von 3,0 auf 3,3 Prozent“ des Deckungskapitals, teilte das Unternehmen in einer Pressemeldung mit.

Dies kommt einem Paukenschlag gleich. Denn die letzte Erhöhung ist schon viele Jahre her und datiert aus dem Jahr 2011. Seinerzeit hatte die Deutsche Ärzteversicherung AG die laufende Verzinsung für 2012 als einzige Gesellschaft angehoben – wenn auch nur geringfügig um 0,05 Prozentpunkte auf 4,05 Prozent (VersicherungsJournal 23.11.2011).

Ergänzend kommt bei den klassischen Produkten noch ein Schlussüberschussanteil von 0,7 Prozent hinzu. Dadurch liegt die gesamte Verzinsung bei 4,0 Prozent. Dies versteht sich exklusive der Beteiligung an den Bewertungsreserven, die von der Ideal nicht als Sockelbeteiligung deklariert wird.

Für 2018 hatte der Berliner Versicherer die laufende Verzinsung konstant gehalten (VersicherungsJournal 29.11.2017). Im Jahr davor wurde eine Reduzierung um 0,70 Prozentpunkte vorgenommen (VersicherungsJournal 16.12.2016). Für 2015 und die Jahre lag der Wert noch jeweils bei 4,0 Prozent (VersicherungsJournal 19.11.2014).

Laufende Verzinsung Ideal Leben (Bild: Wichert)

…auch für „Universal Life“

Für das vor gut drei Jahren auf den Markt gebrachte Produkt „Ideal Universal Life“ (VersicherungsJournal 22.7.2015, 23.11.2015) haben die Berliner die laufende Verzinsung für 2019 ebenfalls auf 3,30 Prozent festgesetzt.

Bei diesem Produkt gibt es anstelle eines Schlussüberschusses einen sogenannten Treuebonus. Dieser wird aus Zinsen in Promille der Kontostände des individuellen Rentenkontos – der Deklarationssatz liegt für 2019 unverändert bei 0,3 Promille – berechnet. Dabei werden alle Kontostände zum Monatsende seit der letzten Gutschrift des Treuebonus aufsummiert.

Der angesammelte und verzinste Bonus wird den Kunden bis zum Rentenbeginn alle fünf Jahre (erstmalig nach zehn Jahren Laufzeit) im Überschusskonto gutgeschrieben, letztmalig nach 40 Jahren Laufzeit.

So kommentiert die Ideal die Erhöhung

Ideal-Vorstandschef Rainer M. Jacobus kommentiert die Deklaration wie folgt: „Wir beteiligen unsere Kunden damit an unserer ausgesprochen guten, nachhaltigen Ertragssituation. Die antizyklische Kapitalanlage-Strategie der Gruppe trägt weiter Früchte.“

In diesem Zusammenhang weist Jacobus darauf hin, dass die Ideal mit rund 20 Prozent seit Jahren die höchste Immobilienquote im Markt habe (VersicherungsJournal 5.6.2018). „Unsere Finanzstärke, die uns auch von außen bescheinigt wird, begründet sich natürlich auch in dieser Strategie“, erläutert der Ideal-Vorstandschef.

Nach Beiträgen (Vertragsbestand) Nummer 46 (39) im Markt

Die Ideal Lebensversicherung war laut dem Map-Report 904 – „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017“ mit 257,2 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien die Nummer 46 im deutschen Markt.

Der Policenbestand von über 595.000 Hauptversicherungen (Position 39) besteht den Map-Report-Daten zufolge zu über 80 Prozent aus Kapitalversicherungen und zu fast 19 Prozent aus Rentenversicherungen.

Beim Neuzugang (VersicherungsJournal 15.10.2018) reichte es mit über 32.000 eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung ebenfalls zu Rang 39. Neue Policen werden mit rund 59 Prozent Anteil hauptsächlich im Segment der Kapitalversicherungen akquiriert. Über 40 Prozent sind den Rentenversicherungen zuzuordnen.

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