Neuer Spitzenreiter bei den wichtigsten Sparmotiven

9.4.2019 – Der (aufgeschobene) Konsum ist wieder das wichtigste Sparmotiv der Deutschen und hat die Altersvorsorge von der Spitzenposition verdrängt. Dies zeigt die Frühjahrsumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Der Stellenwert des Motivs „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“ ist zudem massiv zurückgegangen.

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Die Altersvorsorge ist nur noch das zweitwichtigste Motiv hinsichtlich der langfristigen Sparanstrengungen der Deutschen. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Frühjahrsumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen e.V. Für die dreimal jährlich durchgeführte Untersuchung zum Sparverhalten lässt der Verband das Marktforschungsinstitut Kantar TNS jeweils 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragen.

Neuer Spitzenreiter

Mit über 52 Prozent gibt immer noch leicht mehr als die Hälfte der Befragten aktuell an, Geld fürs Alter zurückzulegen. In der letzten Herbstumfrage lag der Wert jedoch noch um fast fünf Prozentpunkte höher (VersicherungsJournal 16.11.2018).

Neuer Spitzenreiter unter den Sparmotiven ist – trotz leichter Einbußen bei den Nennungen – mit hauchdünnem Vorsprung der (aufgeschobene) Konsum (Mehrfachnennungen möglich).

Das Sparmotiv „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“ liegt zwar unverändert an dritter Stelle. Allerdings stellen die aktuell gut 35 Prozent (minus fünf Prozentpunkte) den mit Abstand niedrigsten Wert seit Anfang 2013 dar.

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Neuer Tiefstand beim Wohneigentum

Christian König, Hauptgeschäftsführer des Bausparkassenverbands, ordnet dies wie folgt ein: „Vielerorts stark steigende Immobilienpreise sind für Haushalte, die sich schwertun, die Schwelle zum Wohneigentum zu überwinden, eine Motivationsbremse.“

Normalverdiener bräuchten nach Königs Einschätzung dringend ein ermutigendes Sparsignal, da mangelndes Eigenkapital die größte Hürde beim Wohneigentumserwerb darstelle. Deshalb sollte der Beschluss der Koalition für eine verbesserte Ansparhilfe noch 2019 umgesetzt werden. „Die Menschen müssen wieder das Gefühl bekommen: Mein Traum muss kein Traum bleiben“, so der Verbands-Hauptgeschäftsführer

An vierter Stelle im Ranking der Sparmotive liegt weiterhin die Kapitalanlage, die leichte Einbußen hinzunehmen hatte. Immer noch mehr als jeder vierte Befragte gab „Kapitalanlage“ als Spargrund an. Nur eine untergeordnete Bedeutung kommt den Sparmotiven „Notgroschen“ und „Ausbildung der Kinder“ zu. Beide blieben unter der Marke von fünf Prozent.

Sparmotive (Bild: Wichert)

Abwärtstrend bei der Altersvorsorge

Im Langfristvergleich zeigt die Kurve des Motivs Altersvorsorge wie in der Kurzfristbetrachtung nach unten. So lag der Anteil der Nennungen zwischen Anfang 2013 und Anfang 2015 viele Male über der 60-Prozent-Marke. Der aktuelle Wert ist um mehr zehn Prozentpunkte niedriger als beim Höchststand aus der Herbstumfrage vor fünf Jahren (VersicherungsJournal 21.11.2013). „Die Mini-Zinsen drücken auf die Stimmung der Altersvorsorge-Sparer“, so der Kommentar von König.

Ein noch deutlicherer Abwärtstrend ist beim Wohneigentum zu erkennen. Der Höchststand aus der Herbstumfrage 2013 lag um fast 20 Prozentpunkte höher.

Negative Ternds

Die Kapitalanlage schneidet aktuell um etwa zweieinhalb Prozentpunkte besser ab als beim Tiefststand aus der Herbstumfrage vor zwei Jahren (VersicherungsJournal 17.11.2017). Allerdings lag der Anteil zwischen Anfang 2013 (VersicherungsJournal 5.4.2013) und Anfang 2014 (VersicherungsJournal 8.4.2014) noch zum Teil deutlich oberhalb der 30-Prozent-Marke.

Beim (aufgeschobenen) Konsum setzte sich der negative Trend der letzten Erhebungen fort. Der Höchstwert aus der Frühjahrsumfrage vor drei Jahren (VersicherungsJournal 8.4.2015) ist weit mehr als zehn Prozentpunkte entfernt. Der Tiefstwert (etwa eineinhalb Prozentpunkte niedriger als aktuell) wurde in der vorletzten Herbstumfrage erreicht.

Zeitreihe (Bild: Wichert)

Daten zum künftiges Sparverhalten

Wie die Untersuchung weiter zeigt, hat der Anteil der zweckgerichteten Sparer unter den Bundesbürgern deutlich zugenommen. Aktuell äußerte sich annähernd jeder zweite Befragte entsprechend. Die aktuell 49,5 Prozent entsprechen dem Höchstwert seit mehr als vier Jahren.

Eine positive Entwicklung zeigt sich auch beim zukünftigen Sparverhalten. So ist der Anteil derjenigen, die in Zukunft mehr sparen wollen, erneut weiter angestiegen. Mit 9,5 Prozent gaben dies so viele Bundesbürger an wie seit Ende 2016 nicht mehr.

Andererseits befindet sich der Anteil derjenigen, die in Zukunft weniger sparen wollen, auf relativ konstant hohem Niveau. Auf Dreijahressicht betrachtet war der Wert nur in der Herbstumfrage des Vorvorjahres deutlich höher.

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Altersvorsorge · Ausbildung · Bausparen · Immobilie · Marketing · Marktforschung · Motivation · Ranking · Versicherungsvertrieb
 
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