Neue Angebote für die betriebliche Versorgung

13.11.2018 – Hinter dem neuen Haustarifvertrag zur Pflegezusatz-Versicherung von Henkel steht die Deutsche Familienversicherung. Die Barmenia bietet Arbeitgebern jetzt individuelle Gutschein-Hefte für die bKV. Und mit einer Umfrage unterstreicht die Signal Iduna die Bedeutung der neuen bAV für die Beschäftigten.

Die Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) schloss mit der Henkel AG & Co. KGaA einen branchenbezogenen Haustarif-Vertrag. Auf dieser Basis bietet das Unternehmen seinen Beschäftigten ab 2019 eine betriebliche Pflegezusatz-Versicherung an.

Dabei können die Mitarbeiter für den Pflegefall vorsorgen, ohne dass sie während ihrer Beschäftigungszeit bei Henkel einen eigenen finanziellen Beitrag leisten müssen, erklärt die Gewerkschaft in einer Mitteilung am Montag.

Demografie-Fonds nimmt Chefs in die Pflicht

Möglich werde das durch den Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ der chemischen Industrie, der mit dem Demografie-Fonds die Herausforderungen des demografischen Wandels aufgreife.

Der Demografie-Fonds verpflichtet Arbeitgeber als Bestandteil des Tarifvertrages zur Vorsorge für ihre Mitarbeiter und bietet Instrumente für den Wechsel zwischen Bildungs-, Erwerbs- und Ruhestandsphasen an. Dafür standen bisher fünf Instrumente zur Verfügung: Langzeitkonto, Altersteilzeit, Teilrente, Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung und die tarifliche Altersvorsorge.

Mit der betrieblichen Pflegezusatz-Versicherung komme nun ein sechster Baustein hinzu. Dabei fließt ein Teil der bisher in die betriebliche Altersvorsorge investierten Mittel zukünftig in die Pflegevorsorge, erklärt die IG BCE.

Sozialpartner-Modell über Deutsche Familienversicherung

Das Vorsorgepaket „Care-Flex“ wird von der IG BCE Bonusagentur GmbH, einem Dienstleister der Gewerkschaft, gemeinsam mit der Deutschen Familienversicherungs-AG umgesetzt. Es besteht aus drei Bausteinen.

Die Basisabsicherung bietet allen Henkel-Mitarbeitern in Deutschland eine Grundsicherung für die ambulante, stationäre und teilstationäre Pflege, so die Gewerkschaft. Die Beschäftigten können ihren Versicherungsschutz darüber hinaus individuell erhöhen.

Der Baustein „Care-Flex Familie“ bietet eine zusätzliche Absicherung von Familienangehörigen wie dem Ehe- oder Lebenspartner, Kindern und Eltern. Der Schutz greift sofort ab Versicherungsbeginn, ohne Wartezeit und ohne vorherige Gesundheitsprüfung, betont die Gewerkschaft. Bei Austritt aus dem Unternehmen können die Versicherten die Policen privat fortführen.

Barmenia baut bKV-Angebot aus

Die Barmenia Krankenversicherung a.G. baut nach eigenen Angaben ihr Angebot in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) weiter aus. Die Gesellschaft ermöglicht jetzt Arbeitgebern, bKV-Gutschein-Hefte für ihre Beschäftigten zu individualisieren.

Unternehmen können ihren Mitarbeitern die Leistungen so im eigenen Design anbieten. Zudem lassen sich die einzelnen Bausteine gemäß der jeweiligen Firmenziele auswählen und anpassen: zum Beispiel von der Allgemein-, Erschöpfungs- oder Manager-Vorsorge bis hin zu Gutscheinen für telemedizinische Beratung, teilt die Barmenia mit.

Die Gesellschaft habe in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten im Bereich der bKV „erfolgreich ausgeweitet“: Sie führte Gutschein-Lösungen ein, schloss eine Kooperation mit der Teleclinic GmbH und unterbreitete interessierten Vermittlern Unterstützungsangebote für den bKV-Markt.

„Angesichts der wachsenden Nachfrage werden wir diesen Weg auch im kommenden Jahr konsequent weitergehen“, kündigte Daniel Schmalley, Leiter des Kompetenzcenters Firmenkunden der Barmenia, an.

Umfrage: Betriebsrente sehen Mitarbeiter positiv

Betriebliche Leistungen stehen bei Arbeitnehmern hoch im Kurs, mehr als andere finanzielle Vergünstigungen durch den Arbeitgeber. Das ergab eine Online-Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Yougov Deutschland GmbH im Auftrag der Signal-Iduna-Gruppe.

An der Umfrage nahmen 510 Arbeitnehmer zwischen dem 16. und 22. Juli teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und setzen sich repräsentativ nach Beschäftigtenanteil pro Unternehmensgröße zusammen.

55 Prozent der befragten Arbeitnehmer würden sich für eine Betriebsrente entscheiden, 28 Prozent lieber für einen Zuschuss zum Fahrgeld, zum Handyvertrag oder vergleichbare Leistungen. 17 Prozent konnten sich nicht entscheiden.

Die Ergebnisse variieren in Abhängigkeit vom Einkommen und Alter. Bei einem persönlichen Monatseinkommen zwischen 2.500 und 3.500 Euro befürworten tendenziell mehr Befragte eine Betriebsrente (80 Prozent) als im Durchschnitt. Auch unter den 35- bis 44-Jährigen liegt der Zuspruch für eine Betriebsrente mit 61 Prozent etwas höher als im Gesamtdurchschnitt.

Neue bAV noch nicht wirklich bekannt

Clemens Vatter (Bild: Signal Iduna)
Clemens Vatter (Bild: Signal Iduna)

Gut zehn Monate nach Inkrafttreten des Betriebsrenten-Stärkungsgesetzes (BRSG) ist fast jeder vierte Arbeitnehmer in seinem Betrieb über die neue Förderung für Geringverdiener informiert worden. In der Einkommensgruppe zwischen 1.500 und 2.500 Euro sind es sogar 30 Prozent.

In kleinen Unternehmen unter 20 Mitarbeitern ist die Information erst bei rund jedem achten Mitarbeiter angekommen, in Betrieben über 1.000 Mitarbeitern bei fast jedem Vierten der Befragten. Dagegen bestätigen 41 Prozent der Unternehmensentscheider, dass sie ihre Mitarbeiter über die Förderung von Geringverdienern informiert haben.

Knapp jeder fünfte Unternehmensentscheider, der seine Belegschaft noch nicht über die neuen Fördermöglichkeiten für Bezieher niedriger Lohngruppen informiert hat, klagt selbst über unzureichende Informationen, so ein Ergebnis der Umfrage. In kleinen Betrieben mit zwei bis 19 Mitarbeitern ist es tendenziell knapp jeder dritte befragte Chef.

Mit dem Schreckgespenst des hohen Verwaltungs-Aufwandes sollten wir zügig aufräumen.

Clemens Vatter, Konzernvorstand der Signal Iduna, zu den Vorbehalten der Arbeitgeber in der bAV.

Chefs schreckt Verwaltungs-Aufwand

Aber auch der hohe Verwaltungsaufwand wird von 16 Prozent der Befragten als Hinderungsgrund für eine Mitarbeiter-Information angeführt. In Betrieben von 20 bis 49 Mitarbeitern ist der Verwaltungsaufwand tendenziell ein größeres Hemmnis als in Großbetrieben.

Jeweils 15 Prozent der befragten Unternehmensentscheider haben ihre Mitarbeiter über die Förderung für Geringverdiener nicht informiert. Der Grund: Sie meinen, dass sich die Investition für das Unternehmen nicht lohne oder der Betrieb auch schon ohne dieses Angebot sehr viel für seine Mitarbeiter ausgebe. Das zuletzt genannte Argument führen eher Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten an.

„Mit dem Schreckgespenst des hohen Verwaltungs-Aufwandes sollten wir zügig aufräumen. Wir haben die bAV bereits komplett digitalisiert und bieten unseren Kunden eine durchgängig digitale Beratung und Verwaltung an. Damit kann die bAV in den Betrieben sehr effizient umgesetzt werden“, betont Clemens Vatter, Konzernvorstand der Signal Iduna und zuständig für die Lebensversicherung.

Lesetipp „Das BRSG − Neue Impulse oder vertane Chance für die bAV?“
Dossier Cover (Bild: VersicherungsJournal)

Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz ist seit Januar 2018 in Kraft. Welche neuen Regelungen es bringt und ihre Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung, Arbeitgeber und Beratung beschreibt das Dossier des VersicherungsJournals. Untersucht werden unter anderem das neue Modell für Tarifpartner. Des Weiteren wird über den Arbeitgeberzuschuss beim Sozialpartnermodell wie auch bei Entgeltumwandlung informiert.

Ein weiterer Aspekt, der in dem Dossier tiefer gehend betrachtet wird, ist die Frage der steuerlichen Förderung. Hier werden unter anderem die Situation für Geringverdiener, die Bedingungen für Arbeitgeber sowie die zusätzliche Steuerförderung für versicherungsförmige Wege thematisiert.

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung. Sie finden einen Download des Dossiers unter diesem Link.

 
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