Mischfonds bleiben die bevorzugte Fondsgruppe

10.8.2018 – Die deutschen Fondsgesellschaften sammelten im ersten Halbjahr netto 50,7 Milliarden Euro ein. In Offene Publikumsfonds legten Privatanleger im ersten Halbjahr 2018 netto 10,5 Milliarden Euro neu an. Im Vorjahres-Vergleichszeitraum lag der Wert mit knapp 36 Milliarden Euro mehr als dreimal so hoch. Bei Offenen Spezialfonds sank die Nachfrage von 50 auf knapp 40 Milliarden Euro. Absatzsieger bei den Offenen Publikumsfonds waren wieder Mischfonds. Die höchsten Abflüsse verzeichneten Rentenfonds mit 2,9 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen der BVI-Gesellschaften liegt unverändert über drei Billionen Euro. In offenen Publikumsfonds wurden Mittel in Höhe von über einer Billion Euro betreut, in offenen Spezialfonds 1,6 Billionen Euro.

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Im ersten Halbjahr 2018 haben die im Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) zusammengeschlossenen deutschen Fondsgesellschaften netto 50,7 Milliarden Euro eingesammelt (ohne freie Mandate). Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2017 waren es rund 87 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 10.8.2017).

Privatanleger investieren deutlich weniger

In offene Publikumsfonds legten Privatanleger netto 10,5 Milliarden Euro neu an. Im Vorjahres-Vergleichszeitraum lag der Wert mit knapp 36 Milliarden Euro mehr als dreifach so hoch. Auch bei offenen Spezialfonds ging die Nachfrage zurück. Nach fast 50 Milliarden Euro beträgt sie nun 39,4 Milliarden Euro.

Geschlossene Fonds vereinnahmten netto knapp 0,8 Milliarden Euro, wovon auf Spezialfonds 0,73 Milliarden entfallen. Aus freien Mandaten zogen institutionelle Anleger 10,8 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich verzeichneten die BVI-Mitglieder damit einen Netto-Mittelzufluss von 39,9 Milliarden Euro nach 78,8 und 51,0 Milliarden in den beiden Vor-Halbjahren. Insgesamt ist dies ein Fünf-Jahres-Tief.

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Mischfonds bleiben Absatzsieger

Absatzsieger bei den offenen Publikumsfonds waren wieder Mischfonds – nun seit über fünf Jahren. Ihnen flossen im ersten Halbjahr 2018 12,2 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2017: 19,1 Milliarden Euro) zu. Dabei entschied sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit (8,8, Milliarden Euro) für Fonds, die zu ungefähr gleichen Teilen in Renten und in Aktien investieren.

Mit Zuflüssen in Höhe von 2,7 (Vorjahres-Zeitraum: 2,8) Milliarden Euro blieb die Nachfrage nach Immobilienfonds relativ stabil. Von Aktienfonds wurden Anteile im Wert von netto 1,2 (Vorjahres-Zeitraum: 5,6) Milliarden Euro abgesetzt. Mit jeweils rund 0,7 Milliarden Euro kamen auch alternative Anlagefonds und sonstige Wertpapierfonds auf ein positives Absatzergebnis.

Abflüsse verzeichneten Rentenfonds im Umfang von 2,9 Milliarden Euro. Zurückgegeben wurden insbesondere Anteile von Fonds mit Unternehmensanleihen (1,9 Milliarden Euro). Bei Neuanlagen favorisierten die Investoren Portfolien, die auf Euro-Anleihen mit längeren Laufzeiten setzen. Auch bei Geldmarktfonds zogen Anleger Mittel ab (2,3 Milliarden Euro).

BVI Mittelzuflüssel 1-6 2018 (Blid: BVI)

Verwaltetes Vermögen sinkt erstmals seit fünf Jahren

„Dank der guten Börsenentwicklung und der kräftigen Nettozuflüsse verwaltet die Branche ein Rekordvermögen“, hatte BVI-Präsident Tobias C. Pross noch bei Jahres-Pressekonferenz im Februar verkündet (VersicherungsJournal 6.2.2018).

Per Ende Juni 2018 gab es erstmals seit fünf Jahren keinen Rekord zu vermelden. Insgesamt ging das verwaltete Vermögen in Höhe von 3,031 Billionen Euro leicht um sieben Milliarden Euro zurück.

In offenen Publikumsfonds wurden Mittel in Höhe von 1,038 (Vorjahres-Stichtag: 1,048) Billionen Euro betreut. Größte Gruppe blieben Aktienfonds, deren Vermögen von 368 auf 392 Milliarden Euro stieg. Der Bestand bei den beliebten Mischfonds stieg von 251 auf 277 Milliarden Euro.

Drittgrößte Gruppe sind Rentenfonds, deren Gesamtwert sich um vier Milliarden Euro auf 208 Milliarden Euro reduzierte. Immobilienfonds rangieren weiterhin auf Rang vier mit 82 nach 72 Milliarden Euro. Unter den restlichen sieben Gruppen sind noch drei zweistellig: Wertgesicherte Fonds mit 20, Geldmarktfonds mit 17 und Zielvorgabefonds mit elf Milliarden Euro.

Spezialfondsvermögen wächst dank Versicherungen

In offenen Spezialfonds verwaltete die Investmentbranche zum Stichtag 1,617 Billionen Euro und in geschlossenen Spezialfonds nochmals fünf Milliarden Euro. Altersvorsorge-Einrichtungen, wie zum Beispiel Pensionskassen, Versorgungswerke oder Direktzusagen, sind laut BVI-Angaben daran mit 454 Milliarden Euro oder 28 Prozent beteiligt. Auf Versicherungen entfallen 556 Milliarden Euro.

Im Neugeschäft mit offenen Spezialfonds haben Altersvorsorger inzwischen die Versicherer überholt. Die erste Anlegergruppe sorgte für einen Netto-Zuwachs von 12,1 Milliarden Euro, etwa einem Drittel des gesamten Neugeschäfts in diesem Segment. Versicherer investierten 7,9 Milliarden Euro. Dahinter folgten Industrie- und Dienstleister außerhalb des Finanzsektors mit sieben Milliarden Euro. Das Vermögen dieser Gruppe beträgt 182 Milliarden Euro.

Der BVI bietet zum Herunterladen eine detaillierte Statistik (PDF, 325 KB) an.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · geschlossene Fonds · Immobilie · Investmentfonds · Pension · Pensionskasse · Rente · Versorgungswerk · Zielgruppe
 
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