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LV 1871 erhält „Preis” für schlechtestes Versicherungsprodukt

30.6.2020 – Den „Versicherungskäse des Jahres“, einen Preis für das schlechteste Versicherungsprodukt, hat der Bund der Versicherten jetzt an die LV 1871 für das Produkt „Mein Plan Kids“ vergeben.

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Mein Plan Kids“ der Lebensversicherung von 1871 a.G. München ist zum „Versicherungskäse des Jahres“ gekürt worden. Dies gab der Initiator des Preises, der Bund der Versicherten e.V. (BdV), am Montag bekannt.

Kritik an Werbeaussage

Die Fondspolice des Versicherers wird als „verlässlicher Plan für lebensbegleitendes Sparen“ von Kindern beworben. Nach Ansicht der Jury handelt es sich aber „in Wahrheit lediglich um eine ungeförderte fondsgebundene Rentenversicherung – mit den bekannten Nachteilen wie mangelnde Transparenz und hohe Kosten“, so eine Pressemeldung zur Preisvergabe.

Nicht nur weitaus flexibler, sondern auch sehr viel kostengünstiger sei ein Fondssparplan bei einer Bank oder Fondsgesellschaft, bestückt mit börsennotierten Indexfonds.

Laut der Jury-Vorsitzenden Edda Castelló war für die Entscheidung „der riesige Schaden für die Verbraucherinnen und Verbraucher [maßgeblich]. Bei ‚Mein Plan Kids‘ geht es um eine lebenslange Entscheidung, die Jahr um Jahr – buchstäblich jahrzehntelang – neuen erheblichen Schaden anrichtet.

Obendrein gaukelt es den Familien Sicherheit vor und vereitelt damit richtigen Versicherungsschutz und richtiges Sparen“.

Jury bemängelt hohe Biometriekosten

Darüber hinaus kritisiert die Verbraucherschützerin und Juristin die Option, sich den Vertrag am Ende der Sparphase in Form einer lebenslangen Rente auszahlen zu lassen. Bei genauerer Betrachtung habe sich gezeigt, dass ein heute neu geborenes Kind 130 Jahre alt werden müsse, um das gebildete Kapital auf Basis der garantierten Rentenleistung zurückzuerhalten.

Laut Jury-Mitglied Barbara Sternberger-Frey kalkuliert die LV 1871 „den Vertrag mit einer absurd überzogenen Lebenserwartung. Bei derart hohen ‚Biometriekosten‘ wird die Police für die Kids garantiert zu einem dicken Zuschussgeschäft“. Ein solches Produkt sei Käse, so ihr Fazit.

Zur Jury gehören neben Castelló und Sternberger-Frey auch Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), Dr. Achim Tiffe (Rechtsanwalt in der Kanzlei Juest & Oprecht und Vereinsmitglied beim Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (IFF)), sowie Dr. Dirk Ulbricht (Volkswirt und Mitglied des BdV).

Weitere nominierte Produkte für die Endausscheidung

In die Endausscheidung des Awards hatten es zwei weitere Versicherungsprodukte geschafft. Dies war zum einen „CleverFly“/ „CleverFly365“ der BD24 Berlin Direkt Versicherung AG, einen Kostenschutz bei Flugumbuchung.

Als weitere Offerte war der Tarif „Zahn-Ersatz-Sofort“ der Ergo Krankenversicherung AG (vormals Ergo Direkt Krankenversicherung AG; 28.3.2019) nominiert. Mit diesem online abschließbaren Tarif ausschließlich für Kassenpatienten wird unter bestimmten Voraussetzungen auch für bereits laufende Behandlungen geleistet, und zwar durch eine Zahlung in Höhe des Festzuschusses der Krankenkasse (28.2.2020).

Bisherige Preisträger des „Versicherungskäse des Jahres“

Bei der Premiere des Wettbewerbs vor fünf Jahren hatte die Allianz Versicherungs-AG den Negativpreis für ihr Versicherungsprodukt „Rund um den Arenabesuch“ erhalten (30.9.2015). Weitere Preisträger waren die Axa Lebensversicherung AG für ihre „Relax Rente“ (22.4.2016) und das Produkt „Ideal KrebsAirbag“ (13.3.2017) der Ideal Lebensversicherung a.G. (8.5.2017).

Vor zwei Jahren hatte die Jury den Negativpreis an die „Schülerversicherung“ (Medienspiegel 17.1.2018) der Württembergischen Gemeinde-Versicherung a.G. und der BGV-Versicherung AG vergeben (16.4.2018). Kurz darauf wurde bekannt, dass es das Produkt in der seinerzeitigen Form ab 2019 nicht mehr geben sollte (16.10.2018). 2019 wurde es dann neu aufgelegt (Medienspiegel 13.6.2019).

Im vergangenen Jahr erhielt „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ der Liechtenstein Life Assurance AG (Medienspiegel 25.1.2019) die Auszeichnung „Versicherungskäse des Jahres“ (8.4.2019).

Stellungnahme der LV 1871 zum Gewinn

Das VersicherungsJournal hat die LV 1871 um eine Stellungnahme zu dem Gewinn des „Versicherungskäses“ gebeten. Das Versicherungs-Unternehmen äußerte sich wie folgt:

„Wenig überraschend ist die generelle Kritik des BdV an (fondsgebundenen) Rentenversicherungen, ebenso wie die hohe Intransparenz bei der Auswahl der ‚Nominierten‘ und ‚Gewinner‘. ‚MeinPlan Kids‘ zeichnet sich durch eine markt-unterdurchschnittliche Kostenbelastung und eine Gesamt-Verrentung über dem Marktniveau aus“, so Pressesprecherin Julia Hauptmann.

 
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