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Leitungswasser: Die Kreise mit der schlechtesten Schadenbilanz

20.11.2020 – Die Gebäudeversicherer haben jedes Jahr zum Teil weit über eine Million Leitungswasserschäden zu regulieren. 2019 kostete dies die Rekordsumme von über drei Milliarden Euro. Regional gibt es laut GDV himmelweite Unterschiede, was das Verhältnis von Schadenaufwendungen zur Versicherungssumme betrifft. In Köln beträgt der Indexwert in etwa 200 (100 = Bundesschnitt). Am niedrigsten sind die Indexwerte in den brandenburgischen Kreisen Oberspreewald-Lausitz (40), Spree-Neiße und Elbe-Elster (jeweils 45).

Im vergangenen Jahr haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung erstmals mehr als drei Milliarden Euro an Versicherungsleistungen für Leitungswasserschäden erbringen müssen.

Das waren 53 Prozent der gesamten Leistungsausgaben und etwa 150 Millionen Euro beziehungsweise fast fünf Prozent mehr als 2018. Da die Schadenzahl leicht auf 1,07 Millionen abnahm, wuchsen die durchschnittlichen Kosten um über sechs Prozent auf einen neuen Rekordwert von 2.881 Euro.

Allein seit 2011 sind die Leistungsaufwendungen um weit über die Hälfte gestiegen. Diese Zahlen hatte der Verband bereits im September veröffentlicht (VersicherungsJournal 23.9.2020).

Ursachenforschung

Am Donnerstag gab der Verband einige weitere Details zum Leitungswasserschaden-Geschehen in den vergangenen Jahren bekannt. „Hauptursache für Leitungswasserschäden sind Installations- und Montagefehler. Mangelhafte Rohrverbindungen und kaputte oder falsche Dichtungen sorgen für jeden vierten Schaden.“

Als Grundlage für diese Aussagen und Zahlen nennt der Verband die „IFS Schadendatenbank, 2003-2019“. Dahinter steht das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS). Dieses führt seit 2002 eine Schadendatenbank, die in Brand- und Leitungswasserschäden unterteilt ist.

Stand März 2020 umfasst die Datenbank „mehr als 32.000 Einträge“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Angaben zur Aufteilung auf Brand- und Leitungswasserschäden werden nicht gemacht. Der Verband öffentlicher Versicherer e.V. gibt den Marktanteil der Verbandsmitglieder in der Wohngebäudeversicherung für 2019 mit 30,3 Prozent an.

Einfluss des Gebäudealters

Der GDV veröffentlichte darüber hinaus eine Auflistung, in der Schadendurchschnitt und -häufigkeit in Bezug zum Gebäudealter gesetzt werden. Die Zahlen beziehen sich nach Verbandsangaben auf das Jahr 2018.

Demnach nimmt die Häufigkeit mit steigendem Gebäudealter fast kontinuierlich zu. Bei bis zu vier Jahre alten Häusern waren im Berichtsjahr 15,8 Schäden pro 1.000 Verträge zu verzeichnen, bei 45 bis 49 Jahre alten Gebäuden etwa 70. Ausnahmen bilden nur die 30 bis 34 Jahre alten Häuser sowie Gebäude ab 50 Jahre.

Genau andersherum verhält es sich bei den durchschnittlichen Kosten. Diese liegen bei Neubauten mit 6.144 Euro mehr als doppelt so hoch wie bei Häusern mit mindestens 50 Jahren auf dem Buckel (2.861 Euro).

Große regionale Unterschiede

Darüber hinaus veröffentlichte der Verband auf seinen Internetseiten auch eine Deutschland-Karte, aus der sich große regionale Unterschiede in Sachen Leitungswasserschäden ablesen lassen. Methodisch hat der GDV dabei auf einen Schadenindex zurückgegriffen. Der Index ist auf die bundesweit gut 400 Land- und Stadtkreise heruntergebrochen und basiert nach Verbandsangaben auf dem Schadensatz (Verhältnis des Schadenaufwands zur Versicherungssumme).

„Für größere Städte berechneten die GDV-Statistiker den für Versicherer unverbindlichen Index mit Hilfe der Postleitzahl-Dreisteller noch feiner. Datenbasis sind die Leitungswasserschäden der Jahre 2007-2016. Der Schadenindex schwankt selbst in Städten und zwischen benachbarten Kreisen zum Teil deutlich“, erläutert der Verband weiter.

Bei der Auswertung der Schadenzahlen zeigt sich den Angaben zufolge ein deutliches West-Ost-Gefälle. „Während im Westen zahlreiche Städte wie Krefeld, Karlsruhe oder Mannheim überdurchschnittlich viele Leitungswasserschäden verzeichneten, war Ostdeutschland wesentlich seltener betroffen. Hier lagen alle Stadt- und Landkreise unter dem Bundesdurchschnitt von 100“, so der GDV.

Oliver Hauner, Leiter der Abteilung Sach- und Technische Versicherung im GDV, kommentiert dies wie folgt: „Nach der Wiedervereinigung sind in Ostdeutschland viele Gebäude saniert worden. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum die Schäden im Westen erheblich häufiger sind als im Osten“.

Die schadenärmsten Regionen

Das West-Ost-Gefälle wird auch bei der Rangliste der schadenärmsten und schadenträchtigsten Kreise deutlich. So liegt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit einem Indexwert von 40 (100 = Bundesdurchschnitt) an der Spitze.

Schadenarme Kreise (Bild: Wichert)

Dahinter folgen die Kreise Spree-Neiße und Elbe-Elster (jeweils 45). Alle drei liegen in Brandenburg. Vergleichsweise schadenarm sind auch der Saale-Orla-Kreis (Thüringen) und Brandenburg an der Havel (jeweils 46) sowie der in Sachsen liegende Erzgebirgskreis (48).

Dies sind die schadenträchtigsten Gebiete

Den höchsten Schadenindex haben die GDV-Statistiker für die Kölner Innen- und Südstadt (Postleitzahlengebiete 506xx und 509xx) errechnet. Für die Kölner Postleitzahlengebiete 507xx und 508xx) stand mit 197 der deutschlandweit zweithöchste Wert zu Buche.

Schadenträchtige Kreise (Bild: Wichert)

Zu den besonders schadenträchtigen Gebieten gehören ferner Offenbach am Main (171) und Kassel in Hessen sowie Mannheim in Baden-Württemberg und Krefeld in Nordrhein-Westfalen. Für die drei letztgenannten Kreise werden Indexwerte von jeweils um die 160 ausgewiesen.

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Gebäudeversicherung · Marktanteil · Technische Versicherung
 
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