Lebensversicherer legen bei Wohnungsbaukrediten zu

15.3.2019 – Nicht nur die Banken finanzieren Eigenheime von Privatleuten, auch die Lebensversicherer haben hier einen kleinen Marktanteil, allerdings mit steigender Tendenz. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Versicherungswirtschaft.

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Der Traum von den eigenen vier Wänden ist für die Deutschen längst nicht ausgeträumt, auch wenn Wohnen im Eigenheim hierzulande seinen Preis hat, wie eine aktuelle Auswertung der Postbank zeigt (VersicherungsJournal 12.3.2019).

Nicht nur die Banken finanzieren Wohneigentum derzeit zu günstigen Konditionen, sondern auch die Versicherer (VersicherungsJournal Medienspiegel 7.3.2019).

2018 stieg das Volumen der ausgezahlten Immobiliendarlehen der Lebensversicherer um fast zwölf Prozent auf 8,4 Milliarden Euro, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Donnerstag mit.

Wohnungsbaukredite (Bild: GDV)
(Bild: GDV)

Lebensversicherer finanzieren Eigenheime

Zu den 8,4 Milliarden Euro kommen „Darlehen über knapp acht Milliarden Euro, die den Kreditnehmern zum Jahresende 2018 bereits zugesagt waren und damit für das laufende Jahr auf einen erneut deutlichen Anstieg hindeuten“, so der GDV.

Der größte Teil der Kreditzusagen dient der Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Knapp 14 Prozent der zugesagten Darlehen sind für den Bau größerer Mietshäuser reserviert.

Die im Jahr 2018 neu zugesagten Kredite verteilen sich nach Angaben des Versichererverbands wie folgt: zu rund 29 Prozent auf den Wohnungsneubau, zu gut 45 Prozent auf den Kauf von Bestandsimmobilien und zu rund 26 Prozent auf die Ablösung von Altkrediten.

Wohnungsbaukredite der Banken: Knapp eine Billion Euro

Gemessen an der Summe der insgesamt ausgezahlten Wohnungsbaukredite ist der Marktanteil der Lebensversicherer dennoch gering. Nach jüngsten Angaben des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken für 2017 stammen nur rund vier Prozent der Immobilienkredite für Privathaushalte von Versicherern.

Zum Vergleich: Nach einer Auswertung des Onlineportals Statista beliefen sich die Wohnungsbaukredite der Banken in Deutschland an private Haushalte auf 994,8 Milliarden Euro. 2017 waren es 954,3 Milliarden Euro und im Vorjahr 919 Milliarden Euro.

Zinsbindung von 20 bis 30 Jahren

Allerdings unterstreicht der GDV in seiner Mitteilung einen Punkt: „Während die meisten Banken vor allem Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren anbieten, vergeben Versicherer problemlos auch Kredite mit einer Zinsbindung von 20 oder gar 30 Jahren.“

Zu Hintergrund wird aufgeführt, dass Kreditinstitute sich überwiegend über kurzfristige Einlagen wie Girokonten und Termingelder refinanzieren würden. Lebensversicherer könnten dagegen die Beiträge ihrer Kunden aufgrund „der oftmals hohen Laufzeit vieler Versicherungsverträge sehr viel langfristiger investieren“.

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Berufsverband · Darlehen · Immobilie · Marktanteil
 
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