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Kfz-Wechselgeschäft: Aufwind für die persönliche Vermittlung

13.2.2020 – Zum Jahresanfang haben weniger Autofahrer eine neue Police abgeschlossen als im Jahr zuvor. Deutlich rückläufig war der Anteil der Onlineabschlüsse. Der persönliche Kontakt ist noch längst nicht aus der Mode gekommen – überraschenderweise vor allem nicht bei den bis-39-Jährigen. Zu diesen Ergebnissen kommt Yougov in der Studie „Wechseltätigkeit in der Kfz-Versicherung 2019“.

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Das Kfz-Wechselgeschäft zur Hauptfälligkeit an diesem Jahresanfang hat an Fahrt verloren. Dies teilte die Yougov Deutschland GmbH am Mittwoch im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse der zweiten Befragungswelle der Studie „Wechseltätigkeit in der Kfz-Versicherung 2019“ mit.

Befragung der Autofahrer in zwei Wellen

Für die Studie wurden im vergangenen November in der ersten Welle 2.035 erwachsene, wechselwillige Autoversicherte online zu ihrer Bereitschaft befragt, einen neuen Anbieter zu wählen.

In der zweiten Welle wurden zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 aus der Stichprobe der ersten Welle 1.713 Personen zu ihrer tatsächlichen Wechseltätigkeit erneut befragt.

Ergebnis der ersten Befragungswelle: Der Anteil der Autoversicherten, die zumindest gelegentlich über einen Anbieterwechsel nachdenken, hat sich von 23 auf 22 Prozent vermindert. Deren Zahl hat sich von hochgerechnet über zehn Millionen auf unter neun Millionen Personen reduziert (VersicherungsJournal 19.12.2019).

Tatsächlich wechseln weniger Menschen ihre Autoversicherung

Wie Yougov am Mittwoch bekannt gab, hatten zum Befragungszeitpunkt der zweiten Welle 4,6 Prozent der Kfz-Versicherten tatsächlich für mindestens einen Vertrag einen neuen Anbieter gewählt.

16,6 Prozent waren zwar im November grundsätzlich wechselbereit, haben sich in letzter Konsequenz aber nicht dazu entschlossen, eine neue Police bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen. Das verbleibende in etwa halbe Prozent ordnen die Marktforscher in die Kategorie „Kündiger (haben noch keinen neuen Vertrag)“ ein.

Umfrage zur Wechseltätigkeit in der Autoversicherung (Bild: Yougov)
Umfrage zur Wechseltätigkeit in der Autoversicherung (Bild: Yougov). Zum Vergrößern Bild klicken

Damit sind mehr (Vorjahr: deutlich weniger) als drei von vier wechselbereiten Kfz-Versicherungskunden ihrem Anbieter treu geblieben – trotz einer gestiegenen Werbewahrnehmung.

Die Versicherten nehmen Werbung der Anbieter eher wahr

Denn mehr als jeder zweite Befragte hat nach eigenem Bekunden Reklame für Kfz-Versicherungen wahrgenommen. Aktuell waren es 51 Prozent, nach 47 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: 2015 lag der Anteil noch bei unter 40 Prozent.

Am häufigsten handelte es sich dabei um Fernsehwerbung, wie nahezu alle Interviewten angaben. Der Anteil derjenigen, die sich an Internetreklame erinnerten, stieg um rund ein Viertel auf über die Hälfte an. Fast jeder Dritte erinnerte sich an Radiowerbung, das waren 60 Prozent mehr als 2018.

„Trotz steigender Werbewahrnehmung scheint diese die generelle Wechselbereitschaft der Kfz-Versicherten nicht beeinflusst zu haben“, heben die Marktforscher hervor.

Weniger Wechsel von Kfz-Versicherungspolicen über das Internet

Untersucht wurden im Rahmen der Studie ferner die genutzten Vertriebswege beim Anbieterwechsel. Dabei zeigt sich, dass der persönliche Kontakt immer noch ein großes Gewicht hat. Rund 40 Prozent der Abschlüsse wurden über einen Makler, einen Vertreter oder die Geschäftsstelle eines Versicherers getätigt.

Der Anteil der Vergleichsseiten im Internet liegt aktuell bei 29 Prozent, während 19 Prozent über die Webseite einer Versicherungs-Gesellschaft abschlossen wurden. Mit zusammen 48 Prozent schnitt der Onlinekanal um sechs Prozentpunkte schlechter ab als 2018. Zum Vergleich: Bereits zwischen 2014 und 2016 war der Onlineanteil von weit über der Hälfte auf rund ein Drittel zurückgegangen (14.3.2017).

Dennoch fällt der Anteil deutlich höher aus als in den Vertriebswege-Analysen von Willis Towers Watson (12.12.2017, 22.2.2018) und vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) (16.8.2019). Auch verschiedene Verbraucherumfragen weisen einen niedrigeren Stellenwert für Online aus (27.9.2018, 23.10.2019).

Vor allem bei jüngeren steht der Kontakt zum Vermittler hoch im Kurs

Das aktuelle Minus für den Abschluss via Internet geht laut Werner Grimmer, Studienleiter Custom Research bei Yougov, „fast vollständig auf eine geringere Nutzungsquote von Vergleichsseiten für den Kfz-Versicherungswechsel zurück.

Als „überraschend“ bezeichnet er, dass die jüngere Generation (bis 39 Jahre) stärker auf persönliche Beratung durch Vermittler setze als die ältere. Internetportale würden hingegen am häufigsten von den 40- bis 54-Jährigen genutzt. Die Altersgruppe ab 55 Jahre bediene sich am häufigsten der Webpräsenz eines Versicherers.

Weitere Studienergebnisse

Als weiteres Studienergebnis nennt Yougov, dass ein günstiger Preis beim Wechsel weiterhin das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl einer Gesellschaft sei (59 Prozent). Ebenfalls vergleichsweise häufig wurden ansonsten nur noch gute Leistungen genannt (37 Prozent).

Während es beim Preis im Vergleich zu 2018 um drei Prozentpunkte bergab ging, hat sich der Anteil des Leistungsniveaus als Abschlussgrund mehr als verdreifacht.

Im Schnitt habe die durchschnittliche Ersparnis aller Wechsler mit 145 Euro um zwölf Euro über dem Vorjahresdurchschnitt gelegen. Dabei habe mehr als jeder dritte Umfrageteilnehmer zwischen 50 und 150 Euro gespart, so die Marktforscher weiter.

Weitere Details zu Inhalten der Studie „Wechseltätigkeit in der Kfz-Versicherung 2019“ sowie zu den kostenpflichtigen Bezugsmöglichkeiten finden sich auf dieser Yougov-Internetseite.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Kfz-Versicherung · Marktforschung · Versicherungsvertrieb · Vertriebsweg · Werbung
 
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