WERBUNG

Kein Überschwemmungsschaden? Wenn starker Regen den Keller flutet

26.11.2021 – Dringt Starkregen deswegen in den Keller eines Gebäudes ein, weil sich das Haus auf einem abschüssigen Grundstück befindet, hat dessen Besitzerin in der Regel keinen Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung durch ihren Gebäudeversicherer. Das geht aus einem Beschluss des Oberlandesgerichts Brandenburg vom 27. Februar 2021 hervor (11 U 213/20).

Bei einem Starkregenereignis im Juli 2017 war der Keller des Gebäudes der Klägerin überflutet worden. Von ihrem Gebäudeversicherer verlangte sie daraufhin, ihr den dadurch entstandenen Schaden abzüglich einer vereinbarten Selbstbeteiligung zu ersetzen.

Zur Begründung berief sich die Frau darauf, dass Schäden durch Starkregen aufgrund einer Vereinbarung mit dem Versicherer mitversichert seien.

Keine Überflutung des Versicherungs-Grundstücks

Die Assekuranz sah sich jedoch nicht in der Pflicht. Denn nach dem Wortlaut der Versicherungs-Bedingungen setze eine Ersatzpflicht eine Überflutung des Versicherungs-Grundstücks voraus.

Von einer solchen könne im Fall der Versicherten nicht ausgegangen werden. Die Wassermassen seien nämlich deswegen in den Keller eingedrungen, weil sich das versicherte Gebäude auf einem abschüssigen Grundstück befindet.

Nur Überschwemmungsschäden versichert

Weil man sich nicht einigen konnte, landete der Fall vor dem Brandenburger Oberlandesgericht. Dort erlitt die Versicherte eine Niederlage.

Das Gericht stellte zwar nicht in Abrede, dass Schadenereignisse durch Starkregen in dem Versicherungsvertrag der Klägerin grundsätzlich bis zu einem Betrag von 10.000 Euro abzüglich einer Selbstbeteiligung von 500 Euro mitversichert sind. Diese Zusage des Versicherers könne jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Bedingungsgemäß seien nämlich nur Überschwemmungsschäden versichert. Die würden zwar auch Starkregenereignisse einbeziehen. Als Überschwemmung gelte aber eine Überflutung des Bodens auf dem Versicherungsgrundstück durch eine erhebliche Wassermenge.

Regenwasser quasi ungebremst in den Keller geflossen

„Auch wenn ein versicherter Überschwemmungsschaden nicht voraussetzt, dass das gesamte Grundstück überflutet wird, ist jedoch erforderlich, dass das Wasser in erheblichem Umfange meist mit schädlichen Wirkungen nicht auf normalen Weg abfließen kann und sich Wassermengen auf der Geländeoberfläche ansammeln“, so das Gericht. In dem zu entscheidenden Fall sei es jedoch zu keiner Wasseransammlung auf dem Grundstück gekommen.

Denn das Regenwasser sei wegen der Neigung des Versicherungs-Grundstücks quasi ungebremst in den Keller geflossen. Die Berufung der Klägerin gegen das ihre Klage abweisende Urteil des Landgerichts Cottbus sei daher unbegründet.

Leserbriefe zum Artikel:

Erwin Daffner - Ein Beratungsverschulden prüfen lassen. mehr ...

+Daniel Wolf - Kollateralschaden für die Branche. mehr ...

Peter Schramm - Durch gartenbauliche Gestaltung ist es ohne Weiteres möglich, dies auszuschließen . mehr ...

+Heinz-Jürgen Busch - Unbenannten Gefahren mitversichern. mehr ...

Erwin Daffner - Unredlich, wenn dann doch nicht geleistet wird. mehr ...

Michael Buko - Auf den Vermittler werden größere Probleme zukommen. mehr ...

Ulrich Schilling - Die Lebenserfahrung sagt etwas anderes. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
AVB · Starkregen
 
WERBUNG
WERBUNG
Die GKV als Vertriebschance

Die Verdienstmöglichkeiten für Berater in Sachen Kranken-
kassen sind ohne Frage sehr begrenzt. Doch der Bereich ist aus Sicht von Kundenbindung und -service keinesfalls zu unterschätzen. Wie das Thema aktiv eingesetzt werden kann, zeigt ein neues Dossier.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Mediadaten.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Wie tickt Ihr Kunde?

In manchen Verkaufs-
gesprächen rennt man immer wieder gegen die Wand.

Woran es liegt und was Sie daran ändern können,
erfahren Sie in einem Buch
des VersicherungsJournals.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
15.9.2021 – Der Versicherungsmakler hat seinen „Versicherungs-Marktreport“ aktualisiert. Darin zeigen sich teils unterschiedliche Trends, die in den kommenden Wochen und Monaten den Markt bestimmen werden. (Bild: Marsh) mehr ...
 
26.8.2021 – Wann ist der Eintritt von Regenwasser in ein Wohngebäude als Versicherungsfall zu werten? Die Rechtsprechung ist diesbezüglich nicht gefestigt, wie der Fachanwalt Björn Thorben M. Jöhnke in seinem Gastbeitrag berichtet. In dem geschilderten Fall ging es um einen gefluteten Keller. (Bild: privat) mehr ...
 
31.7.2020 – Der Bundesgerichtshof hat sich mit der Klausel für den Ausschluss von Überschwemmungsschäden durch eine Sturmflut befasst. Eine Hausbesitzerin hatte gegen ihren zahlungsunwilligen Gebäudeversicherer geklagt. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
22.7.2020 – Als sein Hobbyraum wegen eines Rückstaus überflutet wurde, wandte sich ein Hauseigentümer an seinen Versicherer. Dieser wollte den entstandenen Schaden jedoch nicht regulieren und berief sich auf seine Versicherungs-Bedingungen. Daraufhin zog der Mann vor Gericht. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
19.6.2020 – Bei einem Starkregen war der Keller eines Wohngebäudes überflutet worden. Der Besitzer des Gebäudes hatte zwar eine Elementarschaden-Versicherung abgeschlossen, dennoch wollte der Versicherer nicht zahlen. Der Fall landete daher vor Gericht. (Bild: Fotolia/Kneschke) mehr ...
 
17.6.2020 – Ein Personenkraftwagen hatte einen Totalschaden erlitten, nachdem er durch eine überschwemmte Straße gesteuert worden war. Der Kfz-Versicherer wollte nicht zahlen, die Voraussetzungen dazu seien nicht erfüllt. So landete die Sache vor Gericht. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
15.6.2020 – Bei einem schweren Unwetter war ein Schuppen beschädigt worden. Um den wieder herzustellen, musste zuerst die Böschung erneuert werden. Weil der Gebäudeversicherer nicht für diese Kosten aufkommen wollte, landete der Fall vor Gericht. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
8.4.2020 – Fahrradversicherungen leisten längst mehr als Diebstahlschutz. Die Württembergische hat ein Komfortpaket geschnürt. Neuigkeiten aus dem Bereich Kraftfahrt melden Debeka, Provinzial Nordwest und Universa. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
29.7.2019 – Niedrige Provisionen, aber immer neue Leistungsbausteine und volle Haftung – die private Haftpflichtversicherung ist für Vermittler eine Herausforderung. Wie sich leichter damit umgehen lässt. (Bild: Harjes) mehr ...
WERBUNG