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Höhere Prämien für Cyberschutz sind absehbar

18.5.2021 – Der Cyber-Versicherungsmarkt entwickelt sich weiterhin dynamisch. Das gilt nicht nur für die Zahl der Anbieter und Nachfrager, sondern auch für das Schadengeschehen. Eine Gemeinschaftsstudie rät den Anbietern zu mehr Professionalität.

Der Cyberschutz entwickelt sich zu den wichtigsten Versicherungsleistungen am deutschen Markt. Waren 2019 erst drei Viertel der Marktteilnehmer dieser Meinung, sind es aktuell 93 Prozent.

Einen deutlichen Einfluss auf das Nachfrageverhalten hat – so eine Gemeinschaftsstudie von der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH und der Strategie- und Kommunikationsberatung Instinctif Deutschland GmbH – auch die Covid-19-Pandemie mit ihrem Digitalisierungsschub und dem Ausbau mobilen Arbeitens. In vielen Branchen sei hierdurch die Risikoexposition gestiegen, was sich positiv auf den Absatz von Cyberschutz auswirke.

Schadenerfahrung als Absatztreiber

Für die Studie „Quo vadis Cyber-Insurance 2021 – Auf Goldgräberstimmung folgt Professionalisierung“ wurden im März und April 2021 online 40 Erst- und Rückversicherer sowie 19 Groß- beziehungsweise Spezialmakler befragt.

„Die größten Motivatoren für den Abschluss einer Cyber-Deckung sind weiterhin konkrete Schadenerfahrungen, inzwischen gefolgt von der öffentlichen Berichterstattung über Cyber-Vorfälle“, sagt Professor Dr. Hubert Becker von Instinctif Partners. Für jeweils mehr als 80 Prozent der Befragten sind diese Faktoren die zentralen Absatztreiber. Bei der ersten Studie 2019 waren dies erst 63 beziehungsweise 41 Prozent (VersicherungsJournal 13.9.2019).

Aktuell beurteilen 47 Prozent der Cyberversicherer und 78 Prozent der spezialisierten Vermittler die Geschäftslage als (eher) stark. Nach Einschätzung der Studienautoren müsse sich die Branche aber nun stärker professionalisieren.

Prävention und Schadenmanagement besser steuern

„Die Unternehmen investieren massiv in IT-Sicherheit. Diesen Prozess müssen Versicherer und Vermittler aktiv begleiten“, sagt Becker. Die Versicherer müssten die Dienstleistungen in der Prävention sowie im Schaden- und Krisenmanagement stärker steuern. „Denn das Risiko wird nicht mehr sinken“, so Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. Noch habe die Branche keine Massenschäden regulieren müssen.

Reiner Will (Archivbild: Lier)
Reiner Will (Archivbild: Lier)

Lag die Schadenquote 2019 bei 88 Prozent der Studienteilnehmer noch unter 50 Prozent, kamen 2020 nur noch 47 Prozent auf einen derartigen Wert. Mehr als 30 Prozent der Befragten nannten eine Quote zwischen 50 und 75 Prozent. Die Übrigen verteilen sich praktisch gleichmäßig auf die drei Schaden-Kategorien „75 bis 100“, „100 bis 125“ und „über 125“ Prozent.

Insgesamt werde die Profitabilität als „noch gut“ beschrieben“, so die Studienautoren. Allerdings bezeichneten 13 Prozent die Profitabilität in diesem Segment als „mangelhaft“ und sieben Prozent als „ausreichend“.

Erhöhung der Prämien immer wahrscheinlicher

Die Schadenerfahrungen und die Risikoentwicklung sorgten für allgemeine Skepsis, dass die gegenwärtigen Prämienniveaus langfristig auskömmlich seien. 79 Prozent der Befragten beobachteten steigende Schadenzahlen, weshalb die Erhöhung der Prämien mittelfristig immer wahrscheinlicher werde.

Hielten 2019 noch 44 Prozent die Prämien für langfristig auskömmlich, sind es 2021 nur noch 14 Prozent. Gleichzeitig berichteten die Befragten aber über mehr prämienseitigen Wettbewerbsdruck, so Will. Bei den Bedingungen habe der Wettbewerb dagegen nachgelassen, was vielleicht auf einen Standardisierungseffekt zurückzuführen sei.

Das Hauptrisiko liege in der Betriebsunterbrechung. 2020 entfiel knapp die Hälfte des Schadenaufwands darauf, rund 30 Prozent auf die Wiederherstellung von Daten und zehn Prozent auf Drittschäden. Für Assistance wurden im Median 20 Prozent aufgewendet, dabei schwankte dieser Aufwand allerdings zwischen fünf und 100 Prozent.

Prävention nicht nur für Große

Diese Leistungen seien ein „sehr relevanter Teil“ der Unterstützungsleistung, so Becker. Sie sollten daher auch im Vertrieb eine stärkere Rolle spielen. Bisher gebe es Assistance zur Prävention und zur Risikominimierung oft nur für große Kunden. „Prävention ist noch kein Standard – weder beim Angebot noch bei der Nachfrage. Das ist eine Baustelle, an der es noch zu arbeiten gilt“, so Becker.

Die wichtigste Unterstützungsleistung ist die IT-Forensik mit einer Inanspruchnahme von mehr als 50 Prozent. Beratungen in Rechtsfragen oder in der Krisenkommunikation sind in etwa 15 Prozent der Fälle relevant.

Die Studie kann unter diesem Link angefordert werden.

Leserbriefe zum Artikel:

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Assistance · Coronavirus · Cyberversicherung · Digitalisierung · Rating · Steuern · Strategie · Versicherungsmarkt
 
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