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Heißer Herbst in der Autoversicherung

11.10.2018 – Nach wie vor haben die meisten Autoversicherungen den 1. Januar als Hauptfälligkeitstermin. Der Herbst bleibt damit die Zeit des Jahreswechselgeschäftes in der Sparte. Nach einigen eher ruhigeren Jahren scheint der Wettbewerb wieder zuzulegen. Bei den Tarifen geht es weitgehend klassisch zu – Telematik dümpelt weiterhin vor sich hin.

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Die Preisdisziplin bei den Autoversicherern scheint nach einigen Jahren mit leichten Gewinnen wieder zu bröckeln (VersicherungsJournal 25.9.2018). Dies zeigen beispielsweise auch die Meldungen über neue Tarife.

Über den letzten Preiszyklus von 2008 bis 2013 haben die Autoversicherer rund 1,5 Milliarden Euro Verlust gemacht (VersicherungsJournal 19.2.2014). Danach sah es zunächst zwar besser aus, aber der Trend hat sich nach einem Jahr wieder verschlechtert (VersicherungsJournal 15.1.2018).

Das Telematik-Angebot schrumpft

Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung bleiben nach Einschätzung der Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH in Deutschland ein Nischenthema. Aktuell böten nur noch elf Gesellschaften Tarife an, die das Fahrverhalten ihrer Kunden überwachen und für bestimmtes Fahren Rabatte gewähren.

Die Anbieter Admiral Direkt.de GmbH, Allsecur Deutschland AG und Bavaria Direkt (eine Marke der OVAG – Ostdeutsche Versicherung AG) haben sich seit letztem Jahr aus dem Markt zurückgezogen.

Experten schätzen den Telematik-Markt in Deutschland auf rund 230.000 Policen. Davon halten allein die Autoversicherer der beiden Versicherungskonzerne Allianz und Huk-Coburg zusammen rund 150.000, so Finanztip.

Finanztip warnt vor Mehrkosten

„Die meisten Telematik-Angebote richten sich in Deutschland ausschließlich an junge Fahranfänger“, sagt Arne Düsterhöft von Finanztip. Dass sich Versicherer und Automobilhersteller immer darum stritten, wem die im Auto gesammelten Daten gehörten, bremse zudem die Marktdurchdringung.

Die Rabatte von bis zu 30 Prozent für bestimmte Fahrweisen seien Spitzenwerte, „die nur mit sehr Telematik-freundlichem Fahren erreichen werden können“, so Düsterhöft. Er warnt vor Tarifen, die eine schlechte Fahrweise sanktionieren: „Bei der Cosmos Versicherung AG zahlen Autofahrer drauf, wenn der Telematik-Score zu weit abrutscht.“

Schadenfreies Fahren können Versicherer auch ohne Telematik honorieren und damit fördern – zum einen natürlich über den Schadenfreiheitsrabatt, zum anderen aber auch durch Rückvergütungen, die aber immer mehr aus der Mode gekommen sind.

DEVK zahlt an gute Fahrer Beitrag zurück

Als einziger größerer Kfz-Versicherer in Deutschland erstatten die DEVK-Versicherungen 650.000 Vollkaskoversicherten, die 2017 schadenfrei geblieben sind, eine Rückvergütung.

Je nach Schadenfreiheitsklasse erhielten die Kunden zwischen sieben (ab SF 20) und 15 Prozent (ab SF 35) ihres Jahresnettobeitrags zur Kaskoversicherung zurück. Die individuelle Rückvergütung wird mit dem Beitrag, der zum 1. Januar 2019 fällig wird, verrechnet. Insgesamt schüttet der Versicherer 12,3 Millionen Euro aus.

Wer zum 1. Januar 2019 zu einer anderen Kfz-Versicherung wechselt, erhält keine Rückzahlung. Die DEVK will ihre Kfz-Versicherten auch 2019 wieder beteiligen.

Im Prinzip ein weiterer Anbieter

Die ADAC Autoversicherung AG bietet zum anstehenden Wechselgeschäft erstmals auch Nichtmitgliedern des Automobilclubs eine Kfz-Police an. Die Gesellschaft ist bis 2020 noch ein Joint-Venture der ADAC Versicherung AG und der Zurich Gruppe Deutschland; danach löst die Allianz die Zurich als Mehrheitspartner ab.

ADAC-Mitglieder, die zur ADAC Autoversicherung wechseln, erhalten zehn Prozent Rabatt auf die Prämie, wenn sie seit zehn Jahren Mitglied sind, beziehungsweise fünf Prozent Rabatt bei einer jüngeren Clubzugehörigkeit.

Mindestleistungen für den Automobilclub sind: 100 Millionen Euro Deckungssumme, der Rabattschutz, eine Neupreis- oder Kaufpreisentschädigung in der Vollkasko bei Komforttarifen von bis zu 24 Monaten (bei Totalschaden) beziehungsweise von mindestens zwölf Monate (bei Diebstahl), den Verzicht des Einwandes der groben Fahrlässigkeit (Ausnahme bei grob fahrlässig herbeigeführtem Diebstahl sowie Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss) und die Mallorca-Deckung.

Allianz versichert Kleinflotten wie Privat-Pkw

Die Allianz Versicherungs-AG weitet ihr Produktkonzept „Allianz Autoversicherung“ auf Kleinflotten und weitere Fahrzeuge für Firmenkunden aus. Auch im neuen Tarif für gewerbliche Flotten von drei bis 14 Fahrzeugen gibt es seit Anfang Oktober keine Kleinst-Differenzierungen in der Grunddeckung mehr. Die Fahrzeuge werden nach individuellem Schadenfreiheitsrabatt (SFR) eingestuft.

Schäden durch eigene Fahrzeuge am eigenen Eigentum sind bis zu 50.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug versichert. In Teilkasko und Vollkasko sind Sonderausstattungen bis 100.000 Euro beitragsfrei mitversichert.

In der Vollkaskoversicherung ist bei einem Totalschaden oder Diebstahl innerhalb der ersten 18 Monate eine Neu- beziehungsweise Kaufpreisentschädigung für gebrauchte Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse enthalten.

Zusatzdeckungen für Firmenkunden

In der Teilkaskoversicherung sind unter anderem Tierbisse inklusive Folgeschäden, Bergungs- und Abschleppkosten sowie Entsorgungskosten mitversichert.

Erstmals gibt es für Firmenkunden Bausteine wie im Privatkundengeschäft, nämlich: Der „RabattSchutz“, der bei einem eigenverschuldeten Schaden pro Jahr eine Rückstufung in eine höhere Schadenfreiheitsklasse erlaubt, und er kann auch auf Vollkaskoversicherung ausgedehnt werden.

Der Baustein „WerterhaltGarantie“ fängt im Schadenfall bis zu 36 Monate nach Zulassung den Wertverlust des Fahrzeugs auf. Zusätzlich ist in diesem Baustein die Gap-Deckung mit enthalten.

Beim „WerkstattBonus“ gibt es einen Preisnachlass auf die Kaskoversicherung von zehn Prozent (inklusive weiterer Serviceleistungen wie zum Beispiel Hol- und Bring-Service, kostenloser Ersatzwagen und Fahrzeugreinigung), wenn im Schadenfall eine Allianz-Partnerwerkstatt genutzt wird.

Preis im Fokus

Die Allianz begleitet das Jahreswechselgeschäft seit September mit einer neuen Kfz-Werbekampagne, die mit dem Motto „Günstiger als du denkst“ vor allem auf die Preiswahrnehmung abzielt. Nach eigener Einschätzung halten „viele der Kfz-Versicherungskunden die Allianz Autoversicherung für deutlich teurer, als sie tatsächlich ist“.

Da das Produkt viele Merkmale in die Preisberechnung einbezieht, kommt man eigenen Angaben zufolge auf mehr als zwei Billiarden Preise. Dem zufolge werde die Allianz in Preisvergleichen, die nur wenige Beispiele betrachteten, unterschiedlich preiswert eingestuft.

Nürnberger bietet kostenlosen Baustein für E-Fahrzeuge

Bei ihrem neuen K-Tarif (Kompakt-Tarif) wirbt die Nürnberger Allgemeinen Versicherungs-AG mit einem Bonus von zehn Prozent im ersten Jahr. Bei diesem Tarif gilt die Gap-Deckung ab sofort auch für kreditfinanzierte Pkws. Im Komforttarif wird im Fall eines Verlustes oder Totalschadens der Anschaffungswert bis zu zwölf Monate nach Fahrzeugkauf ersetzt (mit Baustein „Kasko Plus“ bis zu 24 Monaten; im Kompakttarif sind es sechs Monate).

Der Versicherungsschutz umfasst alle Schäden an allen Fahrzeugteilen, die unmittelbar durch Tierbiss verursacht werden; auch Defekte im Innenraum des Kfz. Die Entschädigungsgrenze für Folgeschäden wurden im Komforttarif auf 3.000 Euro erhöht und bis zu 10.000 Euro im Baustein „Kasko Plus“.

Im Komfort-Tarif ist der kostenlose Zubehör-Baustein „Elektro Plus“ enthalten. Hier leistet der Versicherer Pannenhilfe bei leeren Akkus und trägt die Kosten für den Abschleppdienst. Wird der Akku durch Fehler beim Laden beschädigt, werden die Kosten für den Austausch ersetzt.

Verti kooperiert mit Mazda

Der Automobilhersteller Mazda Motors (Deutschland) GmbH hat sich mit einer Kooperation mit der Verti Versicherung AG im Bereich der Kraftfahrzeug-Versicherung neu aufgestellt. Die neue Mazda Versicherung bietet Händlern und ihren Kunden ein Versicherungsangebot für Privat- und Gewerbekunden im Neu- und Gebrauchtwagenbereich.

Die Leistungen umfassen beispielsweise eine Neupreisentschädigung von 24 Monaten bei Totalschaden oder Diebstahl, eine Fahrerschutzversicherung, den Rabattschutz „Nix-Passiert-Tarif“ und eine bevorzugte Einstufung von Zweitfahrzeugen im Haushalt.

Rhion setzt neue Technik ein

Einem Medienbericht zufolge baut auch die Rhion Versicherung AG ihr Kraftfahrzeuggeschäft aus und hat mit „ONdrive“ ein neues Deckungskonzept auf den Markt gebracht. Danach nutzt der Maklerversicherer der Rheinland-Versicherungen den Informationspool hinter der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), um die Angebotserstellung über einen Online-Tarifrechner zu vereinfachen.

Für bestimmte Fahrerassistenzsysteme wie Park- und Rangierassistent verspricht der Versicherer einen „interessanten Rabatt“. Auf Wunsch erhält der Kunde mit der Antragsannahme und Policierung eine Wertermittlung für sein Fahrzeug als kostenlosen Zusatzservice.

Hund wird mitversichert

Besonderheiten in den beiden höherwertigen Varianten sind die Neuwertentschädigung bis 24 Monate in „Plus“ beziehungsweise 30 Monate in „Premium“ nach Erstzulassung bei Totalschaden oder Verlust des Fahrzeugs (Erstbesitz), der Mietwagen bei Totalschaden/Diebstahl, der Ausland-Schadenschutz bei einem unverschuldeten Unfall im Ausland und die Erstattung von Sachschäden durch den Gebrauch des eigenen Pkw an eigenen Sachen bis 100.000 Euro.

Unbegrenzt sind Sonderausstattungen in „Premium“ und die Übernahme der Zulassungs- und Überführungskosten nach Totalschaden mitversichert. Zudem gibt es keinen Abzug „neu für alt“.

Dazu gibt es eine Reihe von Bausteinen, darunter auch „Hund an Bord“. Damit ist der Vierbeiner beim Transport im versicherten Fahrzeug bei einer Verletzung infolge eines Autounfalls versichert. Übernommen werden beispielsweise Behandlungen/Operationen bis zu 5.000 Euro und die Bestattungskosten bis 350 Euro.

Cardif sichert Bauteile ab

Der Kraftfahrzeugfinanzierer Creditplus Bank AG bietet in Zusammenarbeit mit der Cardif Allgemeine Versicherung, Zweigniederlassungen für Deutschland der Cardif-Assurances Risques Divers S.A. die Produkte „CarPlus“ und „BikePlus“ an, welche Schäden an Bauteilen des Fahrzeugs nach Ablauf der Gewährleistung beziehungsweise nach Ablauf der Anschlussgarantie absichern.

Im Schadenfall werden die Lohnkosten voll und die Materialkosten gestaffelt und mit Selbstbehalt übernommen. Die Höhe der Selbstbeteilig orientiert sich an der Kilometerlaufleistung des Fahrzeugs.

Bei speziellen Fahrzeugtypen – wie zum Beispiel exklusiven Sportfahrzeugen bestimmter Marken und Modelle – sowie bei Fahrzeugen, die zum Zeitpunkt des Schadensfalls älter als sieben Jahre sind, umfasst der Schutz die Kostenübernahme bis 1.500 Euro für Autos und bis 1.250 Euro für Krafträder.

Bei der Absicherung können Laufzeiten zwischen 24 und 48 Monaten bei einer maximalen Kilometerlaufleistung des Fahrzeugs von 200.000 km gewählt werden. Versichert werden sowohl Neu- als auch Gebrauchtfahrzeuge bis zu einem Alter von sieben Jahren: Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen mit maximal 272 PS sowie Motorräder, Quads und Roller bis maximal zwei Liter Hubraum.

 
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