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Grundfähigkeitsschutz der Swiss Life kommt in drei Varianten

3.7.2018 – Der Versicherer Swiss Life hat seine Grundfähigkeits-Versicherung überarbeitet. Insgesamt gab es dabei Änderungen im Detail, der Schutz wurde für zwei Kernzielgruppen leicht erweitert, und es gibt nun die Möglichkeit zur Teilkapitalisierung, fasst Makler Philip Wenzel seine Analyse zusammen. Der Tarif weist einige Zusatzleistungen im Bereich der Klinik- und Metallrente aus. Die Versorgungswerke bieten den „Vitalschutz“ seit dem 1. Juli an.

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Als die Chicago Bulls um Michael Jordan Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die beste Mannschaft im Basketball stellten, haben sie ganz einfach nichts verändert, um auch in der nächsten Saison wieder die Besten zu sein. „No news are good news“, hieß es damals immer.

Philip Wenzel (Bild: privat)
Philip Wenzel (Bild: privat)

Der „Swiss Life Vitalschutz“ der Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland war mit seinem Erscheinen (VersicherungsJournal 1.10.2015) sofort einer der Top-Drei-Tarife unter den Grundfähigkeits-Versicherungen am Markt. Er kann diese Position auch ohne große Änderungen im nun zum 1. Juli neu aufgelegten Tarif ohne Probleme halten.

Interessant sind die zusätzlichen Leistungen des „Vitalschutzes“ der Metallrente GmbH und Klinikrente Versorgungswerk GmbH. Die Versorgungswerke haben den Schutz seit Anfang des Monats ebenfalls im Programm.

AVB sind gut zu lesen

Bemerkenswerterweise bleibt aber die am ehesten zu erwartende Bedingungsverbesserung aus. Auch im neuen Tarif bleibt der Prognosezeitraum bei zwölf Monaten und ist nur bei dem Leistungsauslöser Pflegebedürftigkeit auf sechs Monate verkürzt.

Die Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen sind nach wie vor sehr gut zu lesen. Die Swiss Life vermeidet Wiederholungen und unkommentierte Querverweise.

Während in anderen Bedingungswerken auch mal zu lesen ist, dass die Leistung nach § 3 nur dann geleistet wird, wenn die Bedingungen des § 9 erfüllt sind, erklärt die Swiss Life bei den wenigen Verweisen schon im Text, worum es grob geht. So kann es sich der Leser in den meisten Fällen sparen, gleich zu der verwiesenen Stelle zu springen, und diese erst dann genauer lesen, wenn er so weit ist.

Leistungsauslöser sauber definiert

Bei den Leistungsauslösern wurde grundsätzlich nichts geändert. Alle sind sauber definiert und erlauben wenig Raum für Interpretationen.

Einzig beim Sprachverlust gestaltet es sich nach wie vor nicht optimal, da hier vorgesehen ist, dass das soziale Umfeld des Versicherten ihn verstehen muss. Gerade seine Angehörigen werden ihn jedoch auch noch bei einer gravierenden Verschlechterung des Vermögens verstehen, ein unbeteiligter Dritter aber viel eher schon nicht.

Wir kennen dieses Phänomen alle umgekehrt von begeisterten Eltern, die aus dem unverständlichen Gebrabbel ihres Babys das Aufsagen des kategorischen Imperativs heraushören. Hier könnte auf den unbeteiligten Dritten verwiesen werden und schon wäre der Leistungsauslöser deutlich verbessert.

„Gebrauch einer Hand“ an Zielgruppe angepasst

Interessant ist, dass der Leistungsauslöser „Gebrauch einer Hand“ bei der Klinik- und der Metallrente an die Zielgruppe angepasst wurde. Zusätzlich wird bei der Klinikrente geleistet, wenn sich der Versicherte keinen Schutzhandschuh mehr anziehen kann. Bei der Metallrente wiederum wird geleistet, wenn man außerstande ist, eine Flügelschraube fünf Umdrehungen ein- und wieder herauszudrehen.

Ob das nun wirklich zu mehr Leistungsfällen führt, sei dahingestellt. Aber es ist gelungenes Marketing.

Was marketingtechnisch schwer zu bewerten ist, sind die unterschiedlichen Bezeichnungen der Produkte. Alle drei Tarife gibt es in einer Basis-Version, einer Version „mit Intellekt“ und „eigenverantwortlichem Handeln“ und einer Version, in der zusätzlich Schizophrenie und schwere Depression abgesichert sind.

Bei der Klinikrente heißen die Tarife M, L und XL, bei der Metallrente „Vital“, „Komfort“ und „Premium“ und beim Angebot für den gewöhnlichen Menschen recht ungewöhnlich „Power“, „Spirit“ und „Complete“.

Neuer Leistungsauslöser

Sowohl für die Klinik- als auch für die Metallrente gibt es eine Einmalzahlung bei einem Wegeunfall in Höhe von drei Monatsrenten. Wegeunfälle sind nicht besonders häufig (VersicherungsJournal 18.4.2018) und die Leistung ist nicht besonders hoch, aber vertrieblich ist das sicherlich als Argument zu nutzen.

In jeder Variante gibt es den neuen Leistungsauslöser, der leistet, wenn man nicht mehr im öffentlichen Personennahverkehr (ÖVNP) fahren kann. Das ist eine gut zu vermittelnde Idee, geht aber zumindest gefühlt an der Zielgruppe vorbei.

Viel interessanter wäre dieser Auslöser für Schüler, die ja nun größtenteils kein Auto haben und täglich mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Schule fahren. Hätte der „Vitalschutz“ dann noch eine Option auf Abschluss einer Berufsunfähigkeits-Versicherung bei Beginn einer Ausbildung, wäre das eine runde Sache.

Teilkapitalisierung möglich

Sehr sinnvoll erscheint auch die Möglichkeit einer Teilkapitalisierung, wenn der Versicherte eine der Grundfähigkeiten des Mobilitätspakets verliert – also Gehen, Treppensteigen, Autofahren, Nutzung des ÖPNV. Dann darf er sich maximal zwölf Monatsrenten auszahlen lassen und bezieht dafür eine reduzierte Rente.

Der Nutzen: In einigen Fällen ist vielleicht eine Anschaffung notwendig, die nicht von der Krankenkasse voll übernommen wird. So aber kann sich der Versicherte ein notwendiges Hilfsmittel in guter Ausstattung leisten.

Auch interessant ist die Idee mit dem Update-Recht. Bei zukünftigen Leistungsverbesserungen des „Vitalsschutzes“ besteht einmalig die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung in den neuen Tarif zu wechseln. Dieses gilt aber nicht für neu hinzukommende Leistungsauslöser, was dann wiederum die Frage aufwirft, was der Kunde davon hat. Es ist jedoch immer besser, ein Anrecht zu haben, als es nicht zu haben.

Verbesserung im Detail

Unterm Strich betrachtet wurde der bestehende Tarif um gutes und anderes Marketing ergänzt, für zwei Kernzielgruppen leicht erweitert und insgesamt im Detail verbessert.

Der 38-jährige Mechatroniker zahlt für 1.000 Euro Rente bis 67 bei einen Prozent Leistungsdynamik 79,76 Euro (Brutto 99,70 Euro) im Monat („Complete“-Tarif). In der Metallrente zahlt er 78,46 Euro (Brutto 98.08 Euro). Die Krankenschwester zahlt in der Klinikrente ebenfalls 78,46 Euro (Brutto 98.08 Euro).

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

 
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