GKV-Beiträge im Rückwärtsgang

3.12.2018 – Soweit die gesetzlichen Krankenkassen sich bereits zu ihren Zusatzbeiträgen im kommenden Jahr geäußert haben, überwiegen die Ankündigungen von sinkenden oder stabilen Sätzen. Erhöhungen sind die Ausnahme. Das zeigt eine Übersicht der Krankenkassennetz.de GmbH.

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben nach Angaben des Bundesgesundheits-Ministeriums (BMG) bis Mitte 2018 Finanzreserven von 20 Milliarden Euro angesammelt. Bundesgesundheits-Minister Jens Spahn kommentierte die Finanzentwicklung wie folgt:

„Unser Versichertenentlastungs-Gesetz ist der richtige Schritt. Die Reserven der Kassen steigen wegen der guten wirtschaftlichen Lage immer weiter an. Davon sollen auch die Beitragszahler profitieren. Deshalb müssen die Krankenkassen mit zu hohen Finanzreserven künftig einen Teil ihrer Rücklagen über geringere Zusatzbeiträge abbauen“, (VersicherungsJournal 5.9.2018).

Durch das GKV-Versicherten-Entlastungsgesetz wird diese Forderung verbindlich. Ab 2020 müssen die Kassen Teile ihrer Rücklagen abbauen (VersicherungsJournal 19.10.2018, 6.8.2018).

Tendenziell sinkt der Beitrag

Für 2019 hat der Minister den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,0 auf 0,9 Prozent reduziert (VersicherungsJournal Medienspiegel 12.10.2018). Das sagt jedoch nichts aus über den Zusatzbeitrag, den die einzelnen Kassen tatsächlich verlangen.

Im Laufe des Monats werden die meisten von ihnen bekannt geben, was die Versicherten ab dem Jahreswechsel neben dem Grundbeitragssatz von 14,6 Prozent zusätzlich zu zahlen haben.

Einige Kassen haben sich bereits geäußert. Das zeigt die Übersicht der Krankenkassennetz.de GmbH auf deren Internetseite Zusatzbeitrag-2019.de über 82 Anbieter.

Hier wird es billiger oder bleibt gleich

Die AOK Bremen / Bremerhaven hat sich bereits entschieden, den Zusatzbeitrag ab Januar von 0,8 auf 0,7 Prozent zu senken. Die AOK Rheinland-Hamburg reduziert von 1,4 auf 1,1 Prozent. Die BKK Firmus verringert von 0,6 auf 0,44 Prozent.

Die Techniker Krankenkasse (derzeit 0,9 Prozent) und Viactiv Krankenkasse (1,7 Prozent) stellen Absenkungen in Aussicht. Die BKK Pfaff gab vor der Sitzung ihres Verwaltungsrates schon bekannt: „Es ist nicht mit einer Erhöhung des Zusatzbeitrages zu rechnen.“

Keine Änderung planen die BKK Akzo Nobel Bayern (derzeit 0,5 Prozent), die BKK Exklusiv (0,99 Prozent), die DAK Gesundheit (1,5 Prozent), die Knappschaft (1,1 Prozent), die R+V Betriebskrankenkasse (0,9 Prozent) und die SKD BKK (0,7 Prozent).

Teilweise wird erhöht

Neben den fünf Kassen, die das Senken des ergänzenden Obolus angekündigt haben und den sechs Körperschaften mit stabilen Sätzen sind jene mit Erhöhungsambitionen derzeit in der Minderheit.

Die BKK Wirtschaft & Finanzen (1,1 Prozent) stellt eine „moderate Erhöhung des Zusatzbeitrages“ in Aussicht.

„Erheblich teurer wird es voraussichtlich für die Versicherten der Regionalkasse Metzinger BKK, weil diese zum Jahreswechsel mit der MH Plus BKK fusionieren wird. Derzeit ist Metzinger die einzige ohne einen Zusatzbeitrag, während die MH Plus derzeit noch einen zusätzlichen Beitrag von 1,1 Prozent erhebt“, teilte Krankenkassennetz.de mit.

Die Internetseite Zusatzbeitrag-2019.de wird laufend aktualisiert.

 
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