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Generation Mitte: Vorsorgesparen wird zum Fremdwort

20.9.2018 – Der langanhaltende Wirtschaftsaufschwung in Deutschland sorgt für finanzielle Sicherheit, besonders für die Generation Mitte. Mit deren Einstellung und Sparwillen beschäftigt sich eine für den Versichererverband erstellte aktuelle Studie. 75 Prozent der hierfür Befragten sind der Meinung, dass es zwar vernünftig ist, Geld zurückzulegen, man habe aber keine Lust, sich deshalb einzuschränken. GDV-Präsident Wolfgang Weiler sagte vor der Presse in Berlin, die Umfrageergebnisse machten einen schon nachdenklich.

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Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat für die Versicherungswirtschaft bereits zum sechsten Mal die Befindlichkeiten der Generation Mitte, also der 30- bis 59-Jährigen, untersucht. IfD-Geschäftsführerin Professorin Dr. Renate Köcher erläuterte am Mittwoch gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Umfrageergebnisse.

Renate Köcher (Bild: Brüss)
Renate Köcher (Bild: Brüss)

Gute wirtschaftliche Situation

Das IfD hatte zwischen dem 2. und 18. Juli 2018 insgesamt 1.048 Interviews mit Personen der Altersgruppe der Generation Mitte geführt.

Der Umfrage zufolge ist es dieser mittleren Generation wirtschaftlich noch nie so gut gegangen. Aber trotz „der materiellen Zufriedenheit ist die Generation Mitte durch die weltweiten Krisen, den Verlust an politischer Stabilität in Deutschland und die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas zutiefst verunsichert“, erklärte die Marktforscherin Köcher vor der Presse in Berlin.

42 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass es ihnen heute wirtschaftlich besser gehe als vor fünf Jahren. Dass sich die eigene wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, haben 18 Prozent der Befragten zu Protokoll gegeben.

Generation sorglos

Ein Vergleich der Generation Mitte mit der Situation der eigenen Eltern zeigt, dass heute eher die „Generation sorglos“ lebt. Auf die Frage, was im Leben wichtig ist, meinten zwar 82 Prozent die eigene finanzielle Unabhängigkeit. Auf dem letzten Platz der 23 abgefragten Punkte landete aber mit 14 Prozent der Aspekt Sparsamkeit.

Bei Urlaubsreisen glauben 64 Prozent der Befragten, heute besser dazustehen als ihre Eltern damals (zwölf Prozent). Und sich im Alltag immer mal wieder etwas leisten zu können, gaben 61 Prozent der Befragten als heute angesagt an.

Die Eltern haben eher sparen und Wohneigentum schaffen können

Nur elf Prozent der Befragten glauben, dass ihre Eltern damals bessergestellt waren. Ganz anders sehen die Ergebnisse für die Altersvorsorge aus. 39 Prozent sind der Meinung, dass es den Eltern leichtergefallen ist, Geld beiseitezulegen. Nur 28 Prozent glauben, dass das heute leichter geht.

Wolfgang Weiler (Bild: Brüss)
Wolfgang Weiler (Bild: Brüss)

Beim Wohneigentum sind 41 Prozent der Befragten überzeugt, dass ihre Eltern es beim Immobilienerwerb leichter gehabt hätten. Nur 27 Prozent glauben, beim Erwerb von Wohneigentum heute die besseren Karten zu haben.

Stabile Rahmenbedingungen bei Rente schaffen

Der GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler sagte: „Es muss uns alarmieren, wenn die Generation Mitte sich das Sparen spart.“ Dem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ließen die 30- bis 59-Jährigen keine Taten folgen, so Weiler weiter. Dabei glaubten 56 Prozent der Befragten, dass die eigene Rente unsicher ist und der Lebensstand nicht gehalten werden kann.

Über eines dürfe man sich nicht hinwegtäuschen, ergänzte Weiler. Die demografische Ruhepause werde nur noch wenige Jahre anhalten, dann gingen die Babyboomer in Rente. Er forderte von der Politik verlässliche und stabile Rahmenbedingungen in der Altersvorsorge.

Weitere Ergebnisse liefert die Präsentation zur Umfrage, die unter diesem Link (PDF-Datei, 6,72 MB) zur Verfügung steht.

Leserbriefe zum Artikel:

Susanne Richter - Nur Fragen beantwortet, die auch gestellt wurden. mehr ...

Wilfried Strassnig - Statt Altersvorsorge wird Urlaub empfohlen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Berufsverband · Gewerbeordnung · Immobilie · Marktforschung · Rente · Vorsorgesparen · Zielgruppe
 
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