Geldanlage 2019: Totgesagte leben länger

13.3.2019 – Das Sicherheitsbedürfnis spielt in der Geldanlage nach wie vor eine wichtige Rolle, aber auch die Diversifikation. 2019 erfreuen sich Produkte wie Sparbücher, Bausparverträge und Lebensversicherungen bei den Bürgern wieder größerer Beliebtheit. Aber auch das Interesse an Fonds und Aktien nimmt zu, wie die aktuelle „Anlegerstudie 2019“ der Gothaer zeigt.

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Besonders mutig waren die Deutschen in Sachen Geldanlage noch nie. Mittlerweile gewinnt der Faktor Sicherheit wieder mehr Bedeutung. Hintergrund ist die steigende politische Unsicherheit. Dennoch stellen sich die Sparer bei ihren Investitionen breiter auf und nutzen vielfältige Anlageformen. Dabei ist die Bereitschaft gestiegen, ein höheres Risiko einzugehen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen Studie zum Anlageverhalten der Deutschen, die die Gothaer Asset Management AG von der Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH bereits zum zehnten Mal durchführen ließ.

Für die „Anlegerstudie 2019“ befragten die Sozialforscher vom Ende Januar 1.023 Bundesbürger ab 18 Jahren mithilfe computergestützter Telefoninterviews. Die Befragten wurden nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählt.

Sicherheitsbedürfnis steigt

Das Anlageverhalten der Deutschen orientiert sich noch stärker an den politischen Rahmenbedingungen. 31 Prozent der Bürger geben an, dass dieser Umstand ihre Anlage-Entscheidungen beeinflusst, im Vorjahr waren es nur 21 Prozent (VersicherungsJournal 16.2.2018).

Zunehmenden Einfluss auf das Anlageverhalten hat auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland (39 Prozent, Vorjahr 33 Prozent).

Wie bereits in den Vorgänger-Studien steigt das Sicherheitsbedürfnis in der Geldanlage: Für 57 Prozent der Befragten ist die Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Geldanlage. 2018 waren es mit 52 Prozent noch fünf Prozentpunkte weniger. 2015 waren es nur 43 Prozent.

Gothaer „Anlegerstudie 2019“ (Bild: Gothaer Asset Management AG)
Gothaer „Anlegerstudie 2019“ (Bild: Gothaer Asset Management AG)

Sparbuch und Lebensversicherungen erleben Comeback

Entsprechend der zunehmenden Sicherheits-Orientierung bei der Geldanlage steigen Investitionen in risikoarme Anlageformen wie Sparbücher, Bausparverträge und Lebensversicherungen wieder an, während 2018 noch eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten war.

Das klassische Sparbuch erfreut sich wieder steigender Beliebtheit: Es liegt im Ranking der Anlage-Varianten aktuell mit 48 Prozent an erster Stelle. 2018 waren es mit 39 Prozent immerhin neun Prozent weniger.

Ähnlich ergeht es Bausparverträgen: 2018 investierten hier 28 Prozent der Deutschen. 2019 sind es wieder 32 Prozent. Auch die Lebensversicherung steigt wieder in der Gunst der Anleger: Diese Form präferieren aktuell 29 Prozent der Deutschen. Im Vorjahr waren es nur 25 Prozent.

Starke Zuwächse verzeichnet auch Betongold: Immobilien als Investition wählen 36 Prozent. 2018 waren es nur 26 Prozent.

Interesse an Fonds steigt

Einen gegenläufigen Trend stellten die Studienautoren dagegen bei Fonds fest. Auch diese Anlageform steigt auf der Beliebtheitsskala. Mehr als jeder vierte Sparer investiert mittlerweile in Fonds. 2017 waren es nur 17 Prozent (VersicherungsJournal 20.2.2017), 2018 schon 20 Prozent.

Bei der Fondsauswahl liegen Aktien- und Mischfonds mit je 40 Prozent weiter vorne, jeder fünfte Bundesbürger investiert auch in Rentenfonds. Ein deutliches Plus verzeichnen aktuell vermögensverwaltende Fonds: während sich 2018 nur drei Prozent der Fondssparer für dieses Instrument entschieden, sind es aktuell schon zwölf Prozent.

Die gestiegene Nachfrage nach Fonds basiert wohl auf der Hoffnung auf höhere Gewinne: Nach Anlageformen mit besserer Rendite-Erwartung gefragt, nennen 31 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an erster Stelle Immobilien, gefolgt von Aktien und Fonds.

Bei Aktien liegen Dax-Konzerne vorne

Aktien bezeichneten 26 Prozent der Befragten als renditestark und 15 Prozent Fonds. Vor einem Jahr waren dies bei Aktien ebenfalls 26 Prozent, bei Fonds elf Prozent. 34 Prozent der Teilnehmer nannten keine Alternative.

Anlässlich des bevorstehenden Tags der Aktie am 18. März hat die Consorsbank, eine Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, ausgewertet, welche 30 Aktien in den Depots der Privatanleger am häufigsten vertreten sind.

Dabei stammen 19 der 30 Top-Aktien aus dem Deutschen Aktienindex (Dax): In den meisten privaten Depots ist nach wie vor Papiere der Deutschen Telekom AG zu finden. Auf den Plätzen zwei bis sechs folgen mit Daimler AG, Deutsche Bank AG, BASF SE, Allianz SE und Siemens AG weitere Dax-Werte.

Geldanlage im Aufwind

Insgesamt, so die Anlegerstudie 2019 der Gothaer, steigt die Bereitschaft zur Geldanlage bei den Deutschen wieder: Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, derzeit gar nicht zu investieren. Im Vorjahr war dieser Wert mit 20 Prozent deutlich höher.

Die Risikobereitschaft der Bundesbürger ist unverändert niedrig: Nur 27 Prozent der Befragten wären bereit, bei der Geldanlage zu Gunsten einer höheren Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen (2018: 26 Prozent).

Gothaer „Anlegerstudie 2019“ (Bild: Gothaer Asset Management AG)
Gothaer „Anlegerstudie 2019“ (Bild: Gothaer Asset Management AG)

Ängste vor Inflation und Altersarmut sind rückläufig

„Erstaunlicherweise ist die Zahl der Befragten, die die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für richtig halten, spürbar gestiegen“, so die Auswertung der Gothaer. Während die Zustimmung zu dieser Politik 2018 nur bei 33 Prozent lag, halten mittlerweile 39 Prozent der Bundesbürger die Niedrigzinspolitik der EZB für richtig.

Für ebenfalls „bemerkenswert“ halten die Studienautoren, dass die Angst vor einer Inflation zum ersten Mal seit Jahren rückläufig ist. 58 Prozent der Befragten befürchten aktuell, dass es zu einem starken Preisanstieg und zu einer Entwertung der Geldanlagen kommt. 2018 und 2017 waren es jeweils noch 63 Prozent.

Auch die Sorge um einen sinkenden Lebensstandard treibt weniger Bürger um: Über alle Altersgruppen der Befragten fürchten 45 Prozent der Deutschen, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen, um ihren jetzigen Lebensstandard zu halten. 2018 war es noch die Hälfte der Bürger.

Leserbriefe zum Artikel:

Rolf Kischkat - Sparbuch bringt nur Verluste. mehr ...

Frank Leonhard - Sicherheitsversprechen für Spareinlagen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersarmut · Bausparen · Beitragsrückerstattung · Immobilie · Lebensversicherung · Marktforschung · Ranking · Rente
 
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