GDV nennt die häufigsten Invaliditäts-Ursachen

30.11.2018 – 2016 war fast jeder dritte Fall von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit (BU und EU) auf psychische und Nervenkrankheiten zurückzuführen. Zweithäufigste Ursache waren Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparats, gefolgt von Krebs- beziehungsweise sonstige Erkrankungen. Dies geht aus Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft hervor.

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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat am Donnerstag neue Zahlen zum Markt der Invaliditätsabsicherung veröffentlicht. Die Daten basieren auf einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen, die etwa 80 Prozent des Marktes für Policen zum Schutz gegen Berufsunfähigkeit (BU) repräsentieren.

Erst letzte Woche hatte der Verband ausgewählte Zahlen zu durchschnittlichen Rentenhöhen, zur Leistungsquote, zu den Ablehnungsgründen und zu Regulierungsdauer bekannt gegeben (VersicherungsJournal 26.11.2018).

Nervenkrankheiten sind häufigste Ursache

Nach aktuellen GDV-Angaben waren auch im Geschäftsjahr 2016 Nervenkrankheiten „häufigste Invaliditätsursache in der Berufsunfähigkeits-Versicherung“. Der Anteil hat im Vergleich zum Jahr zuvor um einen Prozentpunkte zugenommen und nähert sich der Marke von einem Drittel weiter an.

Knapp jeder vierte BU-Fall ist auf eine Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparats zurückzuführen. Auf Krebs und andere bösartige Geschwülste sowie sonstige Erkrankungen entfällt jeweils rund ein Siebtel der Fälle von Berufsunfähigkeit. Unfälle waren für jeden elften BU-Fall ursächlich, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems für etwa jeden 14.

Während es bei den sonstigen sowie den Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats um jeweils zwei Prozentpunkte bergauf ging, sank der Anteil der Krebs-Erkrankungen um zwei Prozentpunkte.

BU-Ursachen (Bild: Wichert)

Teilweise große Unterschiede in den Altersgruppen

Der Versichererverband teilte jetzt weiter mit, dass die Wahrscheinlichkeit, durch einen Unfall berufsunfähig zu werden, für Versicherte in allen Altersgruppen gleich sei.

Hingegen steige das Risiko, nicht mehr in dem ausgeübten Beruf arbeiten zu können, bei Erkrankungen mit zunehmendem Alter an. Dies gelte insbesondere für Herzkrankheiten, bei denen mehr als die Hälfte der Betroffenen über 50 Jahre alt sei. Laut GDV treten Nervenkrankheiten auch schon stärker bei Versicherten unter 40 Jahren auf.

Zu ähnlichen Ergebnissen ist im Frühjahr auch die Morgen & Morgen GmbH gekommen. Das Analysehaus untersucht im Rahmen des jährlich aktualisierten BU-Ratings auch die Ursachen für Berufsunfähigkeit (VersicherungsJournal 8.5.2018).

Kritik an GDV-Veröffentlichungspraxis

Daten zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden nannte der Versichererverband im Gegensatz zur Bekanntgabe der Zahlen für 2015 nicht. Diese Daten hatten gezeigt, dass Krebs und psychische Erkrankungen deutlich häufiger BU-Ursache bei Frauen als bei Männern waren.

Genau umgekehrt verhielt es sich bezüglich der Unfälle sowie Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dafür hatte der GDV letztes Mal keine Daten zu den Anteilen insgesamt genannt. Auch wurden separate Anteil für Nerven- und psychische Erkrankungen aufgeführt (VersicherungsJournal 29.3.2018).

Von der Fachöffentlichkeit wird die Veröffentlichungspraxis des GDV schon seit längerem kritisiert (VersicherungsJournal Medienspiegel 22.3.2018). Der Versichererverband sei um eine möglichst positive Darstellung der Leistungen seiner Mitgliedsunternehmen bemüht. „Nur mit nachvollziehbaren Zahlen hat man es nicht so“, meinte der Versicherungsmakler und BU-Experte Mathias Helberg im vergangenen Herbst in einem Blogbeitrag.

 
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