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Franke und Bornberg kürt die besten Grundfähigkeits-Policen

23.9.2022 – In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Neuauflage des GF-Produktratings hat Franke und Bornberg in zwei Kategorien insgesamt etwa 100 Tarife von über zwei Dutzend Anbietern unter die Lupe genommen. 45 Prozent der Angebote Tarife erhielt die Höchstbewertung „FFF+“. Den Trend zum „Stripping down“ betrachten die Analysten äußerst skeptisch.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Rating von Grundfähigkeits- (GF-) Tarifen überarbeitet und am Donnerstag die aktualisierten Ergebnisse veröffentlicht.

Überarbeitete Ratingmethodik

In dem eigens erstellten Bewertungsraster werden nach Angaben der Vergleicher alle Leistungsdefinitionen der Versicherer fachlich eingeordnet – völlig unabhängig davon, unter welcher Rubrik der jeweilige Versicherer die Fähigkeit führt.

Auf dieser Grundlage werde für nun insgesamt 15 Kern-Grundfähigkeiten geprüft, ob eine entsprechende Definition in einer ausreichenden Wertigkeit im Bedingungswerk aufgeführt ist.

Dazu gehören:

  • Sehen,
  • Hände gebrauchen (Beweglichkeit),
  • Hände gebrauchen (greifen/ Kraft aufwenden),
  • Hände gebrauchen (Feinmotorik),
  • Sprechen,
  • Hören,
  • Gehen,
  • Treppe steigen,
  • Knien oder Bücken,
  • Stehen,
  • Arme bewegen,
  • Heben und Tragen,
  • Autofahren,
  • Sitzen und
  • geistige Leistungsfähigkeit.
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So wurden die Grundfähigkeits-Versicherungen bewertet

Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungs-Bedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucher-Informationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.

Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.

Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.

Bewertung von Null bis 100 und Mindeststandards

Die Klassen sind den Angaben zufolge „in ihrer Bandbreite so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Zusätzlich werden Mindeststandards berücksichtigt“.

Die sieben Bewertungsklassen reichen von „FFF+“ („hervorragend“) bis „F-„ („ungenügend“). Die Höchstnote können nur solche Produkte erreichen, „die alle relevanten Grundfähigkeiten in der geforderten Qualität absichern“, so die Analysten.

Insgesamt gingen in die Ratingbewertung 66 (Kategorie Grundfähigkeit) beziehungsweise 74 Prüfkriterien (Grundfähigkeit Plus“) ein. In letzteres Segment fallen solche Tarife, die zusätzliche Leistungsauslöser wie schwere Krankheiten enthalten. Weitere Details können in den Bewertungsgrundlagen (PDF, 1,0 MB) nachgelesen werden.

Zwölf Anbieter mit mindestens einem „FFF+“-Produkt

Franke und Bornberg hat an fast jeden zweiten der 57 GF-Tarife die Höchstnote („FFF+“) vergeben. Ein Vierzehntel der Offerten erhielt ein „sehr gut“ („FFF“), mehr als ein Viertel ein „gut“ („FF+“) und etwa ein Sechstel ein „befriedigend“ („FF“). Ein Produkt wurde mit „ausreichend“ („F+“) bewertet. Schlechtere Noten wurden nicht vergeben.

Rating Grundfähigkeiten-Versicherung Notenspiegel (Bild: Wichert)

In der Kategorie „Grundfähigkeit Plus“ erhielten mehr als 40 Prozent der 40 Testkandidaten die Höchstnote. Ein Dreizehntel bekam „sehr gut“ („FFF“), ein knappes Drittel ein „gut“ („FF+“) und etwa ein Sechstel ein „befriedigend“ („FF“). Schlechtere Noten wurden nicht vergeben.

Laut Auflistung im FuB-Internetangebot bekamen zwölf Gesellschaften für mindestens eine(n) ihrer Tarife die Höchstnote „FFF+“. Hierzu gehören wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 22.10.2021):

Die tagesaktuell gepflegte, vollständigen Rangliste im Segmenten „Grundfähigkeit Plus“ kann auf dieser Internetseite eingesehen werden.

Immer mehr Anbieter

Die Analysten haben beobachtet, dass seit der der Einführung des neuen Kriterienkatalogs vor drei Jahren immer mehr Versicherer in das Geschäftsfeld drängen. So sei der Kreis der Anbieter von seinerzeit 17 auf nunmehr 26 gestiegen.

Zudem stünden weitere Akteure kurz vor der Markteinführung. Dies zeige, dass Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherer „das attraktive Geschäftsfeld nicht länger dem Wettbewerb überlassen [wollen]. Die GF-Versicherung komplettiert ihr Angebot zur Absicherung der Arbeitskraft.“

Franke: „Keine Kannibalisierung des BU-Geschäfts“

Michael Franke (Bild: Marc Theis)
Michael Franke (Bild: Marc Theis)

FuB-Geschäftsführer Michael Franke erläutert zur Marktentwicklung: „Versicherer entdecken zunehmend, dass die Grundfähigkeits-Versicherung ihr BU-Geschäft nicht kannibalisiert. Ganz im Gegenteil – sie bietet ihnen zusätzliche Absatzchancen bei Menschen, die wegen ihres Berufes oder aufgrund von Vorerkrankungen keinen bezahlbaren BU-Schutz erhalten würden.“

Nach seiner Aussage bleibt die GF-Versicherung darüber hinaus von schwer kalkulierbaren Entwicklungen am Arbeitsmarkt unberührt. So könnten zwar veränderte Berufsbilder, Leistungsdruck und fortschreitende Digitalisierung die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt einer Berufsunfähigkeit erhöhen. In diesem Fall wirkt ein GF-Bestand laut Franke „stabilisierend auf das Versicherer-Portfolio“.

Kritik an der Marktentwicklung

Der Geschäftsführer hat neben dem Trend zu Bausteinkonzepten auch einen Trend zur Aufspaltung etablierter Grundfähigkeiten in detaillierter beschriebene Leistungsauslöser („Stripping Down“) ausgemacht.

Als Beispiel hierfür nennt Franke, dass die Grundfähigkeit „Sehen“ mit „Bildschirmtätigkeit“ flankiert werde. Oder sich zu der Grundfähigkeit „Hände gebrauchen“ die neue Fähigkeit „Benutzung elektronischer Geräte wie Smartphones, Tablets oder Gamecontroller“ hinzugeselle.

Dazu Franke: „Stripping Down bietet häufig keinen belastbaren Mehrwert. Es setzt vor allem das Kopfkino in Gang. Das Smartphone, ein Tablet oder die geliebte Spielekonsole nicht mehr nutzen zu können, kommt für viele Menschen einem GAU gleich. Und erhöht ihre Bereitschaft, für diese Fälle vorzusorgen.“

Lesetipp: Dossier „Die Grundfähigkeitsversicherung“
Bild: VersicherungsJournal Verlag

Eine eingehende Analyse der Produktart und der am Markt befindlichen Angebote liefert das Dossier „Die Grundfähigkeits-Versicherung“. Der Autor stellt darin die einzelnen Tarife mit ihren jeweiligen Besonderheiten vor.

Im zweiten Teil werden in einer tabellarischen Übersicht die einzelnen Leistungsauslöser, die in den Versicherungs-Bedingungen aufgeführt sind, nach Anbietern geordnet gegenübergestellt.

Die Tabelle soll dabei helfen, die Stärken der einzelnen Tarife mit Blick auf den Bedarf des Kunden zu vergleichen und damit aufzuzeigen, welcher Versicherer die beste Definition für den jeweiligen Fall bietet.

 
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