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Flut-Katastrophe: Versicherungsbranche arbeitet auf Hochtouren

22.7.2021 – Bei der Provinzial sind 44 Geschäftsstellen unmittelbar von der Naturkatastrophe betroffen. Wegen Stromabschaltung oder zerstörter Technik sind die Büros nicht oder nur schwer erreichbar. Hinsichtlich anfänglicher Wartezeiten wird um Verständnis gebeten. Bei der R+V haben sich bislang mehr als 8.300 Kunden gemeldet, die Schäden belaufen sich gegenwärtig auf 135 Millionen Euro. Überstunden sind an der Tagesordnung, Mitarbeiter haben ihre Urlaube verschoben.

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Nach dem Unwetter, das in der vergangenen Woche vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und Sachsen zu massiven Überschwemmungen geführt hat, arbeitet die Versicherungsbranche weiter auf Hochtouren.

Dabei haben die Versicherer nicht nur die Schäden ihrer Versicherungsnehmer zu bearbeiten. Mehrere Gesellschaften berichten auch von Flutschäden in eigenen Agenturen.

Die Gebäude vieler Provinzial-Agenturen sind stark beschädigt

„Insgesamt sind 44 Geschäftsstellen unmittelbar von der Naturkatastrophe betroffen und haben zum Teil massive Schäden erlitten“, teilt beispielweise ein Pressesprecher der Provinzial Holding AG gegenüber dem VersicherungsJournal mit. Wegen Stromabschaltung oder zerstörter Technik seien die Büros nicht oder nur schwer erreichbar.

Der Konzern, der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört, ist über seinen regionalen Schaden- und Unfallversicherer, die Provinzial Rheinland Versicherung AG, in den westdeutschen Katastrophengebieten stark verwurzelt.

Im Rahmen des Krisenmanagements wurden die Regulierungsvollmachten für Geschäftsstellen und Sparkassen-Agenturen deutlich erhöht. Es würden unkompliziert Abschlagszahlungen vorgenommen, heißt es. Die Anforderungen an die Dokumentation der Schäden seien auf das Notwendigste reduziert, Meldefristen aufgehoben. Zerstörtes Hab und Gut könne sofort entsorgt werden.

Andauernder Ausfall der Mobilfunk-Netzte erschwert die Situation

Es werde gezielt geholfen. „Soweit die Schadengebiete zugänglich sind, werden die Kolleginnen und Kollegen vor Ort von unseren eigenen Schadenregulierern unterstützt“, wird berichtet. „Leider funktioniert an manchen Orten das Mobilfunknetz noch immer nicht, das erschwert nicht nur uns die Situation.“

Das Feedback der eigenen Vermittler sei positiv. „Lediglich vereinzelt wurde anfänglich Unmut über die Wartezeiten für die Schadenregulierer geäußert, da bitten wir in der aktuellen Ausnahmesituation um Verständnis“, sagt der Unternehmenssprecher. „Hier haben wir auch umgehend Maßnahmen getroffen, indem wir Unterstützung bei der Schadenaufnahme durch Regulierer weiterer öffentlicher Versicherer und ausgewählter externer Sachverständigen erhalten.“

Die R+V ist seit Wochen in Alarmbereitschaft

Rico Kretschmer (Bild: R+V)
Rico Kretschmer (Bild: R+V)

„Tief Bernd ist ja nicht das einzige Unwetter in den vergangenen Wochen. Seit Anfang Juni jagt ein Unwettertief das nächste. Im vergangenen Monat gab es nur acht Tage ohne Sturm, Hagelschauer, Starkregen oder Hochwasser. Deshalb sind wir schon seit Wochen in Alarmbereitschaft“, berichtet Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung AG.

Durch die Hochwasserkatastrophe habe sich die Situation noch einmal verschärft. „In unserer Notruf-Hotline laufen die Telefone heiß, im Minutentakt melden sich verzweifelte Kunden“, sagt er. Die Anzahl der Mitarbeiter dort sei aufgestockt worden. Allerdings seien immer noch tausende von Menschen ohne Strom, Handynetze würden immer wieder zusammenbrechen, gibt er zu bedenken.

 Schäden bislang bei 135 Millionen Euro

Bis gestern Morgen hätten sich mehr als 8.300 Kunden gemeldet, die Schäden würden sich gegenwärtig auf 135 Millionen Euro belaufen. „Aufgrund des unfassbaren Ausmaßes dieser Katastrophe ist eine Schätzung der endgültigen Schadenhöhe derzeit unmöglich“, so Kretschmer.

Alle verfügbaren Mitarbeiter wurden nach eigenen Angaben in die Krisengebiete geschickt. Sobald das Wasser abgelaufen war, sei mit den Besichtigungen vor Ort begonnen worden – auch am Wochenende, betont Kretschmer. „Überstunden sind im Moment an der Tagesordnung, viele Kollegen haben ihre Urlaube verschoben, um mithelfen zu können.“

Von den Flutmassen beschädigt wurden auch die Volksbanken in Ahrweiler und Bad Neuenahr, so dass der Vertriebspartner eine vormals geschlossene Filiale reaktiviert hat. Hier seien jetzt auch R+V-Berater vor Ort und würden Schäden aufnehmen. Es würden rasche Vorauszahlungen geleistet, damit Kunden, die alles verloren hätten, die Kosten für lebensnotwenige Ausgaben decken könnten.

Gemeinsam mit der Kravag Umweltschutz und Sicherheitstechnik GmbH wurde ein Hilfsprogramm für zwei besonders hart getroffene Orte in der Eifel aufgestellt. Dort hatte das Unwetter unter anderem volle Gastanks und rund 250 Fahrzeuge in den Fluss Olef gespült.

Marktgrößen in Wohngebäude zuletzt in den schwarzen Zahlen

Die nach Verträgen und Beiträgen größten Wohngebäudeversicherer hatten 2019 mehrheitlich Schaden-Kosten-Quoten von unter 100 Prozent zu verzeichnen. Dies ist dem „Branchenmonitor 2014-2019: Wohngebäudeversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Sirius Campus GmbH zu entnehmen.

Versicherungstechnisch in der Verlustzone landete allerdings die R+V, wenn auch nur knapp. Sie kam auf eine Combined Ratio von 100,6 Prozent.

Anders sieht es bei den Töchtern des Provinzial-Konzerns aus. Von allen Marktgrößen am deutlichsten verbessert hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Westfälische Provinzial Versicherung AG. Ihre Schaden-Kosten-Quote fiel um 32 Prozentpunkte auf 89,1 Prozent.

Die Provinzial Rheinland Versicherung AG schnitt mit einer Combined Ration von 84,5 Prozent ebenfalls besser als der Markt ab. Der Schnitt lag bei 94,0 Prozent (VersicherungsJournal 1.12.2020).

 
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