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Ein Drittel der Lebensversicherer schwächelt

17.10.2019 – Im Rating von Morgen und Morgen hat sich die Spitzengruppe auf ein halbes Dutzend Unternehmen verkleinert. Auch am Ende der Bewertung haben sich Unternehmen verschlechtert. Der Test brachte aber auch Aufsteiger hervor.

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Die Morgen & Morgen GmbH (M&M) hat am Mittwoch ihr diesjähriges Unternehmensrating der deutschen Lebensversicherer veröffentlicht. Darin erhalten diese Gesellschaften die Höchstnote „ausgezeichnet“ beziehungsweise fünf Sterne:

Alle genannten Unternehmen hatten bereits 2018 die beste Bewertung erhalten (VersicherungsJournal 18.10.2018). Dagegen werden die weiteren Fünf-Sterne-Sterne-Versicherer des Vorjahrs, Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., Deutsche Ärzteversicherung AG und WGV Lebensversicherung AG nun nur noch als „sehr gut“ (vier Sterne) eingestuft.

Die vollständigen Ergebnisse der 64 (Vorjahr 65) Teilnehmer bietet das Software- und Analysehaus auf seiner Internetseite zum Herunterladen (PDF, 133 KB) an.

Notendurchschnitt verschlechtert

Die fünf Sterne wurde also nur noch sechs statt neun Mal vergeben. Gleichzeitig vermehrten sich die Empfänger von vier Sternen von zehn auf 13. Als „durchschnittlich“ (drei Sterne) gingen 24 (Vorjahr 25) Unternehmen aus dem Rennen. Als „schwach“ (2 Sterne) bewerteten die Rater erneut 16 Versicherer und als „sehr schwach“ (ein Stern) wie zuvor fünf.

Damit hat sich der Durchschnitt gegenüber 2018 verschlechtert. Weiterhin gilt ein Drittel der Lebensversicherer als „schwach“ oder „sehr schwach“. Dabei konnte sich die Barmenia Lebensversicherung a.G. von einem auf zwei Sterne verbessern. Die Helvetia nahm die umgekehrte Richtung.

Auf zwei Sterne verschlechtert haben sich Mecklenburgische Lebensversicherungs-AG und SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG. Von zwei auf drei Sterne stieg die Münchener Verein Lebensversicherung AG.

Neun Kennzahlen im Blick

Grundlage des Ratings sind die Geschäftsberichte 2014 bis 2018 der deutschen Lebensversicherer, die in dem Zeitraum bereits elf Jahre bestanden. Ausgewertet wurden neun Kennzahlen, die nach Ansicht von M&M für den Unternehmenserfolg und die Unternehmensführung spezifisch sind.

Das Bewertungsverfahren beschreibt das Analysehaus in seiner Ratingdokumentation (PDF, 1,2 MB). Das Dokument hatte bei Redaktionsschluss für diesen Artikel noch den Stand aus dem Vorjahr.

Demnach wurden diese Kennzahlen verwendet:

  • „Erfolgsgrößen: Nettoverzinsung, Überschussquote, Abschlusskostenquote, Verwaltungskostenquote.
  • Bestandsgrößen: Wachstumsquote, Normalstornoquote.
  • Sicherheitsgrößen: Mod. Eigenmittelquote, RfB-Quote, Reservequote.“

Belastungstest prüft Krisenfestigkeit

Zeitgleich zum Rating hat Morgen & Morgen einen Belastungstest veröffentlicht, der nach Unternehmensangaben „den Versicherer hinsichtlich Solvabilität und damit seiner Krisenfestigkeit in der Zukunft“ beurteilt. Die Auswertung wird als Ergänzung zum Rating verstanden.

Bei dieser Bewertung ist das Analysehaus auf Daten der Gesellschaften angewiesen. Diese wurden von 52 Lebensversicherern geliefert, 27 haben nicht teilgenommen. Im Vorjahr waren 48 Anbieter dabei und 35 hatten den Fragenbogen nicht beantwortet (24.10.2018).

Den diesjährigen Test haben 30 (25) Anbieter mit „ausgezeichnet“ absolviert, 13 (16) Mal wurde „sehr“ gut vergeben und neun (sieben) Teilnehmer haben „bestanden“. Als „kritisch“ wurde keiner der Datenlieferanten beurteilt.

Die Ergebnisse (PDF, 134 KB) bieten die Analysten zum Herunterladen an.

M&M: Situation bleibt schwierig

Die Ratingdokumentation (PDF, 644 KB) hatte bei Redaktionsschluss ebenfalls noch den Stand vom Vorjahr. Dort wird erläutert, dass für den Belastungstest teilweise Daten aus den SFCR-Berichten der Gesellschaften entnommen wurden. Ergänzend hat M&M dort nicht veröffentlichte Daten zu Kapitalanlagen und Durationen bei den Versicherern nachgefragt.

In einer Pressemitteilung zu der Untersuchung schreiben die Analysten: „Die Wettbewerbssituation der Lebensversicherer bleibt aufgrund der im Markt durchschnittlich geringen Gesamtverzinsung der Kapitalanlagen schwierig.“

Als positiv wird die Entlastung bei der Zinszusatzreserve (20.9.2018) angesehen: Dank der Neuregelung hätten die Unternehmen im Jahr 2018 nur rund fünf Milliarden Euro zuführen müssen – etwa ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Pascal Schiffels, Mitglied der Geschäftsleitung bei M&M, rechnet damit, „dass die stabilisierende Wirkung der Korridormethode auch in den nächsten Jahren fortdauern wird. Die Situation bleibt aber nach wie vor angespannt“.

Nachträgliche Ergänzung 17.10.2019:

Morgen & Morgen bietet zum Belastungstest eine aktuelle Ratingdokumentation (PDF, 1,9 MB) zum Herunterladen an.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Rating · Solvabilität · Zinszusatzreserve
 
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