Die renditestärksten Indexpolicen im Börsenjahr 2022

25.1.2023 – Der Performancevergleich des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung zeigt, dass viele Inhaber von indexgebundenen Rentenversicherungen im Jahr 2022 auf Renditegutschriften verzichten mussten. Die besten Zwölf-Monats-Ergebnisse schafften die Ergo und die Axa.

Die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) hat erneut die Performance von index-gebundenen Rentenversicherungen verglichen. Der Renditeüberblick für das Jahr 2022 umfasst wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 9.2.2022) die Ergebnisse von 16 Lebensversicherungs-Unternehmen.

Eine Liste mit 15 Anbietern hat das Institut zudem auf seiner Internetseite veröffentlicht. Hier fehlen allerdings die Condor Lebensversicherungs-AG und die Provinzial Lebensversicherung Hannover (VGH). Dagegen ist die Gothaer Lebensversicherung AG aufgeführt, die wiederum in der Abbildung zum Verlauf der Indexrenditen nicht berücksichtigt wurde.

Investments variieren

Bei allen in der Tarifübersicht gelisteten Policen investieren die Versicherer die erwirtschafteten Überschüsse in Aktien. Die Axa Lebensversicherung AG (Tarif „Relax Rente Classic“) bietet optional eine Mischung mit Anleihen und Rohstoffen an. Bei der Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG („Rente Index“) steht auch ein Mix mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen zur Auswahl.

Kunden der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. („index-safe“) können Aktien zusätzlich mit Anleihen, Gold und Immobilien kombinieren, Kunden der Neue Leben („PlanX“) mit Rohstoffen und Renten. Die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG („IndexGarant“) offeriert Aktien auch in Paketen mit Anleihen und Edelmetallen beziehungsweise mit den Klassen Anleihen, Rohstoffe und Geldmarkt.

Bei diesen Anbietern ist eine Verknüpfung von drei Finanzprodukten obligatorisch:

Neben Aktien und (Staats-) Anleihen setzen diese vier Akteure entweder auf Rohstoffe oder Gold.

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Anlagehorizont meist unbegrenzt

Der Anlageschwerpunkt kann bei der Barmenia Lebensversicherung a.G. („Privat Rente Index“), der Targo Lebensversicherung AG („Index Flex“) und der Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. („Klassik modern“) auf Deutschland begrenzt werden. Ausschließlich ist dies der Fall bei der Nürnberger Lebensversicherung AG („DAX-Rente“).

Auf Europa fokussiert ist die Anlagestrategie der Lebensversicherung von 1871 a.G. München („Rente Index plus“), auf Europa und die USA konzentrieren sich die Strategien der Allianz Lebensversicherung AG („IndexSelect“) und der R+V Lebensversicherung AG.

Alle anderen Gesellschaften investieren weltweit oder streuen zumindest teilweise weltweit. Neu ist, dass die Targo einen globalen Aktienindex hinzugenommen hat.

Die Versicherer stützen sich entweder auf eigene Indizes oder verwenden die verbreiteten Börsenbarometer für Großunternehmen. Dazu gehören oft der DAX oder der Euro Stoxx 50. Bei der Ergo ist der MSCI World Index und beim Volkswohl Bund der MSCI World SRI vertreten.

Kaum Strategiewechsel

Die HDI beschränkt ihr Angebot an Indexpolicen künftig auf die bAV-Direktversicherung, berichten die Analysten zu Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr.

Beim Thema Nachhaltigkeit haben keine weiteren Akteure nachgelegt. Nachhaltige Indizes bieten weiterhin die Axa, die Barmenia, die SV, die Stuttgarter, der Volkswohl Bund und die Württembergische an.

Bärenmarkt machte Aussichten zunichte

Michael Hauer (Archivbild: Brüss)
Michael Hauer (Archivbild: Brüss)

Nach der Bullenrally in 2021 sind die Börsen im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen. Diese Entwicklung führte dazu, dass sich Inhaber von indexgebundenen Rentenversicherungen überwiegend mit einer Nullrunde begnügen mussten.

Das Beratungshaus hat für jeden Monat des Jahres 2022 dokumentiert, wie sich die jeweils abgelaufene Zwölf-Monats-Periode entwickelt hat. Das gilt, soweit die Versicherer die Ergebnisse so kleinteilig ausgewiesen haben – was allerdings nicht durchgängig der Fall ist.

Demnach wurden in den ersten Indexjahren noch Renditen eingefahren. Die restlichen Zwölf-Monats-Perioden liefen schlechter bis gar nicht. Dabei spielte es dem IVFP zufolge kaum eine Rolle, welches Indexmodell dem jeweiligen Vertrag zugrunde lag. Egal ob Aktien- oder Multi-Asset-Index, Cap- oder Quoten-Verfahren, meist gab es keine Gutschrift aus der Indexpartizipation, so die Berater.

„Im Durchschnitt betrug die maßgebliche Rendite von Indexpolicen, deren Indexjahr in 2022 endete, magere ein Prozent“, berichtet Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts.

Ergo mit der renditestärkster Indexpolice

Der Performancevergleich des IVFP zeigt, dass zum Ende hin die Ergo weit vorne lag (Index: Munich Re World Wide Trade Trend Index, Partizipationsquote, 6,29 Prozent). Im Plus waren im gleichen Zeitraum auch die LV 1871 (Euro Stoxx 50, Cap, 0,9 Prozent bis 1,75 Prozent) und die Stuttgarter (Grüne Rente Index, Partizipationsquote, 1,46 Prozent).

Die besten Ergebnisse in einem Zwölf-Monats-Zeitraum erzielten die Ergo (8,53 Prozent, Indexjahr: Oktober 2021 bis September 2022) und die Axa (Europa Aktienindex, Cao und Floor, 4,19 Prozent, Indexjahr Februar 2021 bis Januar 2022).

Indexpolicen Performancevergleich (Bild: IVFP)
Indexpolicen Performancevergleich (Bild: IVFP). Zum Vergrößern Bild klicken oder Link.

Unterschiedliche Abrechnungsstichtage erschweren allerdings den Überblick. Einige Versicherer berechnen die Beteiligung der Kunden am Anlageerfolg zu vier, zwei oder einem Stichtag pro Jahr statt zu zwölf. Dadurch sind die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar.

 
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