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Die Rendite der Lebensversicherer ist um ein Fünftel gesunken

11.9.2019 – Nach Angaben der Zeitschrift für Versicherungswesen ist bei den 50 größten Lebensversicherungs-Anbietern die Nettorendite der Kapitalanlagen auf durchschnittlich 3,6 Prozent gesunken. Je nach Unternehmen waren es 2018 zwischen 1,3 und 4,2 Prozent. Die Abschlusskostenquoten wiesen eine Spanne von 3,1 bis 11,8 Prozent auf, die Verwaltungskosten streuten zwischen 0,8 und 5,3 Prozent.

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„Ein Jahr der Extreme.“ So ist im Heft 17|2019 der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) eine Übersicht über Bilanzkennzahlen 2018 der 50 größten deutschen Lebensversicher betitelt.

Bei den wichtigsten Trends des Jahres für die Branche wird zuerst die Reform der Zinszusatzreserve (ZZR) (VersicherungsJournal 23.7.2019, 19.9.2018) genannt. Sie habe vielen Gesellschaften die dringend benötigte Erleichterung beim Bewältigen der Garantielasten verschafft.

Hervorgehoben wird zudem, dass das Neugeschäft besser gewesen sei als von Branchenkritikern erwartet und dass die Beiträge gewachsen seien (12.7.2019). Die Kostenentwicklung der Unternehmen wird als „unauffällig“ bezeichnet, „auch wenn man angesichts der Debatte um zu hohe Kosten in der Lebensversicherung eigentlich etwas anderes hätte erwarten können“, schreibt Chefredakteur Dr. Marc Surminski.

Abschlusskostenquote leicht rückläufig

Die Abschlusskostenquote der 50 größten Anbieter sei „nur im mikroskopischen Bereich von 5,08 Prozent auf 5,04 Prozent“ gesunken.

Nicht enthalten in dieser Berechnung sind die Angaben der Canada Life Assurance Europe plc (CLE), Niederlassung für Deutschland und der Standard Life Versicherung, Zweigniederlassung Deutschland der Standard Life International DAC. Beide haben der Zeitschriftenredaktion keine Quoten genannt.

Spitzenreiter ist die LVM Lebensversicherungs-AG mit 3,1 (Vorjahr: 3,3) Prozent. Dahinter rangiert die Barmenia Lebensversicherung a.G. mit 3,2 (3,3) Prozent. Auf jeweils 3,4 Prozent kommen der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. (3,5) und die Huk-Coburg-Lebensversicherung AG (3,8).

Die höchsten Abschlusskostenquoten haben die Deutsche Lebensversicherungs-AG (11,8 – Vorjahr: 13,0 Prozent), die HDI Lebensversicherung AG (8,5 – 9,2) und die Dialog Lebensversicherungs-AG (7,4 – 6,1) angegeben.

Die höchsten und die niedrigsten Abschlusskostenquoten der 50 größten Lebensversicherer (Bild: Meyer)

Ergo Vorsorge hat sich am meisten verbessert

Relativ am deutlichsten verbessert haben sich die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG (um 16,7 Prozent auf eine Quote von 3,5 Prozent), die PB Lebensversicherung AG (um 15,4 Prozent auf 4,4 Prozent) und die Ergo Lebensversicherung AG (um 14,0 Prozent auf 4,9 Prozent).

Mit Abstand am stärksten hat die Generali Lebensversicherung AG ihre Abschlusskostenquote verschlechtert, und zwar um gut ein Drittel auf 5,5 Prozent. Dahinter rangieren die Dialog Lebensversicherungs-AG (mehr als ein Fünftel mehr auf 7,4 Prozent) und die Neue Leben Lebensversicherung AG (plus 15,0 Prozent auf 6,9 Prozent).

Verwaltungskosten zwischen 0,8 und 5,3 Prozent

Ihre Verwaltungskosten haben die untersuchen Unternehmen von 2,38 Prozent auf 2,42 Prozent der Beitragseinnahmen erhöht.

Am sparsamsten wirtschaftet die Europa Lebensversicherung AG, sie kommt hier auf eine Kostenquote von 0,8 Prozent. Dahinter rangieren die Allianz Lebensversicherungs-AG (0,9) und die Cosmos Lebensversicherungs-AG (1,0). Alle drei Unternehmen haben die Werte stabil gehalten.

Am teuersten sind die Victoria Lebensversicherung AG (5,3 – 5,0), die Ergo Leben (4,9 – 5,1) und die Ideal Lebensversicherung a.G. (4,8 – 3,8).

Die PB Lebensversicherung AG und die Targo Lebensversicherung AG haben jeweils eine selbst definierte und daher kaum vergleichbare „mittelbare Verwaltungskostenquote“ von 1,6 Prozent beziehungsweise 0,7 Prozent gemeldet.

Die höchsten und die niedrigsten Verwaltungskostenquoten der 50 größten Lebensversicherer (Bild: Meyer)

Nettoverzinsung ging zurück

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen ging bei den untersuchten Versicherern von 4,5 Prozent um ein Fünftel auf 3,6 Prozent zurück. Als Ursache nennt Surminski die ZZR-Reform; dadurch hätten weniger Reserven realisiert werden müssen (23.7.2019).

An der Spitze der Rangliste stehen hier drei Gesellschaften mit jeweils 4,2 Prozent: die Allianz (Vorjahr: 4,6), die Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland (5,0) und die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (5,2).

Am schwächsten war die Nettoverzinsung bei der Ergo Vorsorge mit 1,3 Prozent, der Vorjahreswert wurde nicht angegeben. Dahinter liegen die Deutsche Leben (1,8 – 2,6) und die Dialog (2,4 – 3,4).

Die höchste und die niedrigste Nettoverzinsung der 50 größten Lebensversicherer (Bild: Meyer)

Rückgang um bis zur Hälfte

Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. verbesserte die Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen im Vergleich zu 2017 um 7,9 Prozent auf eine Quote von 4,1 Prozent. Alle anderen Gesellschaften reduzierten ihre Quote.

Am stärksten war der Rückgang mit 49,0 Prozent bei der VPV Lebensversicherungs-AG (auf 2,5 Prozent), mit 38,5 Prozent bei der Ergo Leben (auf 3,2 Prozent) sowie mit jeweils 38,1 Prozent (auf 2,6 Prozent) bei der Huk-Coburg und der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG.

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Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Zinszusatzreserve
 
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