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Die Lebensversicherer mit den höchsten Überschüssen

13.9.2019 – Nach Angaben der Zeitschrift für Versicherungswesen ist bei den 50 größten Anbietern im vergangenen Jahr die Belastung durch die Zinszusatzreserve um mehr als die Hälfte gesunken. Gleichzeitig stiegen die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung um mehr als ein Viertel und die Gesamtüberschüsse um elf Prozent. Dabei entwickelten sich die einzelnen Gesellschaften sehr unterschiedlich.

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Im Heft 17|2019 der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) ist eine Übersicht von Bilanzkennzahlen 2018 der 50 größten deutschen Lebensversicher erschienen.

Tatsächlich sind aber nur die Werte von 48 Gesellschaften angegeben. Nicht enthalten in dieser Übersicht sind die Angaben der im Ausland ansässigen Canada Life Assurance Europe plc (CLE), Niederlassung für Deutschland und Standard Life Versicherung, Zweigniederlassung Deutschland der Standard Life International DAC.

Unter der Überschrift „Ein Jahr der Extreme“ werden unter anderem die Abschluss- und Verwaltungskosten sowie die Verzinsung der Kapitalanlagen verglichen (VersicherungsJournal 11.9.2019). Bei den wichtigsten Trends des Jahres für die Branche wird zuerst die Reform der Zinszusatzreserve (ZZR) (19.9.2018) genannt. Sie habe vielen Gesellschaften die dringend benötigte Erleichterung beim Bewältigen der Garantielasten verschafft.

Aufwendungen zur Zinszusatzreserve gingen um 58 Prozent zurück

Die Aufwendungen zur Zinszusatzreserve (ZZR) sind 2018 nach den Angaben in der Zeitschrift bei den untersuchten Lebensversicherern um rund 58 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zurückgegangen. Im Jahr zuvor war noch ein Anstieg um etwa 25 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro verzeichnet worden.

Der Marktführer, die Allianz Lebensversicherungs-AG, hat mit 1,9 Milliarden Euro in 2018 am meisten in die ZZR eingestellt. Das waren 30,2 Prozent weniger als im Vorjahr. An zweiter Stelle liegt der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. mit 510 Millionen Euro, das entspricht einem Rückgang von 54,9 Prozent.

Die mit 270,4 Millionen Euro dritthöchste Zuweisung zur ZZR weist die Generali Lebensversicherung AG aus. Das waren 67 Prozent weniger als im Vorjahr.

Manche Gesellschaften sind fast durch

Von zehn Lebensversicherern mit der höchsten ZZR-Zuführung in 2017 hat die Axa Lebensversicherung AG diesen Aufwand relativ am stärksten vermindert. Die 200,1 Millionen Euro in 2018 waren 73,4 Prozent weniger als im Vergleichvorjahr.

Die VPV Lebensversicherungs-AG hatte in 2017 die Reserve noch um 117 Millionen erhöht. Im vergangenen Jahr konnte sie dort schon 12,6 Millionen Euro wieder entnehmen.

Die anderen untersuchten Gesellschaften mussten dagegen weiter auffüllen. Relativ am wenigsten im Vergleich zu zu 2018 musste die Condor Lebensversicherungs-AG diese Rücklagen erhöhen. Die 1,5 Millionen Euro in 2018 waren 96,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Dialog Lebensversicherungs-AG kam mit 100.000 Euro aus, das war ein Zehntel des Vorjahreswerts. Zwei weitere Anbieter lagen über 80 Prozent.

Top-50-Lebensversicherer 2018 Veränderung ZZR (Bild: Meyer)

Eine Erklärung für diese deutlichen Abweichungen vom Durchschnitt hat die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH in ihrem „Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2019/2020“ geliefert:

„Während einige Anbieter, insbesondere solche mit hohen Beständen der älteren Rechnungszinsgeneration 3,50 Prozent und 4,00 Prozent, ihren (hohen) ZZR-Bedarf bereits weitgehend ausfinanziert haben und alsbald in die Auflösungsphase eintreten, werden andere noch über viele Jahre der ZZR zusätzliche Mittel zuführen müssen“, heißt es in dem Ausblick (23.7.2019).

Zuweisungen zur RfB

Der geringe Aufwand für die ZZR habe den Versicherern Spielraum verschafft, ihre Zuweisungen zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wieder substanziell aufzufüllen, schreibt Surminski. Bei den Top 50 sei der Wert auf 8,03 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel (26,0 Prozent).

Die einzelnen Marktteilnehmer weichen von diesem Durchschnitt zum Teil stark ab. Die Debeka hat sich mit einem Sprung von 0,9 Millionen Euro auf 177,8 Millionen Euro um fast 20.000 Prozent verbessert.

Der Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. kommt mit einem Zuwachs von mehr als 1.700 Prozent auf 182,6 Millionen Euro. Um mehr als 300 Prozent haben Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG und Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG ihre RfB-Zuweisungen erhöht.

Top-50-Lebensversicherer 2018 Veränderung RfB (Bild: Meyer)

Gesamtüberschuss wuchs um fast elf Prozent

Die Gesamtüberschüsse der untersuchten Gesellschaften sind nach Berechnung der ZfV um 10,7 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro gestiegen.

Davon hat allein die Allianz mit 3,1 Milliarden Euro mehr als ein Viertel erwirtschaftet. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahr. An zweiter Stelle liegt die R+V Lebensversicherung AG mit 794,4 Millionen Euro (minus 6,7 Prozent gegenüber 2017).

Über 500 Millionen Euro schafften auch Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (544,6 Millionen Euro, plus 19,3 Prozent) und Aachenmünchener Lebensversicherung AG (534,6 Millionen Euro, plus 2,9 Prozent).

25 Gewinner und 23 Verlierer

Beim Gesamtüberschuss haben sich 25 (Vorjahr 27) Lebensversicher verbessert und 23 verschlechtert.

Den größten relativen Fortschritt schaffte die Debeka, die den Gesamtüberschuss von 0,9 Millionen Euro um mehr als das Zweihundertfache auf 198,8 Millionen Euro anhob. Um dreistellige Prozentsätze konnten sich Volkswohl Bund, Ergo Vorsorge, Provinzial Nordwest, Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG, Barmenia Lebensversicherung a.G. und Signal Iduna Lebensversicherung a.G. verbessern.

Zweistellige Steigerungsraten weisen neben der Allianz (19 Prozent) auch Axa (18,9 Prozent) und Ideal Lebensversicherung a.G. (17,1 Prozent) aus.

Top-50-Lebensversicherer 2018 Veränderung Gesamtüberscshüsse (Bild: Meyer)

Am stärksten zurück ging der Gesamtüberschuss bei der Huk-Coburg-Lebensversicherung AG um 63,5 Prozent auf 52,2 Millionen Euro. Dahinter rangiert die VPV mit einem Minus von 52,1 Prozent auf 31,4 Millionen Euro.

Nachträgliche Ergänzung vom 13.9.2019:

In der ursprünglichen Fassung des Artikels waren für die VPV falsche Daten zur Zinszusatzreserve aus dem Zeitschriftenbeitrag übernommen worden. Dies wurde hier korrigiert.

 
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