Die Lebensversicherer mit den höchsten Renditeaussichten

17.10.2018 – Mit wie hohen Anlagezinsen die Kunden rechnen können, zeigt das aktuelle Lebensversicherungs-Rating der Wirtschaftswoche nach der Finsinger-Methode. 15 Anbieter erhielten die Höchstnote, aber auch neun Gesellschaften die schlechteste Note.

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Die Wirtschaftswoche hat zum mittlerweile 22. Mal ihr Rating der Lebensversicherer nach der Methodik des Finanzwissenschaftlers Professor Dr. Jörg Finsinger veröffentlicht – unter dem Titel „Welche LV-Anbieter die Niedrigzinsphase meistern“.

So wurde bewertet

Datenbasis sind die Geschäftsberichte der Versicherer für die Jahre 2011 beziehungsweise 2015 bis 2017, ausgewertet durch die Softfair Analyse GmbH. Berechnet wurde, welche Verzinsung Versicherer mit ihren Kapitalanlagen künftig erzielen können.

„Der zentrale Ansatz: Je mehr Kapitalpolster Versicherer haben, desto chancenreicher können sie anlegen. Zusätzlich wird berücksichtigt, welche Kosten den Kunden aufgebürdet werden und welchen Anteil vom Überschuss sie erhalten. In Summe definiert dies die ‚Leistungsfähigkeit für den Kunden‘“, wird zur Methodik des Ratings erläutert.

Konkret wurden neben dem sogenannten „realistischen Zins“ auch die Abschlusskosten- und die Verwaltungskostenquote (Mittelwert der vergangenen drei Jahre) sowie die Ausschüttungsquote (Mittelwert der vergangenen sieben Jahre) bei der Bewertung berücksichtigt. Auf Basis dieser Werte wird eine Kennzahl errechnet, die die Leistungsfähigkeit der Versicherer aus Kundensicht am Durchschnitt der 25 wachstumsstärksten unter den 50 größten Versicherern misst.

Gerechnet wurde Unternehmens-übergreifend mit Langfrist-Renditen von 2,1 (Vorjahre: 2,2 beziehungsweise 2,4) Prozent für sichere Anlagen und 5,1 (5,2 beziehungsweise 5,4) Prozent für riskantere Investments. Weitere Angaben zur Methodik sind auf dieser Internetseite zu finden.

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Realistischer Zins zwischen 2,0 und 2,7 Prozent

Daraus haben die Analysten als realistischen Zins auf die Kapitalanlagen Werte zwischen 2,0 (Vorjahre: 2,1 beziehungsweise 2,3) Prozent und 2,7 (2,7 beziehungsweise 3,5) Prozent ermittelt. Schlusslichter sind mit jeweils 2,0 (Vorjahr: 2,1) Prozent die Cosmos Lebensversicherungs-AG sowie die Aachenmünchener Lebensversicherung AG.

Zur Spitzengruppe gehören

15 Versicherer mit der Höchstnote

Die Höchstnote von fünf Sternen erhielten aktuell 15 der insgesamt 61 untersuchten Lebensversicherungs-Unternehmen. In den beiden Vorjahren war dies noch jeweils 18 Anbietern gelungen (VersicherungsJournal 18.10.2017, 13.10.2016).

Die Gesellschaften mit aktuell fünf Sternen („stark überdurchschnittlich“) sind

Elf Anbieter erhielten vier Sterne, 15 weitere Unternehmen drei Sterne. Zudem wurden elf Mal zwei Sterne und neun Mal ein Stern („stark unterdurchschnittlich“) vergeben. Die niedrigste Leistungsfähigkeit aus Kundensicht wird für die HDI Lebensversicherung AG ausgewiesen. Am zweitschlechtesten schneidet die Ergo Lebensversicherung AG ab.

Diverse Rangveränderungen

Aus der Spitzengruppe des Vorjahres verabschiedet haben sich die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, die Itzehoer Lebensversicherungs-AG und die Süddeutsche Lebensversicherung a.G. (SDK). Letztere wurde gar nicht mehr bewertet, die anderen beiden Anbieter bekamen aktuell nur noch vier Sterne.

Neuer Spitzenreiter ist die Hansemerkur, die im Vorjahr noch an siebter Stelle gelegen hatte. Die Europa fiel von der ersten auf die fünfte Position, während sich die WGV vom achten auf den dritten Platz verbesserte.

Die Huk-Coburg behauptete den Silber- und der LVM den vierten Rang. Aus der Top-Fünf herausgefallen sind die Debeka (von drei auf acht) und die Mecklenburgische (von fünf auf sechs).

Die fünf leistungsstärksten Lebensversicherer im Ranking 2018 der Wirtschaftswoche

Versicherer

Realisti- scher Zins*

Historischer Zins**

Abschluss-kosten- Quote***

Verwaltungs-kosten-Quote***

Ausschüt-tungs-Quote****

Leistungs-fähigkeit*****

Hansemerkur

2,3 (2,3)

4,4 (4,4)

3,0 (3,4)

1,7 (1,5)

93,3 (92,4)

144,6 (179,7)

Huk-Coburg

2,5 (2,7)

4,4 (4,4)

3,7 (3,5)

1,9 (1,8)

86,6 (89,1)

128,0 (295,5)

WGV

2,3 (2,4)

4,5 (4,5)

3,3 (3,6)

1,6 (1,7)

89,0 (88,7)

112,0 (175,8)

LVM

2,4 (2,6)

4,2 (4,3)

3,4 (3,4)

1,8 (1,8)

85,4 (89,1)

107,2 (218,6)

Europa

2,5 (2,6)

4,2 (4,3)

5,0 (3,8)

0,8 (0,8)

94,2 (94,0)

101,4 (317,3)

Zur Einordnung des Ratings

Zu Hintergrund und Aussagekraft des Ratings wird in dem Bericht der Wirtschaftswoche Folgendes erläutert: „Run-off-Gesellschaften mit eingestelltem Neugeschäft werden im Rating übrigens nicht mehr aufgeführt; ihre Daten lassen sich nicht sinnvoll vergleichen.

Rückschlüsse lässt das Rating auch nur für klassische Verträge mit Garantiezins zu, nicht aber für fondsgebundene Policen, bei denen der Versicherer das Geld der Kunden an Fonds weiterreicht. Sie überzeugen ohnehin kaum Neukunden: Nicht einer von zehn schließt eine Fondspolice ohne Garantie ab.“

Weitere Bewertungen der Lebensversicherer

Einen Einblick in die Kennzahlen der Lebensversicherer enthält auch der Map-Report 904 – Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017 (VersicherungsJournal 2.10.2018, 8.10.2018, 15.10.2018).

Auch die Ascore Das Scoring GmbH hat die deutschen Lebensversicherer erneut einem Scoring unterzogen (VersicherungsJournal 4.10.2018). Die größten zwölf Anbieter hat Professor Dr. Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein verglichen (VersicherungsJournal 1.10.2018).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Fondspolicen · Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Ranking · Rating · Rechnungszins · Runoff · Scoring
 
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