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Die Krankenversicherer mit der größten bKV-Kompetenz

12.10.2018 – Die Hallesche, die DKV, die Axa, die Allianz, die Gothaer und die Bayerische Beamtenkrankenkasse erhielten im bKV-Kompetenzrating des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung die Höchstnote fünf Sterne. Allerdings sind Durchdringung und Akzeptanz noch ausbaufähig, wie verschiedene Analysen zeigen. Hierfür könnte unter anderem ein aktuelles BFH-Urteil sorgen.

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Zum Ende des vergangenen Jahres zählte der Geschäftsbereich „betriebliche Krankenversicherung“ (bKV) 672.500 versicherte Personen. Insgesamt hatten 6.057 Arbeitgeber Kollektivverträge für ihre Mitarbeiter abgeschlossen. Die Zahl der versicherten Personen erhöhte sich um fast ein Neuntel. Die Gruppe der Arbeitgeber mit bKV-Angebot wuchs sogar um fast ein Viertel.

Dies ist dem aktuellen Rechenschaftsbericht des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) zu entnehmen. Der Bestand an Krankenzusatz-Versicherungen betrug insgesamt 25,52 Millionen. Damit steht für die betriebliche Krankenversicherung ein Anteil von gut 2,6 Prozent zu Buche.

Nicht berücksichtigt sind in den vorgenannten Zahlen die sogenannten „Besonderen Versicherungsformen“. Hierzu zählen etwa die knapp 25 Millionen Auslandsreisekranken-Versicherungen (Stand Ende 2017) oder auch Brillenversicherungen.

Außenseiterrolle

Auch im unabhängigen Vertrieb kommt die betriebliche Krankenversicherung über eine Außenseiterrolle nicht hinaus. Dies ist den letzten Auflagen der Studienreihe Asscompact Trends zu entnehmen. Denn die Gesundheitsvorsorge über den Arbeitgeber landet in der Absatzhitparade regelmäßig auf den hintersten Plätzen.

Die Untersuchung wird quartalsweise von der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH durchgeführt. Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von jeweils mehreren Hundert Maklern und Mehrfachvertretern.

Das bKV-Geschäft lief zuletzt nur für etwa jeden sechsten Befragten nach eigenem Bekunden „(sehr) gut“. Weit über die Hälfte der unabhängigen Vermittler berichtete hingegen von einem „(sehr)“ schlechten“ Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2018.

Zudem ist nur rund jeder fünfte Befragte überhaupt in diesem Geschäftsfeld aktiv. Dies ist der mit Abstand niedrigste Anteil in den 34 abgefragten privaten und gewerblichen Versicherungszweigen. Sogar Gruppen-Unfallversicherungen werden häufiger vermittelt – nämlich von knapp einem Drittel der Makler und Mehrfachvertreter.

Hohe Komplexität

Die Zurückhaltung hängt vor allem damit zusammen, dass die Beratung sehr anspruchsvoll ist und die Produkte der betrieblichen Krankenversicherung oft sehr komplex gestaltet sind (VersicherungsJournal 20.9.2017, 25.9.2017, 26.9.2017).

Allerdings deuten neben den Steigerungsraten auch weitere Anzeichen darauf hin, dass die Rolle der bKV in absehbarer Zeit bedeutsamer wird. So haben in den vergangenen Wochen etwa diverse private Krankenversicherer neue bKV-Produktangebote auf den Markt gebracht (VersicherungsJournal 14.6.2018, 16.8.2018, 17.9.2018).

Auch könnte ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) der Gesundheitsvorsorge über den Betrieb Auftrieb geben. Demnach ist zumindest die arbeitgeberfinanzierte Leistungszusage in der bKV nun wieder als Sachbezug zu behandeln (VersicherungsJournal 14.9.2018).

Die bKV ist ideal dazu geeignet, […] sowohl zu einer schnelleren Genesung des Mitarbeiters zu führen als auch durch Vorsorge Krankheiten zu vermeiden.

Professor Michael Hauer, Geschäftsführer IVFP

Sinn und Nutzen der bKV

Michael Hauer (Bild: Brüss)
Michael Hauer (Bild: Brüss)

„Dieses Urteil kommt als positives Signal gerade zur rechten Zeit, denn seit Jahren liegt die Marktdurchdringung der bKV bei schwachen zehn Prozent“, heißt es in einer Mitteilung der Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen bKV-Kompetenzratings.

Das Institut zeigt sich verwundert über diese geringe Durchdringung. Denn der Aspekt, die Gesundheit der Arbeitnehmer besser abzusichern, habe neben dem Plus für die Beschäftigten auch einen klaren wirtschaftlichen Gedanken.

Laut IVFP-Geschäftsführer Professor Michael Hauer ist die betriebliche Krankenversicherung „ideal dazu geeignet, Kürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung aufzufangen und durch eine umfassende Absicherung sowohl zu einer schnelleren Genesung des Mitarbeiters zu führen als auch durch Vorsorge Krankheiten zu vermeiden.“

Nach Hauers Aussage bedeuten kürzere Ausfallzeiten der Mitarbeiter für den Arbeitgeber geringere Ausfallkosten. Und für den Arbeitnehmer werde die bKV durch die entfallende Gesundheitsprüfung noch attraktiver.

IVFP veröffentlicht Kompetenz-Rating

Als einen Grund für die geringe Marktdurchdringung der bKV nennt der IVFP-Geschäftsführer die hohe Komplexität des Themas im Allgemeinen. Nach seiner Ansicht ist die Implementierung einer neuen betrieblichen Krankenversicherung „ein intensiver Prozess, der qualifizierten Beratungsbedarf erfordert.“

Vor diesem Hintergrund hat das Institut für sein „umfangreiches“ Kompetenzrating den bKV-Markt in den Bereichen Beratung, Vertragsgestaltung, Service und Verwaltung sowie Produktportfolio unter die Lupe genommen.

Diese vier Segmente flossen zu gleichen Anteilen in die Gesamtbeurteilung ein. Insgesamt standen rund 70 Einzelkriterien zur Bewertung. Weitere Details zur Methodik sind auf dieser Internetseite zu finden.

Höchstnote für sechs Krankenversicherer

Sechs Mal hat das IVFP die Höchstnote fünf Sterne vergeben. Hierzu gehören

4,5 Sterne erhielten die R+V Krankenversicherung AG, die Württembergische Krankenversicherung AG, die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) sowie die Central Krankenversicherung AG.

Die besten Anbieter in den Teilbereichen

Im Bewertungsbereich Beratung haben die Analysten unter anderem Unterschiede im Umfang der unterstützenden Maßnahmen wie etwa der Beratungssoftware ausgemacht. Insgesamt schnitten hier neben Axa, Allianz und Hallesche auch BBKK und SDK besonders gut ab.

Zu den führenden Anbietern im Teilbereich Vertragsgestaltung gehören neben BBKK und Hallesche auch Württembergische und R+V. Hoch gewertet wurde hier insbesondere Flexibilität bei Fragen zu Familienangehörigen, zur Absicherung von Vorerkrankungen beziehungsweise laufenden Behandlungen.

Im Teilbereich Service und Verwaltung überzeugten neben Allianz, Axa und Hallesche auch Württembergische und Gothaer.

Hinsichtlich des Produktportfolios hat das IVFP festgestellt, „dass nahezu alle Anbieter stark aufgestellt sind. Dieses Ergebnis ist aber nicht überraschend, da für Arbeitgeber die Vielfalt bei den Leistungen ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, das die Anbieter erfüllen müssen“, heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

 
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