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Die Hürden in der bAV werden nicht weniger

15.10.2019 – Die betriebliche Altersvorsorge hat immer noch Nachholbedarf. Daran hat auch die Einführung des Betriebsrenten-Stärkungsgesetzes nichts geändert. Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg der Betriebsrente ist nach wie vor das Engagement der Arbeitgeber, wie eine Studie von Nordlight Research zeigt.

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Das 2018 eingeführte Betriebsrenten-Stärkungsgesetz (BRSG) sollte der Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) neuen Schwung geben und insbesondere die Akzeptanz in kleineren und mittleren Betrieben fördern. In der Praxis gelingt die Umsetzung noch nicht.

Nur knapp die Hälfte der angestellten Arbeitnehmer hat derzeit eine bAV abgeschlossen (46 Prozent). Fast drei Viertel (71 Prozent) der Erwerbstätigen kennen das BRSG bisher überhaupt nicht, und die Mehrheit der Arbeitnehmer zeigt sich vom Engagement und von den Angeboten ihrer Chefs zur bAV nur wenig begeistert.

Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Ausgabe des „Trendmonitor Finanzdienstleistungen“ von Nordlight Research GmbH. Die Marktforscher befragten rund 1.000 erwerbstätige Bundesbürger ab 18 Jahren im August und September zu ihren Einstellungen und ihrem Verhalten zu den Vorsorgeprodukten „Betriebliche Altersvorsorge“ (bAV) und „Berufsunfähigkeits-Versicherung“ (BU).

Bekanntheit BRSG (Bild: Nordlight Research)
Bekanntheit BRSG (Bild: Nordlight Research)

Mitarbeiter von größeren Betrieben sind zufriedener

Am 1. Juni 2017 hat der Bundestag das BRSG verabschiedet. (VersicherungsJournal 24.11.2017). Insgesamt wird die vom Arbeitgeber angebotene bAV von den Befragten positiv beurteilt, nur ein Fünftel sieht das Angebot laut der Auswertung des Trendmonitors kritisch.

Aktuell sind etwa ein Drittel der bisher abgeschlossenen bAV-Verträge rein arbeitgeberfinanziert, zwei Drittel hingegen über Entgeltumwandlung mit Arbeitgeberzuschuss.

Insbesondere die unzureichende Höhe des Zugewinns sowie der späteren Rente werden von mehr als einem Viertel der unzufriedenen bAV-Nehmer kritisiert, ebenso die mangelnde Rentabilität durch die Versteuerung der Rente und geringe Zinsen. Auch wenn der Arbeitgeber seine Angestellten zum Abschluss einer bAV verpflichte, könne dies Unzufriedenheit auslösen.

Mitarbeiter von größeren Betrieben, zeigen sich tendenziell zufriedener. „Der Anteil der Arbeitnehmer, die die angebotene bAV als ausgezeichnet bewerten, steigt mit der Unternehmensgröße, obwohl größere Unternehmen nicht häufiger eine rein arbeitgeberfinanzierte bAV anbieten“, schreiben die Autoren in den Studienunterlagen.

Abschlussgründe bAV (Bild: Nordlight Research)
Abschlussgründe bAV (Bild: Nordlight Research)

Zentrale Stellschraube sind die Arbeitgeber

Befragt nach den Abschlussgründen geben 79 Prozent den Zuschuss des Arbeitgebers an. Die Versorgungslücke im Ruhestand sehen 64 Prozent als entscheidend an. Steuervorteile und Schutz der Angehörigen im Todesfall finden 51 Prozent wichtig. „Die Abschlussgründe haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert“, stellt Trendmonitor fest.

Teilnehmer, die keine bAV haben, nennen dafür die Passivität des Arbeitgebers (32 Prozent), einen zu hohen Eigenanteil (15) und andere private Absicherungen (15).

Als wichtigste Hürde wird nach wie vor das fehlende Engagement des Arbeitgebers wahrgenommen. Jeweils gut die Hälfte der Befragten bezweifeln den finanziellen Nutzen von bAV-Produkten in Ermangelung von Steuervorteilen oder günstiger Zinsen. „Kein Bedarf“ oder „fehlende Kenntnis“ um die Möglichkeit einer bAV sind keine relevanten Hinderungsgründe für die Befragten.

Um die politischen Ziele des BRSG zu erreichen, braucht es insbesondere für kleinere und mittlere Arbeitgeber stärkere Impulse.

Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer Nordlight Research GmbH

Ansätze gegen den Status als ungeliebtes Produkt

„Zentrale Stellschraube für die Stärkung der bAV sind die Arbeitgeber“, fasst Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer bei Nordlight Research, die Ergebnisse zusammen. „Um die politischen Ziele des BRSG zu erreichen, braucht es insbesondere für kleinere und mittlere Arbeitgeber stärkere Impulse.“

Vermehrte fachliche Unterstützung, positive Vermittlungsanreize und auch eine Reduzieren der Verwaltungsaufwände könnten Ansatzpunkte laut Melles sein, die bAV aus ihrem gegenwärtigen Status als eher ungeliebtes Produkt herauszuholen.

BRSG muss nachgebessert werden

Experten sind sich mittlerweile aber einig, dass das BRSG nachgebessert werden muss, um die Akzeptanz bei Arbeitgebern und Mitarbeitern zu erhöhen, sonst werde die Einführung eines Obligatoriums immer wahrscheinlicher (7.6.2019).

Fast jeder zweite Mittelständler beabsichtigt, das Betriebsrentenangebot des eigenen Unternehmens mit den Möglichkeiten des BRSG auszubauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Generali Deutschland AG. Häufigste Kooperationspartner der KMU sind demnach Versicherer, Pensionskassen und Versicherungsmakler (9.5.2019).

In der Produkthitparade von Maklern und Mehrfachvertretern liegt die bAV derzeit auf Rang 16 (Vorquartal 15). Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Auflage III/2019 der Asscompact Trends (17.9.2019).

Lesetipp „Das BRSG − Neue Impulse oder vertane Chance für die bAV?“
Bild: VersicherungsJournal
Bild: VersicherungsJournal

Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz ist seit Januar 2018 in Kraft. Welche neuen Regelungen das BRSG bringt und deren Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung, Arbeitgeber und Beratung, beschreibt das Dossier des VersicherungsJournals.

Untersucht werden unter anderem das neue Modell für Tarifpartner und die Möglichkeiten für nichttarifgebundene Betriebe, das Konzept umzusetzen.

Des Weiteren wird über die zukünftige Handhabung des Arbeitgeberzuschusses beim Sozialpartnermodell wie auch bei Entgeltumwandlung informiert.

Ein weiterer Aspekt, der in dem Dossier tiefer gehend betrachtet wird, ist die Frage der steuerlichen Förderung. Hier werden unter anderem die Situation für Geringverdiener, die Bedingungen für Arbeitgeber sowie die zusätzliche Steuerförderung für versicherungsförmige Wege thematisiert.

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung. Sie finden einen Download des Dossiers unter diesem Link.

Leserbriefe zum Artikel:

Thomas Oelmann - Freude des Arbeitgebers und Nachteil des Arbeitnehmers. mehr ...

 
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