Die häufigsten und teuersten Kasko-Schäden

19.11.2018 – 2017 war Glasbruch sowohl die häufigste als auch die teuerste Teilkasko-Schadenursache bei Pkw. Dies zeigen aktuelle GDV-Zahlen. Bei fast allen Ursachen stiegen die Aufwendungen insgesamt sowie beim Durchschnitt zum Teil deutlich.

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Häufigste Teilkasko-Schadenursache bei Personenkraftwagen waren auch im vergangenen Jahr Glasbruchschäden. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hatten die deutschen Kraftfahrzeug-Versicherer 2017 für fast 2,15 Millionen Bruchschäden an Scheiben, Rückspiegeln und Scheinwerfern bei Pkw einzustehen.

An zweiter Stelle liegen Sturm-, Hagel- und Blitzschäden. Hierfür werden in der Verbandsstatistik beinahe 370.000 Ereignisse aufgeführt. Dahinter folgen Schäden durch Wildunfälle, durch Marderbisse und Teilentwendungen mit zwischen knapp 280.000 und 90.000 Schäden.

Glasbruchschäden auch am teuersten

Die Glasbruchschäden waren 2017 nicht nur die häufigste, sondern für die Versicherer auch der teuerste Anlass des Gesamtschadenvolumens. Die ausgezahlten Versicherungsleistungen summierten sich hier auf über 1,2 Milliarden Euro.

Dahinter folgen mit jeweils knapp über beziehungsweise unter 750 Millionen Euro die Aufwendungen für Sturm-, Hagel- und Blitzereignisse sowie für Wildunfälle. Auf rund 200 Millionen beliefen sich im vergangenen Jahr die Kosten für Entschädigungen nach Autodiebstahl, was Position vier bei den Leistungen bedeutet. Für Marderbisse waren gut 70 Millionen Euro an Entschädigungs-Leistungen fällig.

Teuerste Kaskoschäden (Bild: Wichert)

Ein Vergleich mit der vom GDV herausgegebenen Publikation „Statistisches Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2018“ (VersicherungsJournal 24.8.2018, 27.8.2018) ist nicht möglich. Denn die vorgenannten Daten umfassen die Teilkaskoschäden von Voll- und Teilkaskoversicherten, während im Taschenbuch nach der vom Kunden abgeschlossenen Versicherung unterschieden wird.

Glasbruch und Wildunfälle: Neue Rekordwerte

2017 waren – wie bereits zwei Jahre zuvor (VersicherungsJournal 26.11.2016) – zum Teil sprunghafte Veränderungen bei den einzelnen Schadenursachen zu beobachten. Ausnahme: die Glasbruchschäden. Während sich die Fallzahl um etwa ein Prozent reduzierte, erhöhten sich die Versicherungsleistungen um rund drei Prozent auf ein neues Rekordhoch.

Zum Vergleich: 2009 und 2010 hatten die Autoversicherer noch jeweils fast 20 Prozent mehr Glasbruchschäden zu regulieren. Durch die gegenläufige Entwicklung bei Schadenzahl und -volumen hat sich der durchschnittliche Aufwand immer weiter auf zuletzt über 550 Euro erhöht. 2006 lag der Wert noch bei etwa 400 Euro.

Kaskoschäden Glasbruch (Bild: Wichert)

Auch bei den Schäden durch Wildunfälle erreichten die Regulierungen 2017 ein neues Rekordhoch (VersicherungsJournal 4.10.2018). Die Kosten nahmen im Vergleich zum Jahr zuvor um ein Elftel zu und haben sich seit 2006 sogar fast verdoppelt.

Da die Menge der regulierten Schäden durch Wildunfälle in diesem Zeitraum nur um etwa ein Drittel gestiegen ist, hat auch der Schadendurchschnitt deutlich zugenommen. Mit über 2.700 Euro war ein solcher Zusammenstoß im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent teurer als 2006.

Kaskoschäden Wildunfälle (Bild: Wichert)

Große Schwankungen bei Schäden durch Naturgefahren

Die Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz schwankten ein weiteres Mal stark. Hier verzeichnete die Branche sowohl bei der Anzahl als auch beim Volumen ein Plus von knapp 50 Prozent im Vergleich zum relativ schadenarmen Jahr 2016. Dadurch blieb der Aufwand pro Fall 2017 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Höchstwert bei Schadenzahl (640.000), Versicherungsleistungen (1,5 Milliarden Euro) sowie beim Schadendurchschnitt (rund 2.300 Euro) wurde 2013 erreicht. Damals hatten sich mit dem Juni-Hochwasser sowie diversen Hagelstürmen außergewöhnlich viele schadenintensive Elementarereignisse ereignet (VersicherungsJournal 6.1.2014).

Die Tiefstwerte gab es 2005: Für 155.000 Fälle brachten die Versicherer knapp 249 Millionen Euro auf. Der Durchschnittsaufwand betrug rund 1.600 Euro.

Kaskoschäden Sturm Hagel Blitz (Bild: Wichert)

Rekordschäden durch Pkw-Diebstähle

Die Zahl der geklauten kaskoversicherten Pkw hatte sich zuletzt seit 2009 relativ konstant zwischen 18.000 und 19.000 eingependelt. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Diebstähle auf unter 17.500 zurück. Im Vergleich zur Jahrtausendwende hat sich die Zahl sogar weit mehr als halbiert.

Auf der anderen Seite nahm der Aufwand immer weiter auf zuletzt fast 324 Millionen Euro zu. Dadurch hat sich auch die mittlere Regulierung auf mittlerweile rund 18.500 Euro erhöht (VersicherungsJournal 23.10.2018). Dies entspricht einer Steigerung um jeweils rund 80 Prozent im Vergleich zu 2007.

Auch für die Folgen von Marderbisse haben die Autoversicherer 2017 eine Rekordsumme aufgewendet. Mit 72 Millionen waren die Kosten zweieinhalb Mal so hoch wie 2005. Die Zahl der Fälle hat sich seitdem um gut die Hälfte erhöht. Der Schadendurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei weit über 300 Euro. 2005 und 2006 waren es erst etwa 200 Euro.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Kfz-Versicherung · Pkw · Regulierung
 
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