Die häufigsten BU-Ursachen

15.4.2016 (€) – Psychische und Nerven-Erkrankungen sind nach Daten des Analysehauses Morgen & Morgen mit fast einem Drittel die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in der privaten Versicherungswirtschaft. Im Vergleich zu 2008 haben diese deutlich zugenommen.

Im Rahmen des gestern vorgestellten neuen Jahrgangs des „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ hat das Analysehaus Morgen & Morgen GmbH (M&M) nicht nur 571 Berufsunfähigkeits- (BU-) Tarife bewertet (VersicherungsJournal 14.4.2016), sondern auch Zahlen zur Entwicklung des BU-Marktes veröffentlicht.

Laut Morgen & Morgen blieb das Neugeschäft 2014 mit rund 830.000 Neuverträgen um knapp 2,4 Prozent hinter dem des Vorjahres zurück. Der Bestand wird auf „relativ konstante“ 15,3 Millionen Verträge beziffert. Größter Anbieter nach Policen wie auch nach Beitragseinnahmen ist (Stand 2013) die Allianz Lebensversicherungs-AG (VersicherungsJournal 7.9.2015).

Immer mehr Leistungsfälle

Wie Morgen & Morgen weiter mitteilte, gab es 2014 mit fast 46.000 anerkannten Leistungsfällen einen neuen Höchststand. Die Leistungsquote (anerkannte Leistungsfälle in Relation zu gestellten Anträgen – ohne Fälle, in denen der Versicherte seinen Antrag nicht weiterverfolgt hat) liegt nach Angaben des Analysehauses im Schnitt bei 74 Prozent.

Diese Zahl zeigt laut Morgen & Morgen, „dass die Versicherer sich ihrer Verantwortung stellen und den Großteil der Leistungsanträge zur Auszahlung führen.“

Eine Aufschlüsselung des Analysehauses der Leistungsfälle nach Altersgruppen zeigt wenig überraschend eine starke Konzentration der Leistungsfälle bei den Versicherten im höheren Alter.

So kommt es in der Altersgruppe unter 30 Jahren nur bei 0,3 Prozent der Policen zu einem Leistungsfall, während es bei den Über-50-Jährigen bereits fast fünf Prozent sind. Insgesamt entfällt in etwa die Hälfte der Leistungsfälle auf Versicherte jenseits der 50.

Die häufigsten BU-Ursachen

Auch zu den BU-Ursachen hat Morgen & Morgen neue Daten vorgelegt. Wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 17.4.2015) liegen hier Nervenerkrankungen, worunter auch psychische Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen zählen, an erster Stelle. Der Anteil liegt bei fast einem Drittel.

Ein gutes Fünftel entfällt auf Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats und rund ein Siebtel auf Krebs und andere bösartige Geschwulste. Unfälle sind nicht einmal in jedem zehnten Leistungsfall Grund für die BU, Herz-/Kreislauf-Erkrankungen nur in etwa jedem 13. Fall. Sonstige Erkrankungen machen das verbleibende Siebtel aus.

Bild: Wichert

Auffällige Entwicklung

Betrachtet man die Entwicklung der BU-Ursachen, so zeigen sich einige auffällige Entwicklungen. Zuallererst ist eine fast kontinuierliche Zunahme bei den Nerven- und psychischen Erkrankungen festzustellen, deren Anteil von knapp einem Viertel im Jahr 2008 auf aktuell fast ein Drittel angestiegen ist.

Im Gegensatz dazu rangieren Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die 2008 noch die häufigste Ursache darstellten, nur noch auf dem zweiten Platz. Im Vergleich zu 2008 verkleinerte sich der Anteil um rund 2,5 Prozentpunkte, war zuletzt aber wieder leicht ansteigend.

Bild: Wichert

Deutlich rückläufig war der Anteil der Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems an den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, der zwischen 2008 und 2014 um rund drei Prozentpunkte abgenommen hat. Auch der Anteil der Unfälle ist tendenziell rückläufig. Bei den Sonstigen Erkrankungen sowie Krebs und anderen bösartigen Geschwulsten gab es bei leichten Schwankungen eher eine Seitwärtsbewegung.

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