Die besten BU-Tarife im Urteil von Softfair

14.5.2019 – Im Rating der Berufsunfähigkeits-Versicherung schneiden von 170 untersuchten Tarifen die meisten mit Höchstnoten ab. Aber nur neun Produkte von Condor, DBV und Universa bekommen für alle Zielgruppen diese Bewertung. Typisch sind Abweichungen von einem oder gar zwei „Eulenaugen“.

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Die Softfair Analyse GmbH hat ihr BU-Leistungsrating, Stand Mai 2019 (PDF, 341 KB) veröffentlicht. Darin sind 170 Tarife für selbstständige Berufsunfähigkeits-Policen (SBU) und Berufsunfähigkeits-Zusatztarife (BUZ) von 38 Anbietern berücksichtigt worden.

Auswahlkriterium war, dass die Produkte über das System von Softfair berechen- und abschließbar sind. Damit sind insbesondere die Tarife von Direkt- und reinen Ausschließlichkeits-Versicherern unberücksichtigt geblieben.

Es fehlen somit in dem Vergleich zum Beispiel Aachenmünchener Lebensversicherung AG, Concordia Oeco Lebensversicherungs-AG, Cosmos Lebensversicherungs-AG, Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungs-Verein a.G., DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG, Europa Lebensversicherung AG, Hannoversche Lebensversicherung AG, Huk-Coburg-Lebensversicherung AG, Provinzial Lebensversicherung Hannover, Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG, R+V Lebensversicherung AG und SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG.

Alle genannten Gesellschaften hatten im jüngsten „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ der Morgen & Morgen GmbH mit mindestens einem Tarif die Höchstwertung erreicht (VersicherungsJournal 25.4.2019). Auch die Franke und Bornberg GmbH hatte mit zuletzt 58 Versicherern in ihrem BU-Rating ein größeres Teilnehmerfeld analysiert (VersicherungsJournal 15.1.2019).

Bewertung nach Zielgruppen getrennt

Eine Besonderheit des Softfair-Ratings ist die getrennte Bewertung nach Zielgruppen. Unterschieden wird, wie geeignet die einzelnen Tarife für die spezifischen Anforderungen von Angestellten, Selbständigen, Berufseinsteigern, Schülern, Beamten, Ärzten und Sonstigen sind.

In der Kategorie Angestellte erhielten von 170 Produkten 118 (70 Prozent) die Höchstnote von fünf und 36 (21 Prozent) vier Eulenaugen.

Noch höher ist der Anteil der Höchstnoten bei den Selbständigen (72 Prozent), Berufseinsteigern (82 Prozent) und Schülern (88 Prozent). Schlechter ist die Quote der Fünf-Eulenaugen-Tarife aus Sicht der Ärzte (67 Prozent), Sonstigen (49 Prozent) und Beamten (49 Prozent).

Nach welchen Kriterien die Benotung vorgenommen wurde, ist aus der Dokumentation (PDF, 2 MB) ersichtlich.

Fünf Eulenaugen in allen Zielgruppen

Laut dem Rating sind längst nicht alle BU-Tarife für alle Kundenkreise gemacht. Manche Produkte entsprechen den Kriterien der verschiedenen Zielgruppen in unterschiedlicher Güte. Typisch sind Abweichungen von einem Eulenauge, vereinzelt sind es sogar zwei.

Von den 170 untersuchten Angeboten erreichen nur neun von drei Versicherern in allen Kategorien fünf Eulenaugen:

Warum so viele Eulenaugen vergeben werden

Bezogen auf die einzelnen Kategorien haben die meisten Produkte die höchste Note erhalten. Damit lässt sich nicht auf den ersten Blick erkennen, wie die sich qualitativ unterscheiden.

Dazu hat das VersicherungsJournal bei Softfair-Geschäftsführer Christoph Dittrich nachgefragt:

„Warum haben Sie nicht die Anforderungen an diese Note verschärft, damit der Leser ein klareres Bild davon bekommt, welche Tarife die besten sind?“

Darauf antwortete Dittrich: „Gerade im Bereich der Berufsunfähigkeits-Versicherung lässt sich gut erkennen was passiert, wenn Rater kontinuierlich die Stellschrauben anziehen und ihnen der Erhalt kleiner Spitzengruppen wichtiger zu sein scheint, als hervorragende Produkte als solche zu bezeichnen.

Eine immer weitergehende Verschärfung der Anforderungen führt weder zu mehr Orientierung für den Vermittler noch zu geeigneteren Produkten für den Verbraucher.

Christoph Dittrich, Geschäftsführer der Softfair Analyse GmbH

Bezahlbarkeit hat gelitten

Christoph Dittrich (Bild: Softfair)
Christoph Dittrich (Bild: Softfair)

Um ihre Sterne, Buchstabenketten oder Rechenzeichen auf den Gütesiegeln nicht zu gefährden, sehen sich viele Produktentwickler gezwungen, die immer wieder neuen Ideen und teilweise sehr speziellen Anforderungen mancher Rater in ihren Produkten zu berücksichtigen.

Dadurch entstanden zugegebenermaßen vor 20 Jahren erst gute, dann aber mehr und mehr Hochleistungsprodukte, mit teuren und nicht selten auch nischigen Bedingungselementen, die heute für viele Kunden- und Berufsgruppen schlicht nicht mehr bezahlbar sind.

Eine immer weitergehende Verschärfung der Anforderungen führt weder zu mehr Orientierung für den Vermittler noch zu geeigneteren Produkten für den Verbraucher, sondern ist ab einem gewissen Punkt schlicht Selbstbefriedigung des Raters.“

Dennoch werde der Ratingansatz jährlich überprüft, ergänzte der Manager.

Kaum Veränderungen zum Vorjahr

Zur aktuellen Entwicklung erklärte Dittrich: „An dem Leistungsniveau der BU-Tarife sind in den letzten Jahren kaum Veränderungen zu sehen – nur wenige Versicherer haben noch ein Facelift ihrer BU gemacht und ein, zwei fehlende Leistungskriterien nachgezogen.

Das Niveau ist auf einem derart hohen Level, dass Spielräume kaum vorhanden oder weitere Leistungsinhalte schwer integrierbar sind. Daher auch die Ballung der vielen Topbewertungen.

In letzter Zeit haben wir eher einen Trend zu noch granularerer Berufseinordnung bei den BU-Tarifen gemerkt. Die Versicherer versuchen, eher die Zielgruppen und deren Beiträge zu optimieren als die Leistungsinhalte."

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Lebensversicherung · Rating · Zielgruppe
 
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