WERBUNG

Die beliebtesten Wege der betrieblichen Altersversorgung

2.2.2021 – Die Entgeltumwandlung bleibt der beliebteste Förderweg in der betrieblichen Altersvorsorge. Riester spielt dagegen in keinem Durchführungsweg eine große Rolle. Die gezahlten Beiträge der aktiv Versicherten steigen leicht an. Das zeigt die neunte Trägerbefragung zur „BAV 2019“ des Bundes-Arbeitsministeriums.

Bei den Trägern der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gingen im Dezember 2019 Beiträge für über 21 Millionen aktiv Versicherte ein. Gegenüber Dezember 2017 ist die Zahl damit um 509.000 oder 2,5 Prozent gestiegen (VersicherungsJournal 29.1.2021). Von diesen Versicherten kommen knapp 15,2 Millionen aus der Privatwirtschaft und 5,8 Millionen aus dem öffentlichen Sektor.

Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Befragung der bAV-Träger durch Kantar Public im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Der Forschungsbericht „Trägerbefragung zur betrieblichen Altersversorgung 2019“ (BAV 2019, PDF, zwei MB) ist eine empirische Untersuchung zur Situation und Entwicklung dieser Vorsorgeform. Das BMAS wertet die Daten seit 2003 aus, mit „BAV 2019“ zum neunten Mal.

Angaben zur Methodik

Für den aktuellen Forschungsbericht befragten die Sozialforscher Pensionskassen, Pensionsfonds, Lebensversicherungen, die betriebliche Direktversicherungen anbieten, und öffentliche Zusatzversorgungsträger. Die Daten zu Direktzusagen und Unterstützungskassen basieren auf Geschäftsstatistiken des Pensions-Sicherungs-Vereins VVaG (PSVaG).

Zusätzlich flossen Geschäfts- und Verbandsstatistiken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in die Auswertung ein.

Ergänzend zu den Erhebungen bei den Trägern führt das Ministerium auch eine Umfrage zur „Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung“ unter sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten durch (1.3.2019, 9.2.2017). Demnach hatten Ende 2019 gut 45 Prozent der 2,14 Millionen einbezogenen Betriebe für alle oder Teile ihrer Mitarbeiter eine bAV eingerichtet.

WERBUNG

Pensionskassen: Förderung über Entgeltumwandlung

Im aktuellen Forschungsbericht nahmen die Sozialforscher auch die Förderung in den verschiedenen Durchführungswegen unter die Lupe.

Von den 4,741 Millionen Arbeitnehmern, die im Dezember 2019 Anwartschaften bei einer Pensionskasse erworben hatten, machten 44 Prozent (2017: 48 Prozent) von der Möglichkeit einer Entgeltumwandlung Gebrauch. Bei Frauen lag der Anteil mit 48 Prozent deutlich höher als bei Männern mit 42 Prozent.

Nach Angaben des Forschungsberichts wurden in Summe 91 Prozent der über Entgeltumwandlungen bedienten aktiven Anwartschaften bei Pensionskassen gefördert.

Die Riester-Förderung spielte im Zusammenhang mit Pensionskassen, wie bereits in den Vorjahren, nur eine geringe Rolle, so die Autoren. Im Dezember 2019 machten nur zwei Prozent der bei Pensionskassen aktiv Versicherten von diesem Förderweg Gebrauch.

Durchschnittlich beliefen sich die monatlichen Beiträge zu Pensionskassen im Dezember 2019 auf 90 Euro. Frauen liegen mit 77 Euro unter, Männer mit 119 Euro über diesem Betrag. Die durchschnittlichen Beiträge zu Pensionskassen bei Entgeltumwandlung beziffern die Autoren auf 109 Euro.

Pensionsfonds: Beiträge steigen

Für den überwiegenden Teil der aktiv Versicherten beruhten die Anwartschaften bei Pensionsfonds auf einer Entgeltumwandlung. Im Dezember 2019 betraf das insgesamt 58 (2017: 61) Prozent der Versicherten. Nennenswerte Unterschiede zwischen Männern (60 Prozent) und Frauen (62 Prozent) bestanden im Erhebungszeitraum nicht, führen die Autoren aus.

Somit sei „ein leichter Rückgang des Anteils der über Entgeltumwandlungen finanzierten Anwartschaften bei Pensionsfonds festzustellen“, heißt es dazu im vorliegenden Bericht. Wie bei den Pensionskassen ist die Zahl der Arbeitnehmer mit Riester-Förderung äußerst niedrig. Lediglich ein Prozent der männlichen wie der weiblichen aktiv Versicherten machen davon Gebrauch.

Die durchschnittlichen Beiträge bezifferte der Forschungsbericht 2019 auf insgesamt 108 Euro im Monat. Damit lagen sie fünf Euro höher als noch 2017 (103 Euro). „Die Höhe der Beiträge zu Pensionsfonds und Pensionskassen waren 2015 noch fast identisch. Seit 2016 ist der durchschnittliche Beitrag bei Pensionskassen jedoch rückläufig, während er bei den Pensionsfonds ansteigt“, fassen die Autoren zusammen.

Die durchschnittlichen monatlichen Beiträge bei Entgeltumwandlung lagen, bei Männern und Frauen zusammengefasst, mit 85 Euro deutlich niedriger als für die aktiv Versicherten insgesamt (108 Euro).

Anwartschaften auf Leistungen von Direktversicherungen nach Art der staatlichen Förderung. (Bild: BMAS)
Anwartschaften auf Leistungen von Direktversicherungen nach Art der staatlichen Förderung. (Bild: BMAS). Zum Vergrößern Bild klicken.

Direktversicherungen: Riester spielt hier keine Rolle

Von den über 8,4 Millionen im Dezember 2019 aktiv bedienten Direktversicherungs-Verträgen basierten 61 Prozent auf einer Entgeltumwandlung. Dieser Anteil ist gegenüber 2017 konstant geblieben, so die Sozialforscher in ihrer Auswertung. Der Anteil der Männer lag mit 62 Prozent etwas höher als der der Frauen mit 60 Prozent.

Die Riester-Förderung spielte in der Direktversicherung „eine noch geringere Rolle als bei den übrigen Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung“, heißt es im Forschungsbericht. Im Dezember 2019 wurden nur 0,1 Prozent der Direktversicherungen über diesen Weg gefördert.

Die ausgewiesene Höhe der Beiträge zu diesen Verträgen ist im Untersuchungszeitraum 2017 bis 2019 von durchschnittlich 98 Euro pro Monat auf 106 Euro gestiegen: bei Männern um durchschnittlich neun auf 109 Euro und bei Frauen um acht auf 101 Euro.

Damit sind die Beiträge zu Direktversicherungen durchschnittlich etwas geringer als zu Pensionsfonds und etwas höher als zu Pensionskassen. Diese haben sich 2019 durchschnittlich auf 90 beziehungsweise 108 Euro belaufen.

Perspektiven in der bAV

Im Rahmen des Forschungsberichts befragten die Sozialforscher die Träger der Privatwirtschaft abschließend nach dem Stand ihrer Planungen, was die Durchführung reiner Beitragszusagen oder Zielrenten angeht (VersicherungsJournal 19.3.2018). Diese Möglichkeit basiert auf dem zum 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Betriebsrenten-Stärkungsgesetz (BRSG).

Bisher führt noch keiner der befragten Träger reine Beitragszusagen durch. Zum Befragungszeitpunkt standen 40 Prozent der Teilnehmer einer Einführung von reinen Beitragszusagen aufgeschlossen gegenüber. Bei der Vorgängerstudie „BAV 2017“ betrug dieser Anteil nur 28 Prozent.

Bei einer Betrachtung der Überlegungen nach einzelnen Trägertypen fiel den Autoren des Forschungsberichts auf, dass die Pensionskassen und die Träger von Direktversicherungen besonders häufig keine reinen Beitragszusagen planen. Mit 40 Prozent bei den Pensionskassen und 37 Prozent bei den Direktversicherungen sei dies bei beiden Typen die jeweils größte Gruppe.

Während bei den Direktversicherungen 32 Prozent reine Beitragszusagen aktuell oder in Kürze anbieten wollen, liege dieser Anteil mit 17 Prozent bei den Pensionskassen besonders niedrig. Unter den Pensionsfonds habe dagegen knapp die Hälfte (46 Prozent) bereits ein solches Angebot ins Portfolio aufgenommen oder werde dies in Kürze tun, so die Autoren.

Lesetipp: Dossier „Aufbruch in die neue bAV-Welt
Dossier Ausbruch bAV (Bild: VersicherungsJournal )

Welchen Chancen und Hürden es für den Vertrieb in Sachen bAV gibt, wird in einem neuen Dossier des VersicherungsJournals berichtet. Es stellt die erste Einigung zur Nahles-Rente vor und fasst zusammen, welche Konsortien sich bislang aufgestellt haben. Erklärt wird der aktuelle Stand zum Thema Arbeitgeberzuschuss und zur Doppelverbeitragung.

Des Weiteren wird ein Blick auf die Favoriten der Versicherungsvermittler unter den Anbietern betrieblicher Vorsorgelösungen geworfen. Zudem berichten bAV-Experten über die Herausforderungen durch die Digitalisierung und geben ihre Einschätzung zu den Perspektiven des Geschäfts ab.

Das vollständige 26-seitige Dossier „Aufbruch in die neue bAV-Welt – Wie Regulatorik, BRSG und Digitalisierung neue Perspektiven für die betriebliche Altersversorgung schaffen“ steht Premium-Abonnenten als PDF-Datei (1,28 MB) unter diesem Link zum Herunterladen kostenlos zur Verfügung.

Das gilt auch für jene, die jetzt erst das Abonnement abschließen. Nicht-Abonnenten können das Dossier als E-Paper im PDF-Format für 14,50 Euro einschließlich Mehrwertsteuer online bestellen.

 
WERBUNG
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 13.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Alles reine Spekulation?

Fondsgebundene Ver-
sicherungen sind meist erklärungsbedürftig.
Wie Sie Ihren Kunden die Produkte näherbringen und erfolgreich Verkaufsgespräche führen, erklärt Ihnen ein ausgewiesener Fondsexperte.

Mehr Informationen erhalten Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
9.6.2020 – 2019 war die bAV eigentlich auf einem guten Weg, wie eine Umfrage der Generali im Mittelstand zeigt. In der Coronakrise geht es jetzt vor allem um Bestandserhalt. (Bild: Generali) mehr ...
 
20.3.2018 – Das BRSG steigert die Attraktivität der betrieblichen Altersversorgung (bAV) offensichtlich vor allem in kleinen Firmen. Die legen Wert auf intensive Beratung. Eine kürzlich vorgestellte Studie macht ihren Bedarf und ihre Wünsche deutlich. (Bild: Generali/FAZ-Institut) mehr ...
 
22.12.2017 – Zahlreiche neue Regelungen rund um die Beratung und die Berater treten im kommenden Jahr in Kraft. Nur Weniges wird die Arbeit der unabhängigen Vermittler und Berater erleichtern. (Bild: Anlagegold.de) mehr ...
 
1.3.2019 – Die aktuelle Trägerbefragung des Bundes-Arbeitsministeriums zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) zeigt eine deutliche Entscheidung für einen bestimmten Förderweg. Wie sich die Beitragszahlungen entwickelten und welchen Weg die Trägerunternehmen künftig einschlagen wollen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
28.11.2019 – Wie verbreitet die betriebliche Altersversorgung in deutschen Unternehmen ist, sich die Neuerungen des BRSG etabliert haben und wie die Beschäftigten bei der Entgeltumwandlung mitziehen, hat eine aktuelle Studie untersucht. (Bild: WTW) mehr ...
 
22.11.2019 – Die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) lässt immer noch zu wünschen übrig. Nicht einmal die Hälfte der Arbeitnehmer besitzt einen entsprechenden Vertrag. Aber es gibt auch positive Signale – und weitere Verbesserungsvorschläge von bAV-Experten. (Bild: Brüss) mehr ...
 
5.6.2019 – Als „Zulagenrente“ will Verdi Riester in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wieder „en vogue“ machen. Auf seinem bAV-Forum stellte der HDI „Förder-Hopping“ vor. Thema war natürlich auch das erste Sozialpartnermodell. (Bild: Lier) mehr ...
 
19.2.2021 – Die betriebliche Altersvorsorge steht wohl vor einem tiefgreifenden Wandel, wie auf einem Kongress bekannt wurde. Von der Nahles-Rente wird eine Signalwirkung erwartet, Impulse zum Beleben des Geschäfts sahen die Experten auch an anderer Stelle. (Bild: Schmidt-Kasparek) mehr ...
WERBUNG