Condor BU-Schutz wartet mit verbesserter Beamten-Klausel auf

24.1.2019 – Die Neuauflage der Berufsunfähigkeits-Versicherung der Condor führt viele kundenfreundliche Merkmale der Vorgängerversion fort. Das Bedingungswerk versucht im Vorwege, eventuelle Missverständnisse auszuräumen. Der Tarif verfügt über eine Arbeitsunfähigkeits- und eine Dienstunfähigkeits-Klausel. Letztere ist deutlich verbessert worden und leistet nun auch bei Beamten auf Widerruf oder Beamten auf Probe. Bei Studenten wird im Leistungsfall die Studierfähigkeit im gewählten Studienfach geprüft, bei Auszubildenden auf den angestrebten Beruf abgestellt, schreibt Makler Philip Wenzel in seinem Gastbeitrag.

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Die Condor Lebensversicherungs-AG hat schon immer gut lesbare und insgesamt kundenfreundliche Versicherungs-Bedingungen geliefert. Das hat sich auch 2019 nicht geändert. Bei der neuen Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung gefällt nun besonders, dass der Bedingungstext fast komplett ohne Verweise auf andere Textstellen auskommt. Das macht das Lesen deutlich angenehmer, denn man muss nicht von einer Stelle zur anderen springen.

Philip Wenzel (Bild: Privat)
Philip Wenzel (Bild: Privat)

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass viele Fragen beantwortet werden, auf die der durchschnittliche Leser von Bedingungen vielleicht alleine nicht kommen würde. So haben beispielsweise nur wenige BU-Versicherer geregelt, was passiert, wenn der Kunde während der Vertragslaufzeit wieder gesund wird. Oder: Ist die BU-Rente in der Höhe vor Eintritt des Versicherungsfalls oder die Höhe inklusive aller Erhöhungen während der Leistungsdauer versichert?

Möglichkeiten des Beitragsausgleichs

Bei der Condor weiß der Leser, dass er die erfolgten Erhöhungen auf Antrag mitversichern kann und dass diese auch beitragsfrei mitversichert wären, wenn die Berufsunfähigkeit erneut aufgrund derselben Ursache eintritt.

Im nächsten Bedingungsstand könnte die Condor dann darüber informieren, was passiert, wenn der Versicherte für die erhöhte Rente bezahlt, dann aber doch die BU aufgrund derselben Ursache eintritt. Wahrscheinlich wird der Mehrbeitrag verzinst zurückgezahlt, analog zu den zu viel gezahlten Beiträgen während einer Leistungsfallprüfung.

Auf Wunsch gestundete Beiträge müssen im Übrigen innerhalb von zwölf Monaten zurückgezahlt werden oder sind durch eine Reduktion der Leistung auszugleichen. Beides sind probate Mittel. Die Condor informiert auf Wunsch auch über gegebenenfalls weitere Möglichkeiten des Beitragsausgleichs. Es sind im Einzelfall also auch eventuelle Rückzahlmodalitäten über einen längeren Zeitraum möglich.

Bei Azubis auf den angestrebten Beruf abgestellt

Schüler und Hausmänner gelten als Beruf. Bei Studenten wird die Studierfähigkeit in dem gewählten Studienfach im Leistungsfall geprüft. Bei Auszubildenden wird hingegen auf den angestrebten Beruf abgestellt, was sich nicht ohne Weiteres allgemeingültig bewerten lässt.

Im Fall von handwerklichen Berufen ist davon auszugehen, dass eine Prüfung des Zielberufs eher zum Erfolg führen dürfte als die Prüfung eines Auszubildenden. Denn der ausgelernte Angestellte sitzt nicht so oft auf der Schulbank und kann deswegen wahrscheinlich den BU-Grad von 50 Prozent eher erfüllen.

Man könnte kritisieren, dass der Zielberuf nur schwierig konkret zu beschreiben sein wird. Aber die Condor hält sich hier schlicht und einfach an geltende Rechtsprechung. In einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24. Februar 2010 (IV ZR 119/09) heißt es, dass die Anforderungen, die an einen angestrebten Beruf zu stellen sind, schon für den Azubi gelten. In dem Urteil geht es zwar um die Nachprüfung, aber es ließe sich mit einigem Recht auch auf die Erstprüfung übertragen.

Verbesserte Beamten-Klausel

Eine eindeutige Verbesserung ist allerdings die neue Beamten-Klausel der Condor. Bisher griff die Klausel nur bei der Versetzung in den Ruhestand (VersicherungsJournal 17.1.2017), was nur bei Beamten auf Lebenszeit grundsätzlich und bei Beamten auf Probe in absoluten Ausnahmefällen möglich ist. Jetzt leistet der Hamburger Versicherer auch bei Beamten auf Widerruf und Beamten auf Probe.

Die Klausel ist eine sogenannte echte Dienstunfähigkeits- (DU-) Klausel, da die Versetzungsverfügung oder Entlassungsurkunde als Nachweis ausreicht. Die Versetzung muss aus gesundheitlichen Gründen erfolgen, was aber auch einleuchtend ist. Sonst wäre es keine Dienstunfähigkeit, sondern ein Vorruhestand.

Bemerkenswert ist, dass es keinerlei zeitliche Einschränkung für die Beamten auf Widerruf oder Probe gibt. Bei einer Entlassung würde die Condor also unbefristet anerkennen und ganz normal in das Nachprüfungsverfahren gehen.

Vertrieblich wird der Tarif damit nicht nur für Beamtenanwärter interessant, sondern auch für Lehramtsstudenten oder alle, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, aber eine Verbeamtung in der Laufbahn durchaus möglich ist. (In diesen unseren Zeiten kann es aber auch umgekehrt passieren, dass – wie im Falle des Autors – ein Lehrer zum Versicherungsmakler wird.)

Arbeitsunfähigkeit zeitgleich mit BU zu beantragen

Dann ist es zumindest nicht schlecht, wenn der Tarif auch über eine sogenannte Arbeitsunfähigkeits-Klausel verfügt. Die Condor leistet für insgesamt 36 Monate, verlangt aber eine zeitgleiche Beantragung der BU-Rente. Das ist selbstverständlich ratsam, aber als Obliegenheit hat der Versicherer eben auch die Möglichkeit, bei Nichterfüllung die Leistung zu verweigern.

Gerade bei psychischen Erkrankungen können sich Begutachtungen auch mal über Jahre ziehen. Da wäre es den Versicherten gut, die Gewissheit zu haben, auf Vorlage der gelben Scheine schon mal die Leistung zu erhalten. Diese Problematik scheint sich aber zu einer grundsätzlich philosophischen Frage unter den Versicherern zu entwickeln.

Ebenfalls sehr positiv ist, dass die Condor als einer von wenigen auch weiterhin auf die Meldung bei gesundheitlicher Verbesserung im Leistungsfall verzichtet. Unterm Strich betrachtet, verbessert sich der Tarif vor allem für Beamte und alle, die noch nicht genau wissen, in welchem Angestelltenverhältnis sie den Rest ihres Lebens verbringen möchten. Was wiederum eine recht große Zielgruppe sein dürfte.

Der 39-jährige Bürokaufmann zahlt bis zum Endalter 67 für 1.000 Euro Rente mit einem Prozent garantierter Leistungsdynamik 74,13 Euro (105,89 Euro Brutto). Der Mechatroniker zahlt 108,34 Euro (154,77 Euro Brutto).

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

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