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bKV: Corona bringt neue Absatzchancen für Vermittler

31.7.2020 – Trotz Pandemie sind die Aussichten für die betriebliche Krankenversicherung positiv. Bestimmte Branchen investieren gerade jetzt in die Absicherung ihrer Belegschaften. Geholfen hat wohl auch die verbesserte Förderung. Die Unterstützung für den Vertrieb wird in diesem Geschäftsfeld weiter ausgebaut, wie die Beispiele Allianz, Hallesche und SDK zeigen.

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In das Geschäft der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) schien Bewegung gekommen zu sein – zumindest belegen dies Auswertungen von Daten vor Ausbruch der Coronakrise. Neuere Umfragen sprechen dagegen von einem deutlichen Einbruch bei den zusätzlichen Leistungen des Arbeitgebers.

So kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY-Parthenon Financial Services GmbH zu dem Schluss, das Neugeschäft in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und in der bKV liege derzeit brach. Das Minus in der bAV könnte im laufenden Geschäftsjahr zwischen 33 bis 42 Prozent betragen, so die Berater (VersicherungsJournal 22.7.2020).

Für die bKV heißt es in den Unterlagen zu der Auswertung: Bei mittelständischen Unternehmen rechne man mit einem „massiven Neugeschäftseinbruch“.

bKV steigt beim unabhängigen Vertrieb ins Mittelfeld auf

Zur Erinnerung: Ende 2019 hatten 10.200 Arbeitgeber bKV-Kollektivverträge für ihre Mitarbeiter abgeschlossen. Der Geschäftsbereich betraf 820.000 versicherte Personen. Ihre Zahl hatte sich um fast ein Drittel, die Gruppe der Arbeitgeber mit bKV-Angebot um etwa ein Zwölftel erhöht. Das hat der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) noch Anfang Januar mitgeteilt (10.1.2020).

Im unabhängigen Vertrieb spielte das Geschäftsfeld lange Zeit nur eine Außenseiterrolle. In der Studienreihe Asscompact machte die Gesundheitsvorsorge über den Arbeitgeber aber in der Absatzhitparade einen Sprung nach oben und stieg auf Position 24, bei 39 untersuchten Produktgruppen (9.6.2020).

Unterschiede nach Branchen und Arbeitgebern

Nach Aussagen einiger Produktgeber stellt sich die aktuelle Situation am Markt trotz der zuletzt pessimistischen Prognose jedoch vielschichtig dar.

Jan Esser (Bild: Christian Kaufmann)
Jan Esser (Bild: Christian Kaufmann)

„Die Konstellationen sind derzeit sehr unterschiedlich. Gerade Unternehmen, deren Belegschaften in der Coronakrise und während des Lockdowns besonders gefordert waren, bieten ihren Mitarbeitern jetzt als Wertschätzung ihrer Leistungen eine bKV an“, sagt Dr. Jan Esser, Produkt-Vorstand bei der Allianz Private Krankenversicherungs-AG.

Dazu gehören laut Esser zum Beispiel Firmen wie Pflegedienste oder Unternehmen des produzierenden Gewerbes. „Durch Corona sind Gesundheitsthemen noch einmal deutlich ins Bewusstsein der Menschen gerückt, und das wird das Wachstum in der bKV weiter stärken. Wir sehen keine flächendeckende Zurückhaltung bei den Firmen – im Gegenteil“, so Esser.

Fachkräftemangel treibt das Thema

Zudem sei das Thema Fachkräftemangel bei den Unternehmen nicht vom Tisch. „Arbeitgebern ist die Bedeutung von Mitarbeitergewinnung und -bindung heute bewusster. Dadurch spielen die Stärken der bKV wie die damit ausgedrückte Anerkennung eine größere Rolle“, meint der Allianz-Vorstand.

2019 konnte der Krankenversicherer nach Aussage von Esser gut 22 Prozent vom Nettozuwachs am Markt bei sich verbuchen. Der Absatz über unabhängige Makler habe sich seit 2015 „verfünffacht“.

Konkrete Zahlen nennt der Vorstand nicht, Aufschluss gebe der Bericht im August über das erste Halbjahr 2020. 2018 hatte der Versicherer diverse Änderungen im Segment bKV vorgenommen: die Produktwelt vereinfacht (14.6.2018) und neue Bausteine eingeführt (16.8.2018).

SDK: Firmenverträge legen zu

Oliver Schwab (Bild: SDK)
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Wettbewerber bestätigen den positiven Trend in der Krankenzusatzvorsorge über den Arbeitgeber, trotz Pandemie. „Das Thema ist mittlerweile in den Köpfen der Arbeitgeber angekommen und das erleben wir auch bei der SDK. Die Zahl unserer Firmenverträge ist wieder gestiegen“, erklärt Oliver Schwab, Leiter Firmenkundengeschäft bei der Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK).

In der bKV erhöhte sich die Anzahl der Verträge laut Geschäftsbericht 2019 auf 3.010 (Vorjahr: 2.995) mit 115.239 versicherten Personen. Zusätzlich führte der Versicherer im Juni dieses Jahres wie angekündigt (15.11.2019) Neuerungen in seiner bKV-Produktwelt ein.

Die wichtigsten Änderungen der Gesellschaft: Viele Branchen waren risikobedingt bislang nicht versicherbar, das hat die Gesellschaft jetzt angepasst. Darüber hinaus bietet die SDK die Option auf einen Freistellungstarif, bei dem der Arbeitgeber bei längeren Auszeiten die Beiträge nicht weiterbezahlen muss.

Verbesserte Förderung wirkt sich positiv aus

Ein konkreter Grund für die gestiegene Nachfrage wird bei den Versicherern unter anderem in der verbesserten Förderung gesehen. Schließt ein Arbeitgeber für seine Mitarbeiter eine betriebliche Krankenversicherung ab, so sind die Beiträge zur Freigrenze von 44 Euro monatlich als Sachlohn steuer- und sozialabgabenfrei (7.8.2019).

Hinzu kam Ende vergangenen Jahres die Neuregelung, wie höhere Beiträge behandelt werden. Auf diese kann seitdem eine Pauschalbesteuerung angewandt werden, dabei entfallen die Sozialversicherungs-Beiträge (16.12.2019).

„Die steuerrechtliche Änderung, dass die bKV vom Arbeitgeber nicht mehr als Barlohn versteuert werden muss, hat dem Thema einen Schub gegeben“, erklärt dazu Schwab.

Hallesche: Wachstumstreiber im Neugeschäft war bKV

Einen etwas anderen Weg in der bKV geht die Hallesche Krankenversicherung a.G. mit ihren sogenannten Budget-Tarifen „Feelfree“ (29.10.2018). Das Angebot adressiert Firmenkunden ab zehn Mitarbeiter.

Das Neugeschäft der Gesellschaft erhöhte sich 2019 um 28,5 Prozent auf 3,2 Millionen Euro. Treiber war laut Unternehmensangaben die Krankenzusatz-Versicherung im betrieblichen Umfeld (20.3.2020). Bei konkreten Prognosen für das laufende Jahr gibt sich die Hallesche, wie auch die Wettbewerber, bedeckt.

Sascha Marquardt (Bild: Axel Kirchhof)
Sascha Marquardt (Bild: Axel Kirchhof)

„Natürlich sind einige Firmen zurückhaltender mit Investitionen in Krisenzeiten, zugleich ist aber die Sensibilität für die betriebliche Gesundheitsvorsorge durch die Pandemie so hoch wie nie zuvor. Es gibt Unternehmen, die unter der Krise sehr leiden. Andere, zum Beispiel Lebensmittel-Einzelhandel oder Gesundheits-Dienstleister, verzeichnen sogar mehr Umsatz“, so Sascha Marquardt, Direktions-Bevollmächtigter im Kompetenzcenter Firmenkunden der Halleschen.

Neue Absatzchancen für Vermittler

Auch die Akzeptanz im freien Vertrieb scheint sich verbessert zu haben. „Viele Vermittler sind heute offener für eine bKV als sie es noch vor ein paar Jahren waren oder erkennen nun, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, erstmals neue Absatzchancen“, beobachtet Marquardt.

Im Maklermarkt seien aber Speziallisten gefragt, die die strategische Bedeutung der bKV für Firmenkunden vermitteln könnten, meint Schwab von der SDK.

Allianz-Manager Esser ist überzeugt, dass Vermittler, die in den Sparten Sachversicherung und bAV aktiv und vernetzt sind, ihre Firmenkunden-Kontakte nutzen sollten. „Wenn der Makler die betriebliche Krankenzusatzvorsorge für die Belegschaft beim Unternehmer oder der Geschäftsführung nicht anspricht, wird das Geschäft ein anderer machen.“

Stärkung für den Vertrieb der bKV

Auf Ausbau und Erweiterung der bKV setzt auch der Marktführer in der Kranken-Vollversicherung. Der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. hat gerade erst ein Drittel der Anteile an dem Vermittler Wir für Gesundheit GmbH übernommen (29.7.2020).

Beim Service für die Vermittler haben auch die anderen Gesellschaften bereits aufgerüstet. So hat die Allianz ihr Unterwriting für die bKV verstärkt (31.1.2020) und die eigene Mannschaft für die Vertriebsunterstützung und Beratung auf zehn verdoppelt.

Die Hallesche hat ein „Kompetenzcenter Firmenkunden“ als kundenorientierte Steuerungs- und Vermarktungseinheit etabliert (25.9.2017, 29.10.2018). Die größte Unterstützung in der Krankenzusatzvorsorge über den Chef sieht die SDK in deren neuen Produktwelt, die den Beitrags-Freistellungstarif sowie den Einschluss bisher nicht versicherbarer Branchen umfasst.

In ihrem aktuellen Kompetenzrating für die bKV hat die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) kürzlich sieben Mal die Höchstnote „exzellent“ vergeben (18.6.2020). Dazu gehörten die Anbieter Allianz, Axa Krankenversicherung AG, Bayerische Beamtenkrankenkasse AG, DKV Deutsche Krankenversicherung AG, Hallesche, R+V Krankenversicherung AG und SDK.

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