Berufsunfähigkeits-Versicherung erregt die Gemüter

25.6.2019 – Das Thema Berufsunfähigkeits-Absicherung lässt die Leserschaft des VersicherungsJournals nicht los. Dabei gibt es viele Verfechter entsprechender Policen, aber auch kritische Stimmen.

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Der Artikel „Die größten BU-Irrtümer“ (VersicherungsJournal 19.6.2019) hat am vergangenen Donnerstag unter den VersicherungsJournals-Lesern für großen Wirbel gesorgt und zu zahlreichen Zuschriften und Kommentaren animiert.

Dabei stellte ein Teil teils vehement in Frage, dass jeder vierte Erwerbstätige berufsunfähig wird. Der andere Teil präsentierte sich als zum Teil glühender Verfechter der Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung und wies auf die Wichtigkeit einer solchen Police hin (VersicherungsJournal 24.6.2019).

Der finanziellen Sicherung des Verlustes der Arbeitskraft aus gesundheitlichen Gründen muss […] höchste Priorität eingeräumt werden.

Rene Nawrot

Arbeitskraft ist fast überall der größte Vermögensbaustein

Zu Letzteren gehört auch der Leser Rene Nawrot. „Der finanziellen Sicherung des Verlustes der Arbeitskraft aus gesundheitlichen Gründen muss […] höchste Priorität eingeräumt werden“, meint er in seiner Leserzuschrift.

Er zeigt sich davon überzeugt, dass unser auf Spezialisierung und Arbeitsteilung basierendes System Abhängigkeiten schafft. So sei nahezu jeder Berufstätige auf seine Arbeitskraft, das sogenannte Humankapital, als Basis für sämtliche kurz-, mittel- und langfristigen finanziellen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele angewiesen.

„Die Arbeitskraft ist über fast alle Lebensabschnitte der größte Vermögensbaustein“, so Nawrot.

Anstandslos reguliert

Auch Jörg Hofmann berichtet von regelmäßig auftretenden BU-Fällen. An die „Zweifler“ adressiert er in seinem Kommentar die nicht ganz ernst gemeint Aussage: „Ich werde heute um 14.00 Uhr dem Berufsunfähigen, der in unser Büro zur Begutachtung kommt, mitteilen, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt.“

Er berichtet ferner von „allein 17 BU-Fällen in 2009, von denen der schnellste Fall zehn Tage nach Abschluss eintrat.“ Danach habe er sich die Statistik nicht mehr angeschaut, aber es landeten immer noch regelmäßig solche Fälle auf seinem Tisch. Diese seien „von den Versicherern, die den Namen BU-Versicherer auch verdienen, anstandslos reguliert“ worden.

Alles in Allem ein Aufruf, die Fähigkeit, Einkommen durch aktive Arbeit erzielen zu können, mehr zu schätzen.

Uwe Pössel

Stress durch Versorgungslücke

Uwe Pössel hebt in seinem Leserbrief ebenfalls die Wichtigkeit der BU-Versicherung hervor. Viele Betroffene ohne eine entsprechende Absicherung müssten zu anderen Lösungen wie etwa Vorruhestand, Berufswechsel, langer Krankschreibung oder Unterstützung der Familie greifen. Dies sei jeweils mit mehr oder weniger starken finanziellen Engpässen verbunden.

„Gerade diese Personen hätten sich sehr über eine (finanzielle) Entlastung gefreut. Der Stress, den ihnen diese Versorgungslücke bereitet hat, hat die Gesundung in der Regel verzögert und den Familien viele unglückliche Stunden beschert. Alles in Allem ein Aufruf, die Fähigkeit, Einkommen durch aktive Arbeit erzielen zu können, mehr zu schätzen“, meint der Versicherungsmakler.

Kritische Stimme

Eher als Kritikerin zeigt sich die Leserin Anja Kimmel. Sie findet es erstaunlich, dass letztendlich dem einzelnen Bürger unterstellt werde, nicht an solch ein Risiko zu denken. Denn die Versicherer kauften sich gar kein Risiko ein.

„Sobald diverse Leiden bestehen, wird ausgeschlossen. Letztendlich, so wie auch ein Leser geschrieben hat, hat ein Bürger trotz BU-Absicherung auch noch mit dem Versicherer zu kämpfen, dass er seine ihm zustehende Leistung erhält“, so Kimmel in ihrer Zuschrift. Ihrer Meinung nach sollte dieses von der Politik endlich einmal geändert werden.

Leserbriefe zum Artikel:

Rene Nawrot - Rückversicherungsschutz für die Eigenverantwortung . mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Versicherungsmakler
 
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