Adventszeit: Gefährliches Spiel mit dem Feuer

24.11.2022 – Eine Untersuchung des GDV legt dar, dass die Zahl der zusätzlichen Brände in der Adventszeit in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist. Die durchschnittlichen Schadensummen stiegen dagegen seit 2015 fast kontinuierlich. 2021 konnten die Versicherer aber das erste Mal aufatmen und mussten 100 Euro weniger pro Fall zahlen. Dennoch warnen der Versichererverband wie auch Verbraucherschützer vor der Nutzung von Kerzen und besonders Teelicht-Öfen in der Vorweihnachtszeit.

In den vergangenen Jahren wurde Weihnachten immer seltener zum Brand-Drama. Das zeigt eine Auswertung der Anzahl zusätzlicher Brände in der Adventszeit von den Jahren 2012 bis 2021. Sie wird regelmäßig vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vorgenommen.

Seit dem Jahr 2015 sind diese zusätzlichen Brände rückläufig – bis auf eine Stagnation 2017/2018. Gleichzeitig stieg der Schadendurchschnitt von 2015 aber stark an. Dabei war das Jahr 2015 jenes mit den meisten zusätzlichen Bränden – rund 12.000 Stück nämlich –, gleichzeitig aber auch das mit dem geringsten Schadendurchschnitt in der Zählung des GDV.

Seit ein paar Jahren im einstelligen Tausenderbereich

Seit 2019 erstmals die 10.000 zusätzlichen Brände unterschritten wurden – auf 9.000 Stück –, wurden es von Jahr zu Jahr weniger. Im Jahr 2020 sind noch gut 8.000 Fälle registriert worden, 2021 dann lediglich 7.000 zusätzliche Brandschäden.

In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wurden jeweils 11.000 zusätzliche Brände in der Adventszeit in der Untersuchung aufgeführt. Nach dem oben genannten Gipfel im Jahr 2015 flachte es 2016 wieder auf 11.000 Fälle ab, die folgenden beiden Jahren wiesen jeweils rund 10.000 Zusatzbrände auf.

Weniger Fälle, mehr Kosten

Die geringeren Fallzahlen sind aber nicht gleichbedeutend mit weniger Zahlungen, denn zeitgleich mussten die Versicherer tiefer in die Tasche greifen. 2019 waren noch gut 3.556 Euro zusätzlicher Schadenaufwand pro Fall zahlen. Im Jahr 2020 waren es bereits 3.800 Euro (VersicherungsJournal 1.12.2021) und damit ein 100 Euro höher Schadendurchschnitt als 2021.

Brandschäden im Advent (Bild: GDV)
Zusatzschäden durch Feuer und Brände. Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: GDV)

Die Schäden zum Jahresende zählen zwar nicht in die Statistik. Aber grundsätzlich nehme die Brandgefahr zum Ende des Jahres zu, teilt der GDV weiter mit. Und das erfahrungsgemäß um 40 bis 50 Prozent. Schuld daran ist neben Weihnachtsdeko auch Silvester. Querfliegende Raketen und unachtsam gezündete Feuerwerkskörper seien die Gefahrenquellen, so der GDV.

GDV und BdV warnen

Sowohl der GDV als auch der Bund der Versicherten e. V. (BdV) warnen Hausbesitzer vor offenem Feuer. Das schließt neben den Adventskränzen, Dekorationen und einem mit Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum auch die in der Vorweihnachtszeit beliebten Teelicht-Öfen ein. Diese rühmen sich aktuell wegen der hohen Energiepreise hoher Popularität und gelten als beliebte alternative Wärmequelle.

„Der Teelichtofen birgt ein hohes Brand- und Explosionspotenzial. Wird das Mobiliar oder die Immobilie in Mitleidenschaft gezogen, kann der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherer die Leistungen unter Umständen aufgrund von grober Fahrlässigkeit anteilig kürzen oder in besonders schwerwiegenden Fällen komplett verwehren“, warnt BdV-Vorständin Bianca Boss.

Vor diesem Gerät riet unlängst auch GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen mit Blick auf eine Hitzestau- und Brandgefahr ab (1.11.2022). Auch Feuerwehren aus ganz Deutschland warnen vor der Verwendung dieser Öfen.

Übrigens: Insgesamt leisteten Hausrat- und Wohngebäudeversicherer nach Angaben des Versichererverbands für rund 330.000 Feuerschäden ganze 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2021. Im Jahr zuvor waren es noch 1,25 Milliarden Euro bei 170.000 Bränden (21.9.2021).

Leserbriefe zum Artikel:

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Berufsverband · Immobilie · Verbraucherschutz
 
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