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Ab Juli bekommen Rentner deutlich mehr Geld

20.3.2020 – Die Renten steigen für Ruheständler in den alten Bundesländern zum 1. Juli um knapp 3,5 Prozent, in den neuen Ländern um über vier Prozent. Dies gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am Freitag bekannt. Für den Eckrentner erhöht sich die monatliche Bruttorente im Westen um 51 und im Osten um 60 Euro.

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten in diesem Jahr eine deutliche Erhöhung ihrer Ruhestandsbezüge. Zum 1. Juli steigen sie in Westdeutschland um 3,45 Prozent und in Ostdeutschland um 4,20 Prozent an.

Dies teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am Freitag unter Verweis auf jetzt vorliegende Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und der Deutschen Rentenversicherung Bund mit.

Vergleichsweise hohe Zunahme

Im Westen wie auch im Osten fällt die Steigerung um etwa 0,3 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahr (VersicherungsJournal 21.3.2019). Allerdings bleibt die anstehende Erhöhung doch ein Stück hinter dem Rekordanstieg von vor vier Jahren zurück.

Seinerzeit hatte es in den neuen Ländern ein Plus von 5,95 Prozent und im Westen einen Zuwachs von 4,25 Prozent gegeben (22.3.2016). Dennoch ist die kommende Steigerung immer noch die zweithöchste seit 2009. Eine Nullrunde – wie zuvor auch schon zwischen 2004 und 2006 – gab es zuletzt im Sommer 2010 (17.3.2010).

Rentenanpassungen seit 2009 (Bild: Wichert)

Gesetzliche Rente bleibt zentrale Alterssicherungssäule

„Es gilt das Grundprinzip, dass die Renten den Löhnen folgen. In guten wie in schlechten Zeiten. Auch in ungewissen Zeiten steht die Rentenversicherung für Verlässlichkeit“, lässt sich Bundesarbeits- und -sozialminister Hubertus Heil (SPD) in einer Pressemitteilung zitieren.

Die aktuelle Anpassung sichere den Versicherten ihre Teilhabe an der Lohnentwicklung und sorge so für höhere Renten. Sie folge der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2019.

Auf die Rentenversicherung ist Verlass, auch in Krisenzeiten.

Bundesarbeits- und -sozialminister Hubertus Heil

Der Minister wies ferner darauf hin, dass auch die Angleichung der Rentenwerte in Ost und West weiter voran schreite. „Auf die Rentenversicherung ist Verlass, auch in Krisenzeiten“, so Heil.

Hintergrund zur Rentenanpassung

Hubertus Heil (Bild: Brüss)
Hubertus Heil (Bild: Brüss)

Die Rentenerhöhungen folgen grundsätzlich der Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung im Jahr 2019 betrug nach Angaben des Ministeriums 3,28 Prozent in den alten und 3,83 Prozent in den neuen Ländern.

Der Faktor Altersvorsorge-Aufwendungen (auch Riester-Faktor genannt) kam aktuell nicht zur Anwendung, da sich der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung 2019 nicht verändert hat. Anders sieht es beim sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor aus. Dieser wirkte sich um 0,17 (Vorjahr: 0,64) Prozentpunkte steigernd auf die Rentenanpassung aus, teilte das BMAS weiter mit.

Die Rentenangleichung Ost fällt in diesem Jahr höher aus als nach der tatsächlichen Lohnentwicklung. Ursache hierfür sind die im Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz (16.2.2017, 2.6.2017, 7.7.2017) festgelegten Angleichungsschritte.

Danach muss der Rentenwert Ost 2020 mindestens 97,2 Prozent des Westniveaus erreichen. Im Ergebnis kommt es so zu den oben genannten Werten.

Standardrente steigt um 51 Euro (West) und 60 Euro (Ost) pro Monat

Durch die Rentensteigerung erhöhen sich auch die Rentenwerte. Derzeit liegen diese bei 33,05 Euro (West) beziehungsweise bei 31,89 Euro (Ost). Ab Juli sind es dann 34,19 Euro in den alten beziehungsweise 33,23 Euro in den neuen Bundesländern.

Die Bruttorente des Eckrentners steigt damit in den alten Bundesländern rein rechnerisch von 1.487,25 auf 1.538,55 Euro. In den neuen Bundesländern gibt es eine Erhöhung dieser Standardrente von 1.435,05 auf 1.495,35 Euro.

Die Steigerung über 51 Euro fällt im Westen um fünf Euro höher aus als im Vorjahr. Damit ist das Plus in etwa doppelt so hoch wie 2017 mit 26 Euro. Im Osten liegt sie um rund sechs Euro höher als im Vorjahr.

Die Kehrseite der Medaille: Durch die Rentenanpassung dürften erneut mehrere Zehntausend Versicherte steuerpflichtig werden.

Leserbriefe zum Artikel:

+Andreas Reissaus - Wem die Steuerpflicht nicht gefällt, der kann die Erhöhung spenden. mehr ...

Peter Schramm - Gar nicht in der Lage, eine Steuerklärung selbst abzufassen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Nachhaltigkeit · Rente · Riester · Senioren
 
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