Zahl der Vertriebspartner geht bei der LV 1871 zurück

8.7.2019 – Die LV 1871 konnte 2018 laut Geschäftsbericht trotz rückläufiger Zahl der Vertriebspartner ein starkes Neugeschäft verbuchen und vor allem mit Berufsunfähigkeits-Versicherungen punkten. Hervorgehoben wird von dem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit vor allem auch seine Finanzstärke.

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„Neben dem Ausbau unseres Kerngeschäfts sehen wir Chancen in der aktiven Gestaltung der digitalen Transformation, im Ausbau unserer Kundenzugänge und in der Erprobung neuer Geschäftsmodelle“, lässt die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) im Ausblick des Geschäftsberichts 2018 wissen. Damit und mit hohen Investitionen in die Mitarbeiter werde 2019 ein ähnliches Neugeschäftsplus wie im Berichtsjahr erwartet.

Bestand (Bild: LV 1871)
Beiträge im Bestand an Hauptversicherungen
einschließlich Zusatzversicherungen.
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: LV 1871)

Zu dem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gehören unter anderem die Delta Direkt Lebensversicherung AG, die Trias Versicherung AG sowie die in Vaduz ansässigen Töchter LV 1871 Pensionsfonds AG und LV 1871 Private Assurance AG. 2018 verbuchte der Anbieter einen Zuwachs der eingelösten Versicherungsscheine von 23.466 auf 26.446. Die Beitragssumme des Neugeschäfts stieg um 6,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Gefragt waren vor allem BU-Versicherungen

Der laufende Jahresbeitrag des Neuzugangs stieg von 32,7 Millionen auf 35,1 Millionen Euro und die Einmalbeiträge im Neuzugang nahmen von 152,5 Millionen auf 157,6 Millionen Euro zu. Damit blickt die LV 1871 „wieder auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück“, heißt es im Geschäftsbericht.

Gefragt waren den Angaben zufolge erneut vor allem Berufsunfähigkeits-Versicherungen. Ihr Neugeschäftsanteil legte – gemessen am laufenden Jahresbeitrag – mit 16,4 Millionen Euro von 42,7 auf 44,6 Prozent zu. Dies resultiert laut Geschäftsbericht nicht zuletzt daraus, dass die LV 1871 bei diesen Produkten nach eigener Einschätzung „zu den Top-Anbietern im deutschen Markt zählt“.

Es folgen die fondsgebundenen Versicherungsprodukte, deren Anteil am Bestandszugang von 28,2 auf 26,6 Prozent sank. Einen Anteilsrückgang von 14,8 auf 13,3 Prozent wurde auch bei Rentenversicherungen verbucht, wogegen der Anteil der Kapitalleben- und Risikoversicherungen sowie der Kollektivversicherungen von 14,3 auf 15,5 Prozent zulegte.

Zahl der Vertriebspartner sinkt

Erzielt wurde dieses Vertriebsergebnis von 9.460 selbstständigen Vermittlern, zu denen im Berichtsjahr Geschäftsverbindungen bestanden. Im Jahr zuvor waren es noch 9.632 gewesen, womit ihre Anzahl im Gegensatz zu früher nun rückläufig war (VersicherungsJournal 21.6.2018).

Die Zahl der festangestellten Außendienstmitarbeiter ging ebenfalls weiter zurück. Sie sank bei einer insgesamt von 458 auf 448 rückläufigen Mitarbeiterzahl von 37 auf 29.

Bruttobeiträge legen zu

Der Bestandsabgang erhöhte sich gemessen am laufenden Jahresbeitrag von 32,2 Millionen auf 34,9 Millionen Euro, während er nach der Versicherungssumme von 1,47 Milliarden auf 1,43 Milliarden Euro leicht sank. Betont wird, dass die Stornoquote – bezogen auf den laufenden Jahresbeitrag – weiter von 3,9 auf 3,7 Prozent gesenkt werden konnte.

Der Bestand an selbst abgeschlossenen Versicherungsverträgen verminderte sich von 644.453 auf 636.147. Die gebuchten Bruttobeiträge nahmen dennoch um 1,1 Prozent auf 626,7 Millionen Euro zu. Davon entfielen 154,4 Millionen – nach im Vorjahr 148,1 Millionen – Euro auf Einmalbeiträge.

Kennzahlen (Bild: LV 1871)
Kennzahlen der Jahre 2016 bis 2018. Zum Vergrößern
Bild klicken (Bild: LV 1871)

Geringerer Aufwand für Leistungen an Kunden

Die gesamten Leistungen an die Kunden gingen von 736,3 Millionen auf 709,6 Millionen Euro zurück. Davon entfielen auf den Aufwand für Versicherungsfälle und Rückkäufe sowie auf ausgezahlte Überschussanteile 580,6 Millionen Euro – nach 554,8 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Der Verwaltungskostensatz stieg von 2,2 auf 2,5 Prozent und der Abschlusskostensatz von 4,3 auf 4,5 Prozent. Das Nettoergebnis aus den Kapitalanlagen, die um 2,2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zunahmen, ging (ohne jenes aus Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen) von 277,8 Millionen auf 228,5 Millionen Euro zurück.

Nettoverzinsung geht deutlich zurück

Bei der Nettoverzinsung, die nach früheren Angaben vor allem durch einen hohen Immobilienanteil bei den Kapitalanlagen stark gestützt wurde, ergab sich damit eine Verminderung von fünf auf vier Prozent. Die Bewertungsreserven des gesamten Kapitalanlagenbestandes gingen von 16,6 auf 15 Prozent zurück.

Der Bruttoüberschuss nach den Aufwendungen für die Zinszusatzreserve, die von 115,5 Millionen auf 53,5 Millionen Euro sanken, nahm von 125,6 Millionen auf 118 Millionen Euro ab. Davon wurden den Versicherungsnehmern 71,7 Millionen – nach im Vorjahr 73,8 Millionen – Euro als Direktgutschrift gutgebracht.

Der Rückstellung für Beitragsrückerstattung wurden 40,3 Millionen – nach 46,8 Millionen – Euro zugeführt und 33,7 Millionen – nach 25,9 Millionen – Euro entnommen. Ihr Umfang nahm von 348,3 Millionen auf 354,9 Millionen Euro zu.

Finanzstärke des Versicherungsvereins wird erneut herausgestellt

Der von fünf Millionen auf sechs Millionen Euro gestiegene Überschuss wurde wie in den Vorjahren den anderen Rücklagen zugewiesen. Das Eigenkapital des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit erhöhte sich damit auf 121 Millionen Euro.

Wie in den Jahren zuvor, wird auch im Geschäftsbericht 2018 wieder betont, dass die LV 1871 „seit vielen Jahren zur Spitzengruppe von Deutschlands solventesten und damit sichersten Lebensversicherungs-Unternehmen zählt“. Dies werde ihr von Ratingagenturen immer wieder bestätigt.

Der vollständige Geschäftsbericht der LV 1871 steht unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit.

 
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