Wachstumszahlen zwischen minimal und gut 20 Prozent

15.3.2019 – Die Zurich legt einige Ergebnisse für die deutsche Gruppe vor. Die Stuttgarter wächst in Unfall, Canada Life mit bAV und die Ammerländer mit Hausrat.

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Getragen von der Lebensversicherung ist die Zurich Gruppe Deutschland 2018 um 0,8 Prozent auf knapp 5,55 Milliarden Beitragseinnahmen gewachsen. In den beiden Vorjahren war die deutsche Gruppe um jeweils rund sieben Prozent geschrumpft.

Der Betriebsgewinn, den die Zurich-Gruppe nach der selbstdefinierten Kennzahl Business Operating Profit (BOP) angibt, stieg um 9,1 Prozent auf 401 Millionen Euro. Die Ertragssteigerung wird mit einer guten operativen Entwicklung sowie mit positiven Sonder- und Einmaleffekten begründet.

Mehr verdient – auch mit Einmaleffekten

In „problematischen Bereichen“ sei eine substanzielle Trendumkehr erreicht worden, wird ohne weitere Details mitgeteilt. Die Umkehr sei Folge umgesetzter Maßnahmen im Rahmen der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. In den „neun strategischen Imperativen“ fokussiere sich die Zurich in den nächsten fünf Jahren auf:

  • Kultur gestalten und Mitarbeiter mobilisieren,
  • IT modernisieren und Prozesse standardmäßig digitalisieren,
  • Innovation beschleunigen und Megatrends erfolgreich verwerten,
  • Zurich Beratungspositionen stärken und Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ausbauen,
  • DA-Direkt-Position schärfen und Geschäftsmodell ausbauen,
  • Kunden und Partner: Zufriedenheit und Erlebnisse verbessern,
  • Vertrieb: Partnerschaften und Kapazitäten ausbauen,
  • Schaden- und Unfall (P&C): Wachstumskurs stärken,
  • Leben: Neugeschäft revitalisieren.

Zur Ertragsverbesserung trug 2018 auch eine Schaden- und Kostenquote von nur noch 94,3 (Vorjahr: 95,4) Prozent bei, die unter dem erwarteten Marktdurchschnitt von rund 96 Prozent gelegen hat.

Weniger Motorgeschäft

Für das Leben-Geschäft wird ein Zuwachs bei den Versicherungsprämien von 1,9 Prozent auf 3,291 Milliarden Euro genannt. Der Vertriebskanal Banken – sprich Deutsche Bank – brachte acht Prozent mehr Neugeschäft. Damit sei ein Turnaround gegenüber den Rückgängen aus den Vorjahren gelungen, wird mitgeteilt.

Die Prämienentwicklung im Schaden- und Unfallgeschäft nahm hingegen um 0,8 Prozent auf 2,257 Milliarden Euro ab. Dies beruht insbesondere auf geringeren Prämieneinnahmen im Motorgeschäft von 953 (973) Millionen Euro und speziell auf einer „schwächeren Entwicklung“ bei der DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG.

Bei der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherungs AG (ZDHL) nahm die Solvenzquote zum Bilanzstichtag 2018 auf 276 (186) Prozent zu. Diese Kennziffer ist nach Unternehmensangaben jeweils ohne Übergangsmaßnahmen/ Transitional Measures gerechnet.

Marktanteilsgewinn in Unfall

Die Stuttgarter Versicherung AG meldet für 2018 einen Zuwachs von voraussichtlich drei Prozent auf 120 Millionen Euro. Allein auf den Unfallbereich entfallen 105,9 Millionen Euro Prämie. Diese Sparte ist um 2,4 Prozent und damit leicht über dem Marktdurchschnitt von 1,5 Prozent gewachsen. In der Krankheitskosten-Versicherung wurden 6,7 Millionen Euro eingenommen.

Dass die Schaden-Kosten-Quote mit 86,5 Prozent weiterhin recht gut ausfällt, ist dem hohen Anteil an Unfallgeschäft geschuldet. Marktweit ist diese Sparte weniger schadenträchtig als viele andere Kompositsparten. 2017 lag die Schaden-Kosten-Quote mit 86,4 Prozent fast gleichauf (VersicherungsJournal 8.3.2018).

Der Versicherer wird sein Jahresergebnis mit dem Geschäftsbericht im zweiten Quartal 2019 auf www.stuttgarter.de/kennzahlen veröffentlichen. Die Muttergesellschaft Stuttgarter Lebensversicherung a.G. hatte bereits die vorläufigen Zahlen für 2018 genannt (VersicherungsJournal 12.2.2019).

Starkes Wachstum in Hausrat

Die Ammerländer Versicherung VVaG hat 2018 ihre Beitragseinnahmen 21,2 Prozent auf 47,02 Millionen Euro gesteigert. Dabei nahm die Zahl der Mitglieder um 19,8 Prozent auf 547.897 Personen zu. Der Gewinn nach Steuern von rund 3,4 (Vorjahr: 2,4) Millionen Euro fließt vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliedervertreter-Versammlung in die Verlustrücklage.

Knapp drei Viertel des Geschäftes macht die Ammerländer mit der Hausratversicherung, die um 18,9 Prozent auf 32,42 Millionen Euro wuchs und weitere Marktanteile hinzugewann. In der Fahrrad-Vollkaskoversicherung haben sich die verdienten Beiträge auf rund 3,05 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 8.3.2018) mehr als verdoppelt.

Die Zahl der Schadenfälle nahm um 11,7 Prozent auf 25.442 Fälle zu. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle haben sich um 13,5 Prozent auf 2,3 Millionen Euro erhöht. Gegenüber 2017 wurden weniger Kleinschäden gemeldet. Dafür war der Einzelschaden insbesondere in den Sparten Wohngebäude, Unfall sowie Hausrat teurer. Die Netto-Schaden-Kosten-Quote gibt die Ammerländer mit 77,27 (82,91) Prozent an.

Neue Mitarbeiter

Aufgrund des Unternehmenswachstums wurde das Mitarbeiterteam auf 106 (84) Personen verstärkt. Die Ammerländer hatte gerade erst für ihr kräftiges Wachstum ein neues Firmengebäude bezogen. Der Bau hatte 5,4 Millionen Euro gekostet.

Das Gebäude sei von Beginn an in modularer Bauweise geplant, so dass bei Bedarf ein weiterer Trakt für dann bis zu 130 Mitarbeiter errichtet werden kann. Aufgrund des anhaltenden Wachstums soll nun voraussichtlich noch 2019 mit den Planungen für den Erweiterungsbau begonnen werden.

Zum fünften Mal in Folge

Die Canada Life Assurance Europe plc hat 2018 eigenen Angaben zufolge das Neugeschäft um sechs Prozent auf 91,8 Millionen Euro Annual Premium Equivalent (Kenngröße, bei der laufende Beiträge plus zehn Prozent des Einmalbeitrags gezählt werden) gesteigert. Sie ist damit zum fünften Mal in Folge bei den Beiträgen gewachsen.

Die Beitragseinnahmen legten im Vergleich zu 2017 (VersicherungsJournal 16.3.2018) um sieben Prozent auf 760 Millionen Euro zu. Besonders nachgefragt waren die Lösungen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sowie moderne Versicherungen zur Arbeitskraftabsicherung.

 
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