VKB will künftig mit „Ökosystemen“ punkten

9.4.2019 – Die Versicherungskammer Bayern hat am Montag ihre Geschäftsergebnisse 2018 präsentiert. Die gesamten Beitragseinnahmen brutto legten um 2,6 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu. In der Lebensversicherung stiegen sie um 1,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro und in der Krankenversicherung um 2,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Die Schaden- und Unfallversicherung legte um 3,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. In der Pressekonferenz standen diesmal die strategischen Initiativen des Konzerns im Vordergrund.

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Wesentliche Impulse für den Weg in die digitale Zukunft verspricht sich die Versicherungskammer Bayern (VKB) von ihrem konzern-eigenen Start-up-Unternehmen „Dahome“ (VersicherungsJournal 11.5.2018). Der bayerisch klingende Name wurde inzwischen neudeutsch auf „uptodate“ umfirmiert.

Die „Ökosysteme“, die in diesem Innovationslabor generiert werden, sollen auch nicht mehr ausschließlich den VKB-Gesellschaften vorbehalten bleiben, ließ Vorstandschef Dr. Frank Walthes bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2018 wissen. Im Rahmen von Kooperationsmodellen seien vielmehr „in der Regel mehrere unterschiedliche, dennoch oft gleichberechtigte Partner mit an Bord“.

Digitale Portale stehen auch für Dritte zur Verfügung

Frank Walthes (Bild: Müller)
Frank Walthes (Bild: Müller)

Als Beispiel verwies er auf das Gesundheitsportal „Meine Gesundheit“, mit dem seinen Worten zufolge vollversicherten PKV-Kunden eine digitale Gesundheitsakte und ein elektronisches Rechnungsmanagement zur Verfügung gestellt werden (VersicherungsJournal 22.11.2018).

Dieser Plattform, die bereits zusammen mit der Axa sowie der Debeka betrieben wird, werde sich in Kürze auch die Huk-Coburg anschließen.

Im Bereich der Pflegeversicherung sieht sich Walthes als der „Marktführer in der privaten Pflegezusatz-Versicherung“.

Den Kunden sowie ihren Angehörigen werde ab Mitte des Jahres eine neutrale, unabhängige und kostenlose Pflegeberatung bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit angeboten. Dazu gehöre auch eine Plattform mit ergänzenden Serviceleistungen.

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„Digitale Dörfer“ werden unterstützt

Als regionaler Versicherer liege dem VKB-Konzern zudem daran, die Digitalisierung im ländlichen Raum voranzutreiben. Deshalb werde beispielsweise die Initiative „Digitale Dörfer“ des Fraunhofer Instituts IESE mit einem Pilotprojekt in der niederbayerischen Marktgemeinde Wegscheid als Partner unterstützt.

„Als größter Gebäudeversicherer in unserem Geschäftsgebiet“ will die VKB laut Walthes außerdem die Kompetenzen in diesem Bereich in einer zunehmend digitalisierten Welt weiter entwickeln.

Die Hausratversicherung wird „smart“

Barbara Schick (Bild: Müller)
Barbara Schick (Bild: Müller)

Mit der wachsenden Geräte-Vernetzung in den Haushalten entstehen nämlich zugleich neuartige Risiken, wie das für die Schaden- und Unfallversicherung zuständige Vorstandsmitglied Barbara Schick aufzeigte.

Brechstangen beispielsweise sind für Einbrecher „out“, wenn smarte Türschlösser ihnen künftig statt roher Gewalt das Knacken von Zugangscodes abverlangen, gab sie ein konkretes Beispiel. Ohne Spuren mechanischer Einwirkung greife jedoch nach den aktuellen Versicherungs-Bedingungen die Hausratversicherung im Schadensfall nicht.

Daher wird die VKB laut Schick künftig nicht nur mit jeder neuen Produktgeneration das Versicherungs-Angebot um smarte Bausteine erweitern, sondern ihren Kunden zugleich immer mehr neue Serviceangebote anbieten. Dazu gehörten Qualitätsprüfungen für smarte Türschlösser ebenso wie Plattformen, auf denen ausgewählte Partnerunternehmen ihre smarten Produkte anbieten.

Urlauber-Angebot „HolidayCare“ in der Testphase

Als eigenes „Ökosystem“ werde außerdem derzeit „HolidayCare“ im Raum München getestet. Dabei handelt es sich nach Angaben von Schick um einen Leistungskatalog, aus dem sich die Kunden bei einer längeren Abwesenheit – beispielsweise wegen eines Urlaubs oder eines Krankenhausaufenthalts – passgenaue Services aussuchen können.

Die angebotenen Leistungen reichten von der (zeitlich begrenzten) Installation einer Alarmanlage über die ordnungsgemäße Verwahrung der Wohnungsschlüssel bis zur Vor-Ort-Kontrolle der Wohnung durch ein Interventionsteam des Servicepartners Securitas Holding GmbH in einem Notfall. Auf Wunsch würden aber auch der Briefkasten geleert und die Blumen gegossen.

Ähnliche Kundenbedürfnisse nach Sicherheit bestehen laut Schick auch im Bereich Alter und Pflege. Mit den konzerneigenen Krankenversicherern würde daher bereits Überlegungen für entsprechende Service-Angebote angestellt.

Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr „solide und wachstumsstark“

Isabella Pfaller (Bild: Müller)
Isabella Pfaller (Bild: Müller)

Alle diese neuen strategischen Ansätze sind jedoch „kein Selbstzweck“, konstatierte Vorstandschef Walthes, sondern dienten der Sicherung des Kerngeschäftes. Das entwickelte sich im Berichtsjahr erneut „solide und wachstumsstark“, wie Isabella Pfaller berichtete, die im VKB-Vorstand für Finanzen und das Rechnungswesen zuständig ist.

Die gesamten Beitragseinnahmen des Konzerns legten 2018 brutto um 2,6 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu. Die Marktposition auf Platz 7 unter den größten deutschen Erstversicherern habe die VKB halten können, betonte Pfaller. Rund 80 Prozent ihrer Beitragseinnahmen generiert der VKB Konzern in Bayern.

In der Lebensversicherung stiegen die Beiträge um 1,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Die Einmalbeiträge nahmen um 5,4 Prozent zu. Die laufenden Beiträge gingen um 1,6 Prozent zurück. In der Krankenversicherung wuchsen die Prämieneinnahmen um 2,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro und in der Schaden- und Unfallversicherung um 3,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

Konzernergebnis legt deutlich zu

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen im Konzern brutto von 5,7 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro. Hier schlugen laut Geschäftsbericht neben einer stärkeren Großschadenbelastung bei den Komposit-Unternehmen der Gruppe planmäßig höhere Versicherungsabläufe bei den Lebensversicherern negativ zu Buche.

Das versicherungstechnische Ergebnis stieg von 274 Millionen auf 336 Millionen Euro, wobei alle Konzern-Geschäftsfelder zu dieser Verbesserung beitrugen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen ging von 1,9 Milliarden auf 1,5 Milliarden Euro zurück.

Unter dem Strich verblieb ein Konzernjahresüberschuss von 346 Millionen Euro, der laut Geschäftsbericht „signifikant das geplante Ergebnis übertraf“. Im Jahr zuvor waren es 253 Millionen Euro gewesen.

Der vollständige Geschäftsbericht des VKB-Konzerns steht unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit.

 
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