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Signal Iduna: 88 Prozent der BSV-Ansprüche reguliert

9.6.2021 – Aktive Schadenregulierung für Gewerbetreibende und konsequente digitale Transformation lassen die Signal Iduna gut durch die Pandemie kommen. In der privaten Krankenversicherung hadert die Assekuranz aber mit dem starken Konkurrenzdruck. Kooperationen sollen den Kundenkontakt über das Versicherungsgeschäft hinaus intensivieren.

„Frühzeitig haben wir mit unseren Kunden, die eine Betriebsschließungs-Versicherung besitzen, über die Entschädigung aufgrund der Corona-Lockdowns verhandelt“, erläuterte Dr. Stefan Kutz am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz 2021 der Signal Iduna Versicherungsgruppe. Er ist bei der Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG als Vorstand für Schaden und Leistungen aus der Kompositversicherung zuständig.

Insgesamt hat die Assekuranz schon 2.407 Schäden aus der Betriebsschließungs-Versicherung (BSV) reguliert. „Das sind bereits rund 88 Prozent aller gemeldeten Ansprüche“, sagte Kutz anlässlich der virtuellen Veranstaltung. Der Versicherer geht davon aus, dass insgesamt ein Aufwand von 50 Millionen Euro für die coronabedingten Betriebsschließungen fällig wird.

Stefan Kutz (bild: Screenshot Schmidt-Kasparek)
Stefan Kutz (bild: Screenshot Schmidt-Kasparek)

Teilschließungen akzeptiert

Dabei wurden lediglich 500.000 Euro Prämie eingenommen. In „normalen“ Jahren würde der Schadenaufwand bei rund 300.000 Euro liegen. Hochgerechnet dürfte der Versicherer aufgrund der Pandemie über 18.000 Euro pro Schaden gezahlt haben. „Die volle versicherte Leistung wurde aber in den wenigsten Fällen ausgezahlt“, sagte Kutz, denn staatliche Leistungen würden abgezogen.

Oft sei aber über die 15 Prozent entschädigt worden, die der sogenannte „Bayerische Kompromiss“ vorsehe (5.3.2021). Die Signal Iduna habe auch Teilschließungen von Betrieben anerkannt. Kutz: „Beispielsweise, wenn eine Bäckerei nur ihr kleines, zusätzliches Café dichtmachen musste, aber den Kernbetrieb weiterlaufen lassen konnte.“

Nur wenige Versicherer haben, wie die Signal Iduna, aktiv und ergebnisoffen Corona-BSV-Schäden reguliert. Damit dürfte der Versicherer sein Image – vor allem im Gewerbebereich deutlich gestärkt haben (22.1.2021, 28.05.2021).

Keine aktive Rückvergütung für Kfz-Kunden

Auf der anderen Seite will die Assekuranz ihren Kfz-Versicherten keine aktive Rückvergütung für den in der Pandemie deutlich geringeren Schadenaufwand gewähren, wie das beispielsweise die Huk-Coburg Versicherungsgruppe und die DEVK Versicherungen machen. „Die Rückerstattung würde im Einzelfall nur wenige Euro betragen. Und das führt kaum zu viel Begeisterung“, sagte Vorstand Kutz.

Eine solche Aktion würde zudem viel Verwaltungsaufwand bedeuten. Daher hätte sich das Unternehmen in der Abwägung dagegen entschieden. Die Kunden können lediglich selbst eine geringere Kilometerleistung anzeigen.

In der PKV Vollversicherte verloren

Ulrich Leitermann (Bild: Screenshot Schmidt-Kasparek)
Ulrich Leitermann (Bild: Screenshot Schmidt-Kasparek)

Demgegenüber bleiben in der Signal Iduna Krankenversicherung a.G. die geringeren Aufwendungen durch weniger Arztbesuche und verschobene Operationen in der Pandemie den Kunden erhalten. „Die Stärkung der Rückstellungen liegt nun auf einem Rekordniveau“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Leitermann.

In der privaten Krankenversicherung (PKV) steht die Signal Iduna nach eigenen Angaben stark unter dem Wettbewerbsdruck von Maklerversicherern. Vor allem die Arag Krankenversicherungs-AG macht der Assekuranz das Leben schwer. „Hier wollen wir aber wieder angreifen“, sagte Leitermann.

Bei den PKV-Vollversicherten verlor die Signal Iduna 2020 trotz 24.627 Neukunden im Saldo 2.161 Personen. Am Jahresende zählte der Versicherer 620.824 Privatpatienten. In der Zusatzversicherung kamen 47.196 Personen neu hinzu. Der Gesamtbestand sank hier jedoch leicht um 0,6 Prozent auf 1.849.358 Personen.

Gut laufendes Geschäft mit Biometrie

Gut lief das Geschäft bei biometrischem Schutz über die Lebensversicherung. 2020 wurde das Neugeschäft bei Berufs-, Dienstunfähigkeits- und Grundfähigkeits-Versicherungen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Die Signal Iduna Lebensversicherung a.G. erreichte 2020 im Neugeschäft, gemessen in laufendem Beitrag, gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 18,4 Millionen Euro (plus 21,5 Prozent) auf 103,6 Millionen Euro. Der Markt schrumpfte hingegen im gleichen Zeitraum um 1,6 Prozent.

Bei Riester-Produkten sieht das Unternehmen für 2021 schwarz. Ohne Reform, gefordert wird eine Senkung der Beitragsgarantie, könnten Riester-Renten kaum noch angeboten werden. Derzeit würden die Möglichkeiten geprüft.

Gebuchte Bruttobeiträge auf 6,1 Milliarden Euro gestiegen

Unter dem Strich ist die Versicherungsgruppe gut durch die Pandemie gekommen. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen von 5,9 Milliarden Euro auf 6,1 Milliarden Euro (+ 3,2 Prozent). Laut Leitermann stand der Exklusivvertrieb durch einen hohen Digitalisierungsgrad den Kunden schnell online zur Verfügung.

Der Versicherer habe seine digitale Transformation „Vision 2023“ auch in der Krise systematisch fortgesetzt. So würden seit Anfang 2021 etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in agilen Strukturen arbeiten. 2020 seien zudem 45.000 Bescheinigungen digital erstellt und über 11.000 Schäden digital aufgenommen worden.

Die Signal Iduna Kunden-App wurde von über 300.000 Menschen genutzt, die 2020 eine Million Rechnungen über digitale Kanäle eingereicht haben.

Kostengünstige Homepage für Friseure

Der Versicherer versucht sich mit neuen Projekten zunehmend als aktiver Partner seiner Kunden über den Versicherungsschutz hinaus. So wurden 500 Friseurbetrieben in Kooperation mit dem Bundesverband des Friseurhandwerks und die Pylot GmbH zur besseren digitalen Präsens eine stark vergünstigte Lizenz vermittelt.

In Kraftfahrt läuft ein Pilotprojekt zusammen mit dem Carsharing-Anbieter Miles Mobility GmbH. Hier bietet die Signal Iduna im Schadenfall an, anstelle eines Mietwagens ein Guthaben bei Miles zu nutzen.

Mit dem Start-up Bolt Technology OÜ hat die Assekuranz einen weiteren Partner aus dem Umfeld der Micro-Mobilität gewonnen. Zum Jahresende erwartet sie einen Bestand von rund 100.000 E-Scootern unterschiedlicher Anbieter, die über den „Pay-per-Minute“-Tarif versichert sind. Dessen Besonderheit liegt darin, dass anders als sonst üblich keine Jahrespolice pro E-Scooter abgerechnet wird. Die Beiträge errechnen sich aus den gefahrenen Minuten.

 
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