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Schadensituation bei Roland entspannt sich

17.4.2019 – Die Roland Rechtsschutz ist 2018 gewachsen und hat ihre Versicherungstechnik verbessert, aber weniger verdient. Denn im Vorjahr hatte das Kapitalanlageergebnis unter anderem vom Verkauf des Prozessfinanzierers profitiert. Der Jahresüberschuss entspricht in etwa dem Bilanzgewinn und wird fast vollständig an die beiden Aktionärsgruppen Axa und Gothaer ausgeschüttet.

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Auch 2018 wuchs die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG im Inland überwiegend durch Beitragsanpassungen. Von den Beiträgen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft entfielen 408,3 (2017: 394,8) Millionen Euro auf das Geschäft in Deutschland. Dabei wurde der Beitragsanstieg um 13,5 Millionen Euro zu 60 Prozent von einer Beitragsanpassung getragen.

Für 2019 wird im Bestandsgeschäft mit einer „deutlich geringeren“ Beitragsanpassung gemäß Treuhänderempfehlung gerechnet.

Dynamischeres Neugeschäft erwartet

Der Rechtsschutzversicherer legte 2018 bei den Beiträgen um 3,4 Prozent auf 458,0 Millionen Euro zu und ist damit eigenem Bekunden nach die Nummer drei im Rechtsschutz. Im Ausland – konkret in den Niederlassungen in Österreich und Italien – wurden 43,2 (42,6) Millionen Euro Beitrag gebucht.

Die Neugeschäftsbeiträge erhöhten sich um knapp 7,4 Prozent auf 45,1 Millionen Euro. Der Bestand verkleinerte sich um 0,7 Prozent auf 1.773.674 Verträge. 2019 soll sich das Neugeschäft zwar dynamischer entwickeln, insgesamt wird aber ein kleineres Beitragsplus als 2018 erwartet, so der Geschäftsbericht.

Zahl der Leistungsfälle gesunken

Die Zahl der gemeldeten Leistungsfälle reduzierte sich 2018 um 4,5 Prozent auf 384.371 Fälle und die Leistungszahlungen um 3,2 Prozent auf 217,0 Millionen Euro. Kumulschäden beispielsweise im Zuge des Dieselskandals hätten erneut einen deutlichen Anteil an den Schadenzahlungen ausgemacht, wird mitgeteilt.

Die Zahlungen für Großschäden und Arbeits-Rechtsschutz-Fälle seien aber gesunken. Zudem sei es gelungen, die telefonische Schadenmeldequote zu steigern. „Dazu haben insbesondere unsere Investitionen in unser Schadensteuerungs-Konzept beigetragen, welches zudem unsere Kundenzufriedenheit positiv beeinflusst hat“, wird Vorstandschef Rainer Brune in einer den Geschäftsbericht begleitenden Pressemitteilung zitiert.

Substanz gestärkt

Im Zuge des weiteren Substanzaufbaus wurden die Schadenrückstellungen verstärkt. Sie machen mit 413,0 (387,6) Millionen Euro 170,3 (165,1) Prozent der verdienten Nettobeiträge aus. Die Bruttogeschäftsjahres-Schadenquote sank auf 58,8 (63,0) Prozent. Die Nettoschadenquote erreicht mit 64,2 (66,0) Prozent das niedrigste Niveau der letzten fünf Jahre.

Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 97,6 (99,3) Prozent. Aufgrund des positiven Schaden- und Kostenverlaufs erhöhte sich das versicherungstechnische Ergebnis auf 5,9 (1,6) Millionen Euro.

Kennzahlen (Bild: Roland)
Kennzahlen der Roland Rechtsschutz im Jahresvergleich. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Roland)

Kein Gruppenabschluss mehr

Höhere Abschreibungen auf Investmentanteile und das Fehlen der Sondereffekte aus dem Vorjahr (VersicherungsJournal 24.5.2018) drückten das Kapitalanlageergebnis um ein knappes Drittel auf 9,3 Millionen Euro. Der Verkauf der Anteile an der Roland Prozessfinanz AG (VersicherungsJournal 11.7.2017) hatte 2017 das Anlageergebnis mit 3,2 Millionen Euro begünstigt.

Die Durchschnittsrendite der Kapitalanlagen betrug 1,8 (1,7) Prozent, die Nettorendite 1,8 (2,7) Prozent. Zum Bilanzstichtag bestanden über alle Kapitalanlagen Bewertungsreserven von 44,3 (49,9) Millionen Euro; das entspricht 8,2 (9,8) Prozent des Bestandes.

Der Jahresüberschuss beträgt 5,8 (8,2) Millionen Euro und entspricht in etwa dem Bilanzgewinn, der fast vollständig an die beiden Aktionärsgruppen, den Axa- und den Gothaer-Konzern, ausgeschüttet wird. Für 2018 wird kein Abschluss der Gruppe mehr vorgelegt, weil die Roland Rechtsschutz im Zahlenwerk der deutschen Axa konsolidiert wird.

Profitables Schutzbriefgeschäft

Seit Oktober 2018 hält die Axa 60 Prozent der Anteile an der Roland Rechtsschutz und 40 Prozent verschiedene Gesellschaften des Gothaer-Konzerns (VersicherungsJournal 20.3.2018). Die Gruppe kommt Unternehmensangaben zufolge auf 482,5 (467) Millionen Euro Beitrag. Hinzu kommen 53,0 Millionen Euro Umsatz, die von den Servicegesellschaften Roland Assistance GmbH und Jurpartner Services GmbH stammen, für die kein Geschäftsbericht veröffentlicht wird.

Die Roland Schutzbrief-Versicherung AG, eine 100-Prozent-Tochter des Rechtsschutzversicherer, weist in ihrem eigenen Geschäftsbericht (PDF-Datei, 2,82 MB) ein Beitragsplus von 5,4 Prozent auf 21,17 Millionen Euro aus. Die Schaden- und Kostenquote erreicht 93,4 (94,0) Prozent.

Nach Auflösung von Teilen der seit 2015 nicht mehr notwendigen Schwankungsrückstellung stellt sich ein versicherungs-technisches Ergebnis von 2,23 (1,95) Millionen Euro ein. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 1,54 (1,34) Millionen Euro.

Weitere Details zu Geschäftsentwicklung der Roland Rechtsschutz finden sich im Geschäftsbericht 2018 unter diesem Link (PDF-Datei, 3,65 MB).

 
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