R+V erzielt Konzernergebnis von fast einer Milliarde Euro

4.4.2024 – Bei der R+V Gruppe stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 1,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. In Schaden/Unfall wuchs das Geschäft um 5,6 Prozent und in Kranken um 6,7 Prozent. In Leben/Kranken sanken die erhaltenen Prämien von 8,8 auf 8,6 Milliarden Euro. In Schaden/Unfall ging die Vertragszahl leicht zurück. Das Signa-Investment in nicht genannter Höhe wurde vollständig abgeschrieben. Die Muttergesellschaft R+V Versicherung AG erzielte ein Ergebnis von 195 Millionen Euro vor Steuern.

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„Wir haben das Geschäftsjahr 2023 trotz widriger Rahmenbedingungen unter dem Strich mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen“, fasste Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der genossenschaftlichen R+V Versicherungen, am Mittwoch im Rahmen der diesjährigen Bilanzpressekonferenz das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Dies ist vor allem dem Swing beim Kapitalanlageergebnis zu verdanken.

Beitragseinnahmen steigen um 1,5 Prozent

Norbert Rollinger (Bild: GDV)
Norbert Rollinger (Bild: GDV)

Bei der R+V-Gruppe stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 1,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Während das Geschäft in der Schaden-/Unfallversicherung um 5,6 Prozent und in der Krankenversicherung um 6,7 Prozent weiter zulegte, verzeichnete die Versicherungsgruppe in der Lebens- und Pensionsversicherung einen Rückgang.

Die Einmalbeiträge in der Sparte Leben schwächten sich, ähnlich wie im Gesamtmarkt (VersicherungsJournal 26.1.2024), um 14,9 Prozent ab. Positiv entwickelte sich hingegen bei der R+V das Lebensversicherungsgeschäft gegen laufenden Beitrag.

Hier gab es ein Plus von 1,1 Prozent. Insgesamt reduzierte sich der Versicherungsumsatz im Geschäftsbereich der selbst abgeschlossenen Lebens- und Krankenversicherung von 3,7 auf 3,0 Milliarden Euro. Die erhaltenen Prämien sanken hier von 8,8 auf 8,6 Milliarden Euro.

Im Geschäftsbereich Schaden/Unfall wuchsen die gebuchten Bruttoprämien auf 7,1 Milliarden Euro. Im Privat- wie im Firmenkundengeschäft legte die R+V um jeweils mehr als sieben Prozent zu. In ihrer größten Sparte, der Kfz-Versicherung, stiegen die Beitragseinnahmen um 2,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Unbefriedigendes Neugeschäft

Einen Überblick über das Neugeschäft präsentierte die R+V in diesem Jahr nicht. Dem Konzerngeschäftsbericht ist zu entnehmen, dass der gesamte Neubeitrag in der Lebens- und Pensionsversicherung rund vier Milliarden Euro erreichte und damit 10,8 Prozent unter dem Vorjahr lag. Der größte Anteil entfiel erneut auf die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit einem Neubeitragsvolumen von 1,6 Milliarden Euro.

In der Kraftfahrtversicherung, in der die Prämien um rund sieben Prozent erhöht worden waren, ging der Marktanteil von 9,5 auf 9,3 Prozent zurück. Es werden rund fünf Millionen Verträge verwaltet. Die Schaden-Kosten-Quote wurde angegeben mit „dreistellig, etwas besser als der Markt mit 111 Prozent“.

Die Beitragseinnahmen in der Wohngebäudeversicherung erhöhten sich um 14,7 Prozent auf 647 Millionen Euro. Dies dürfte zum großen Teil auf Prämienerhöhungen zurückzuführen sein. In Schaden/Unfall wurde insgesamt „eine leichte Rückwärtsbewegung bei der Vertragszahl“ eingeräumt.

Knapp eine Milliarde Euro Gewinn vor Steuern

Der R+V-Konzern beendete das Geschäftsjahr 2023 mit einem sehr guten Ergebnis vor Steuern (IFRS) von 933 Millionen Euro. Im Vorvorjahr waren es 196 Millionen Euro (28.4.2023). Grund für den starken Ergebnisanstieg gegenüber 2022 war vor allem ein sehr gutes Kapitalanlageergebnis in Höhe von 3,5 (2022: -3,6) Milliarden Euro.

Es hätte deutlich höher ausfallen können, wäre die R+V nicht als Investor der Signa-Gruppe von deren Insolvenz betroffen (28.2.2024). „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir unser Signa-Investment rückblickend bedauern und daraus gelernt haben. So schärfen wir unsere Risikoparameter in der Kapitalanlage“, erläuterte Rollinger.

Die Engagements seien vollständig abgeschrieben worden. Über deren Höhe machte er keine Angaben. In Zukunft soll nicht mehr über Immobilienkonzerne investiert werden, sondern direkt oder über Fonds. Die Immobilienquote wurde mit 8,4 Prozent angegeben, die Quote für Gewerbeimmobilien mit 4,8 Prozent.

Kennzahlen 2023 (Bild: R+V)
(Bild: R+V)

2024: Umsatzplus von 4,3 Prozent im 1. Quartal

Nach HGB-Rechnungslegung beendete die R+V Versicherung AG, die Muttergesellschaft des R+V-Konzerns, das Jahr 2023 mit einem Ergebnis von 195 (2022: 120) Millionen Euro vor Steuern.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres legte die R+V beim Umsatz in der inländischen Erstversicherung um 4,3 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro zu. Alle Segmente verzeichneten ein Beitragsplus. Die gesamten laufenden Beiträge aus Schaden/Unfall, Krankenversicherung und Lebensversicherung kletterten gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 4,1 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

„Für das Gesamtjahr erwarten wir insgesamt ein Wachstum über dem Branchenniveau von knapp drei Prozent. Beim nachhaltigen Geschäft mit laufenden Beiträgen wollen wir noch darüber liegen“, erklärte R+V-Chef Rollinger.

 
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