WERBUNG

R+V: Der Marktanteil steigt, aber der Gewinn bricht ein

22.3.2021 – Bei der Versicherungsgruppe haben nicht nur die Corona-bedingten Sonderbelastungen im Geschäftsergebnis 2020 sichtbare Spuren hinterlassen. Zu den Resultaten in den ersten zwei Monaten 2021 und den weiteren Aussichten erklärte sich der Konzern am Freitag. (Bild: Schmidt-Kasparek)

„Corona hinterlässt Spuren und Kratzer, aber wir haben das Jahr gut gemeistert“, sagte Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, am Freitag zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz. Das Ergebnis 2020 bezeichnete er als „ordentlich“. Der Konzern zeige auch in der Krise eine enorme Vertriebskraft.

R+V steigert Beitragseinnahmenn und Marktanteile

Norbert Rollinger (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Norbert Rollinger (Archivbild: Schmidt-Kasparek)

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Gruppe stiegen um 8,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Davon entfallen 16 Milliarden auf die deutschen Erstversicherer.

Größter Bereich blieb Leben/Pension mit neun Milliarden Euro. Hier wuchsen die Beiträge um 9,5 Prozent. Die Entwicklung wurde getragen von den Geschäftsfeldern betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge mit neuen Garantien.

„Es ist viel Geld im Markt. Die Sparquote dürfte auf 15 bis 16 Prozent gestiegen sein“, erklärte Rollinger. Vorsorgesparer seien angesichts des anhaltenden Niedrigzinses bereit, höhere Risiken einzugehen. Diesem Wunsch entsprechend habe man das Produktkonzept erfolgreich umgestellt.

In Schaden/Unfall wuchsen die Beiträge um 4,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro und in Kranken um 6,3 Prozent auf knapp 0,7 Milliarden Euro.

Damit gewann die Versicherungsgruppe in fast allen Segmenten Marktanteile. Beim Leben/Pension-Neubeitrag vereinnahmte sie 12,7 (Vorjahr: 11,0) Prozent, in Kraftfahrt 9,5 (Vorjahr: 9,3) Prozent der gebuchten Beiträge und in Schaden/Unfall 8,4 (8,2) Prozent.

WERBUNG

Corona-Schäden summieren sich auf über 300 Millionen Euro

Die R+V errechnete Sonderbelastungen durch Corona in Höhe von 321 Millionen Euro. Diese sind vor allem auf Betriebsschließungen und Veranstaltungsausfälle zurückzuführen. Auch erhöhte Leistungen in der Restkredit- und Transportversicherung flossen hier ein.

Entlastung gab es in Kraftfahrt. Der Durchschnittsschaden stieg zwar an, wurde aber durch die gesunkene Schadenhäufigkeit überkompensiert. Die Geschäftsjahres-Schadenquote sank von 88,6 auf 81,2 Prozent. Insbesondere durch diese Entwicklung gab es bei den Einzelschaden-Rückstellungen Entlastungen in Höhe von rund 87 Millionen Euro.

Ergebnis aus Kapitalanlagen brach ein

Das saldierte Ergebnis aus Kapitalanlagen ging um fast 72 Prozent von 6,2 auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Grund dafür ist weniger die Ertragsseite. Die Summe sank lediglich von 9,0 auf knapp 8,9 Milliarden Euro.

Gestiegen sind laut Geschäftsbericht die gesamten Aufwendungen für Kapitalanlagen von 2,8 auf 7,1 Milliarden Euro. Darin enthalten sind unter anderem Verluste aus Zeitwertveränderungen von fast 4,4 (Vorjahr: 1,5) Milliarden Euro, Abschreibungen von 1,2 (Vorjahr: 0,5) Milliarden Euro sowie Verluste aus dem Abgang von 1,3 (Vorjahr: 0,6) Milliarden Euro.

Die gesamten Versicherungsleistungen reduzierten sich auf 17,5 (Vorjahr: 19,4) Milliarden Euro, insbesondere durch geringere Beitrags-Rückerstattungen. Nach knapp 1,8 Milliarden Euro sind es nun 270 Millionen Euro.

Gewinn geht gleichfalls deutlich zurück

Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2020 nach der internationalen Rechnungslegung IFRS mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 291 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei knapp 1,0 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 31.3.2020).

Rollinger erklärte dies mit dem erhöhten Schadenaufwand infolge der Corona-Pandemie sowie den Bewertungseffekten durch die IFRS-Rechnungslegung. Der handelsrechtliche Gewinn (nach Steuern) in Höhe von 99 (Vorjahr 136) Millionen Euro wird an die Mutter DZ Bank AG ausgeschüttet. Die Risikotragfähigkeit unter Solvency II lag Ende des Jahres 2020 bei 252 Prozent.

Die Geschäftsberichte veröffentlicht die Gruppe auf dieser Internetseite.

R+V-Gruppe Geschäftsentwicklung 2020 in Zahlen

2020

2019

Veränderung gegenüber dem Vorjahr

R+V Gruppe (HGB) 

Gebuchte Bruttobeiträge (Mio. Euro)

19.913

18.394

+ 8,3 %

Kunden Erstversicherung Inland (Mio.)

8,9

8,8

+ 0,1

Mitarbeiter Gruppe am 31.12.

17.021

16.568

+ 453

davon Mitarbeiter Inland

16.526

16.080

+ 446

R+V Konzern (IFRS) 

Gebuchte Bruttobeiträge (Mio. Euro)

18.952

17.398

+ 8,9 %

nach Geschäftsbereichen:

Leben/Kranken

9.344

8.333

+ 12,1 %

Schaden-/Unfall

6.498

6.228

+ 4,3 %

übernommene Rück-Versicherung

3.110

2.837

+ 9,6 %

Kapitalanlagen (Mrd. Euro)

124,3

116,1

+ 7,1 %

Kapitalanlageergebnis (Mio. Euro)

1.768

6.218

- 71,6 %

Konzernergebnis vor Ertragsteuern IFRS (Mio. Euro)

291

976

- 70,2 %

R+V Versicherung AG 

Ergebnis vor Steuern HGB (Mio. Euro)

243

296

- 18,0 %

Gut gestartet in das zweite Corona-Jahr

Gegenüber dem beitragsstarken Jahresauftakt 2020 legten die Einnahmen der Erstversicherer in den ersten beiden Monaten 2021 um 5,9 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Hierbei wuchs Leben/Pension um 13,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Schaden/Unfall steigerte die Beiträge um 1,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, der Krankenversicherer wuchs um 6,5 Prozent auf 147 Millionen Euro.

Rollinger zum weiteren Ausblick 2021: „Wir gehen davon aus, unseren Wachstumskurs auch 2021 fortzusetzen. Es lassen sich aber zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Prognosen abgeben, weil die Unsicherheiten anhalten, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.“

Das traditionelle Geschäftsmodell des führenden Bancassurance-Versicherers mit den Volks- und Raiffeisenbanken biete eine hervorragende Basis für eine zukünftige erfolgreiche Geschäftsentwicklung.

„Die sehr gute Reputation der Genossenschaftlichen Finanzgruppe und das große Vertrauen der Kunden in die Genossenschafts-Organisation haben sich gerade auch in schwierigen Zeiten als zentraler Erfolgsfaktor erwiesen“, betonte der Konzernchef.

 
WERBUNG
Die Alternative zum Premium-Abonnement

Möchten Sie Artikel ohne Registrierung abrufen, so können Sie jeden Text über GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH einzeln für einen geringen Stückpreis erhalten. Direkt auf diesen Artikel bei Genios gelangen Sie hier.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
31.3.2020 – Der Versicherer möchte mit individuellen Lösungen die Folgen der Pandemie abfedern. Privat- und Firmenkunden soll unkompliziert geholfen werden. 15.000 Mitarbeiter arbeiten in Homeoffice. 2019 lag der Gewinn vor Steuern bei einer Milliarde Euro. (Bild: RGN-Photographs) mehr ...
 
11.10.2013 – „Betriebliche Altersversorgung muss einfach sein“, lautete das Motto beim „Pension Day 2013“ der Swiss Life Deutschland. Das Problem ist in Zeiten von Banken- und Staaten-Rettungen sowie abenteuerlichen Streitereien um den US-Haushalt jedoch das „Wie“. (Bild: Müller) mehr ...
 
14.4.2021 – Corona hat im vergangenen Jahr auch bei der Versicherungsgruppe für Verunsicherung und viele Überraschungen gesorgt. Die waren aber überwiegend positiv und sollen auch den Mitgliedern und Kunden zugutekommen. (Bild: Schmidt-Kasparek) mehr ...
 
29.3.2021 – Der Konzern bereitet mehr Lösungen und Tools für die Kernzielgruppe Mittelstand vor. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit wird Tempo gemacht. Das Geschäftsjahr 2021 ist gut gestartet. (Bild: W&W) mehr ...
 
4.3.2020 – Der Marktführer in der Krankenversicherung hat 2019 wieder die meisten Vollversicherten gewonnen. Nachhaltigkeit soll künftig eine stärkere Rolle spielen. Die Krise der Pensionskassen trifft auch den Versicherungskonzern. (Bild: Schmidt-Kasparek) mehr ...
 
14.2.2019 – Die vorläufigen Ergebnisse der Versicherungsgruppe für 2018 offenbaren je nach Sparte unterschiedliche Trends. Konzernchef Ulrich Leitermann gab vor Journalisten einen Einblick, wie die „Vision 2023“ im Unternehmen umgesetzt wird. (Bild: Meyer) mehr ...
 
12.2.2019 – Für 2018 zeichnen sich bisher wenig eindeutige Trends ab: R+V, Stuttgarter und Talanx sowie die Metallrente und Fonds Finanz nennen erste Zahlen. Neben Wachstumstreibern wird auch von einer Punktlandung und Sanierungen berichtet. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
21.3.2018 – Im Geschäftsjahr 2017 erzielte die R+V den höchsten Konzerngewinn in der Unternehmensgeschichte. Investiert werden soll nun verstärkt in Online-Angebote für Kunden. Genannt wurden zudem fünf strategische Schwerpunkte. (Bild: Lier) mehr ...
WERBUNG