PSVaG: Weniger Insolvenzen, aber mehr Versorgungsberechtigte

13.5.2019 – Den PSVaG haben 2018 so wenige Insolvenzen getroffen wie zuletzt in den 1990er Jahren. Auch die ersten Monate 2019 haben offensichtlich günstig begonnen. Das lässt für die Höhe des Beitragssatzes 2019 hoffen, sagt aber letztlich noch nicht viel aus.

WERBUNG

„Aufgrund der Schadenentwicklung der ersten Monate des Jahres 2019 ist aus heutiger Sicht für das laufende Jahr von einem moderaten Schadengeschehen auszugehen“, teilte der Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) vergangenen Freitag bei Vorlage seines Geschäftsberichtes 2018 mit.

Übliches Prozedere

Der PSVaG ist der gesetzliche Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und leistet im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers die Betriebsrenten. Dafür wird von den Arbeitgebern mit insolvenzsicherungs-pflichtiger bAV ein Beitragssatz erhoben, der 2018 bei 2,1 (2017: 2,0) Promille und damit unter dem langjährigen durchschnittlichen Beitragssatz von 2,7 Promille lag.

Die Höhe des Beitragssatzes 2019 ergibt sich unter anderem aus dem weiteren Insolvenzgeschehen. Den vorläufigen Beitragssatz für 2019 wird der PSVaG zur Hauptversammlung voraussichtlich am 8. Juli nennen. Endgültig errechnet wird der Beitragssatz aber erst mit der Beitragskalkulation am Ende eines Geschäftsjahres, wenn der ausgeglichene Jahresabschluss aufgestellt wird.

Lediglich Indiz

Das bislang „moderate Schadengeschehen“ ist ein gutes Indiz, lässt aber noch keinen Schluss über die Kosten für die Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung für die Unternehmen 2019 zu.

Ein zuverlässiger Schluss vom allgemeinen Insolvenzniveau auf das Schadenvolumen und die Beitragshöhe sei nur sehr eingeschränkt möglich, da Art und Qualität der bAV der Mitgliedsunternehmen sehr unterschiedlich ist, so der Geschäftsbericht. Einzelne größere Schadenereignisse können sich unmittelbar beitragserhöhend auswirken, auch wenn das Insolvenzniveau an sich 2019 niedrig bliebe.

Kennzahlen 2018 (Bild: PSVaG)
Zahlen zum Geschäftsjahr 2018. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: PSVaG)

Licht und Schatten

Von der Überschussbeteiligung des Konsortiums der 49 Lebensversicherer, die direkten Einfluss auf die Höhe des Beitragssatzes hat, erwartet der PSVaG 2019 einen höheren Betrag. Dagegen geht er beim eigenen Ergebnis aus Kapitalanlagen aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus von einem Rückgang aus.

Ungünstig ist zudem, dass die Betriebsaufwendungen in diesem Jahr höher ausfallen dürften als 2018. Aufgrund der günstigen Schadensituation in den letzten Jahren wird mit sinkenden Erträgen nach § 9 BetrAVG gerechnet.

Für 2018 steuerte das Konsortium 217,2 (194,4) Millionen Euro bei. Das Kapitalanlageergebnis betrug 69,8 (80,1) Millionen Euro. Die Verwaltung des Betriebs mit seinen rund 237 (227) Beschäftigten kostete knapp 9,0 (8,4) Millionen Euro.

Mehr Arbeitgeber

Insolvenzübersicht (Bild: PSVaG)
Insolvenzübersicht (Bild: PSVaG)

Ende 2018 gehörten dem PSVaG 95.100 (94.795) Arbeitgeber mit 11,1 (10,9) Millionen Versorgungsberechtigten an. Dazu zählten unverändert 4,0 Millionen Rentner und 7,1 (6,9) Millionen Arbeitnehmer mit unverfallbaren Anwartschaften.

Im vergangenen Jahr war der Pensions-Sicherungs-Verein von 372 (468) Insolvenzen betroffen. Das waren nach Angaben des Unternehmens so wenige wie zuletzt in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Gleichwohl stieg die Zahl der durch den PSVaG zu übernehmenden Renten und Anwartschaften aus Arbeitgeberinsolvenzen auf 19.200 (15.100) Personen. Dies wird aber weiterhin als niedriges Niveau eingeschätzt.

Das Schadenvolumen summierte sich auf 659,6 (659,1) Millionen Euro. Dabei sind schon die Zahlungen aus Insolvenzforderungen von circa 184 (204) Millionen Euro berücksichtigt. Die Gesamtbeitrags-Bemessungsgrundlage betrug 345 (339) Milliarden Euro. Der Ausgleichsfonds wurde um 479,55 (508,5) Millionen Euro auf knapp drei (2,51) Milliarden Euro verstärkt.

Details finden sich im Geschäftsbericht unter diesem Link.

 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Einmaleins des Wettbewerbsrechts

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann.

Ein Praktikerhandbuch zeigt, wie sie zu vermeiden sind. Für mehr Informationen klicken Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
17.5.2018 – Der Pensions-Sicherungs-Verein hat seinen Geschäftsbericht mit aktuellen Angaben zu Insolvenzen im vergangenen Jahr vorgelegt. Die Zahl der mitmachenden Arbeitgeber wächst, schlechter entwickeln sich aber einige weitere Zahlen. (Bild: PSV) mehr ...
 
17.5.2017 – Die Absicherung der Betriebsrenten gegen Insolvenz war 2016 dank nur weniger und „preisgünstiger“ Pleiten und Sonderfaktoren so günstig wie nie. Auch 2017 hat pleitemäßig für den Pensions-Sicherungs-Verein gut begonnen. (Bild: Wichert) mehr ...
 
18.5.2016 – Der Pensions-Sicherungs-Verein hat seinen Geschäftsbericht mit aktuellen Angaben zu Insolvenzen im vergangenen Jahr sowie dem Beitragssatz für 2015 vorgelegt. Die Grundlagen der Beitragsberechnung wurden überprüft. (Bild: PSVaG) mehr ...
 
5.12.2018 – Die Schieflagen kommen nicht unerwartet: Die Bafin hatte schon seit langem gewarnt, die Personalmeldung vom Montag hatte bereits auf Probleme hingewiesen. Nun hat die Bafin in einem Fall das Neugeschäft untersagt. (Bild: Kölner Pensionskasse) mehr ...
 
14.11.2018 – Der Pensions-Sicherungs-Verein hat jetzt den Beitragssatz für die Insolvenzsicherung für die betriebliche Altersversorgung bekanntgegeben. Die fast 100.000 Mitgliedsunternehmen müssen in diesem Jahr wieder tiefer in die Tasche greifen. (Bild: Wichert) mehr ...
 
9.11.2017 – Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) hat jetzt den Beitragssatz für die Insolvenzsicherung für die betriebliche Altersversorgung bekannt gegeben. Im Vorjahr war die Sicherung für die fast 100.000 Mitgliedsunternehmen erstmalig kostenlos. (Bild: Wichert) mehr ...
 
8.9.2017 – Die betriebliche Altersversorgung steht vor einer Konsolidierung. Auch hier sind Garantien nicht mehr heilig. Was sich ab nächstem Jahr ändern könnte. (Bild: Gesamtmetall) mehr ...
WERBUNG