Prismalife verdient mehr bei sinkenden Beiträgen

10.5.2019 – Bei dem Lebensversicherer entfielen im Jahr 2018 vom Neugeschäft in Höhe von 15 Millionen Euro 76 Prozent auf Nettotarife. Die gebuchten Bruttobeiträge lagen mit 138 Millionen Euro leicht unter Vorjahr. Die Zahl der Vertriebspartner sank in den letzten Jahren von 500 bis 700 auf jetzt circa 100. Der Jahresgewinn stieg auf 5,3 Millionen Euro. Die Gesellschaft hat einen Marken-Relaunch vorgenommen und richtet sich verstärkt international aus.

WERBUNG

Die in Liechtenstein beheimatete Prismalife AG hat am Donnerstag in Frankfurt am Main zusammen mit dem Geschäftsbericht 2018 (PDF – 3,6 MB) ihre überarbeitete Unternehmensstrategie vorgestellt.

„Wir stärken unsere Stärken“, fasste Helmut Posch, Vorsitzender des Verwaltungsrats den Marken-Relaunch zusammen. Die Zielgruppe „mobile Menschen mit flexiblem Vorsorgebedarf“ soll über alle Lebensphasen hinweg aktiv begleitet werden.

Von links: Marco Metzler, Holger Beitz und Helmut Posch (Bild: Ullrich)
Von links: Marco Metzler, Holger Beitz und Helmut Posch (Bild: Ullrich)

Konsequente Spezialisierung auf Nettotarife

„Wir sind kein Vollsortimenter, sondern auf fondsgebundene Lebensversicherungen spezialisiert. Außerdem sind wir Pioniere im Bereich Netto-Versicherungen. Diesen Ansatz wollen wir weiter ausbauen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Holger Beitz die angestrebte Entwicklung. In diesem Segment nimmt die Prismalife den 21. Platz auf dem deutschen Markt ein (nach Bestand 2017).

Vom Neugeschäft im Berichtsjahr 2018 in Höhe von 15 Millionen Euro entfielen 76 Prozent auf Nettotarife. 2017 waren es 66 Prozent, 2016 47 Prozent. Insgesamt ging das Neugeschäft leicht zurück: An Einmalbeiträgen wurden 9,8 (Vorjahr knapp elf) Millionen Euro vereinnahmt, an laufenden Beiträgen fast 5,2 nach 4,9 Millionen Euro.

Die gebuchten Bruttobeiträge liegen mit 138 nach 143 Millionen Euro gleichfalls unter Vorjahresniveau. Als Hintergrund wird die Umstellung auf ratierliche Provisionen (VersicherungsJournal 10.2.2016) beziehungsweise Nettotarife und die ertragsorientierte Neugeschäftspolitik genannt.

Die Zahl der Vertriebspartner sank in den letzten Jahren von 500 bis 700 auf jetzt circa 100. Der Anteil der Afa AG wurde mit 75 Prozent beziffert. Deren Vorstandsvorsitzender Sören Patzig ist als Eigentümer der Onesty Group GmbH Hauptaktionär der Prismalife.

Internationalisierung in Vorbereitung

Mit wenigen ausgewählten Vertriebspartnern plant Prismalife auch die Expansion in andere Länder. Im ersten Schritt wird in Österreich gestartet. Mitte des Jahres soll dann die Schweiz folgen. Gegenwärtig stammen 97 Prozent der im Bestand befindlichen Verträge aus Deutschland. Ein Blick wird zudem nach Großbritannien geworfen – unabhängig von einem möglichen Brexit.

„Wir sind ein Liechtensteiner Versicherer mit entsprechenden Standortvorteilen“, so Beitz. Beispielsweise könne man alle Produkte sowohl in Euro also auch in Schweizer Franken anbieten, in der EU wie in der Efta. Die geplante regionale Diversifikation sei eine riesige Herausforderung und eine riesige Chance.

Im Visier hat der Spezialanbieter dabei international mobile Arbeitnehmer mit flexiblem Vorsorgebedarf. Beitz stellt sich Menschen vor, die mit ihren Unternehmen wandern. Sie sollen vor allem durch Honorarberater betreut werden. „Das hat auch eine qualitative Komponente“, so der Vorstand.

Strikte Ausrichtung auf Nachhaltigkeit bei der Kapitalanlage und vor Ort

„Ganz Liechtenstein ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir sind dabei, unsere Kapitalanlagen konsequent auf ESG-Kriterien umzustellen, entsprechende Fonds unseren Kunden anzubieten und die interne Organisation daran zu messen“, führte Beitz aus. Das Thema sei nicht zuletzt den 70 Mitarbeitern ein wichtiges Anliegen. Nicht nur PET-Flaschen habe man bereits abgeschafft.

Zum Ende des Jahres 2018 stand der Deckungsstock bei einen ESG-Score von 73,4 Prozent. Zum Ende des ersten Quartals erreichte er 75,2 Prozent. Die Fondspalette umfasst unter anderem 47 Aktienfonds und elf explizite Nachhaltigkeitsfonds.

Der Jahresgewinn stieg

Das versicherungstechnische Ergebnis sprang von 5,5 auf 10,6 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 5,1 auf 5,8 Millionen Euro. Der Jahresgewinn 2018 beläuft sich auf 5,3 (Vorjahr: 5,0) Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg um 22 Prozent auf 29,4 Millionen Euro.

Die Solvabilitätsquote (ohne Übergangsmaßnahmen) lag Ende 2018 bei 130 Prozent und soll bis Ende 2019 auf 140 Prozent steigen. „Wir sehen uns auf einem positiven Entwicklungspfad und wollen als nachhaltig und berechenbar wahrgenommen werden“, blickte Posch optimistisch in die Zukunft.

 
WERBUNG
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Abrufzahlen.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Einmaleins des Wettbewerbsrechts

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann.

Ein Praktikerhandbuch zeigt, wie sie zu vermeiden sind. Für mehr Informationen klicken Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
16.4.2019 – Bei der W&W-Gruppe ging der Konzernüberschuss 2018 deutlich zurück. Zufrieden zeigte sich der Bauspar- und Versicherungskonzern mit der Entwicklung bei den Beitragseinnahmen. Dies gilt auch für die Fortschritte bei der strategischen Ausrichtung. (Bild: Alexander Fischer) mehr ...
 
23.6.2015 – Die Mylife Lebensversicherung ist 2014 zweistellig gewachsen – das Schwergewicht macht aber nach wie vor das Restschuldgeschäft aus. Der höhere Gewinn blieb im Unternehmen – trotz Finanzinvestor. (Bild: Lier) mehr ...
 
14.2.2019 – Die vorläufigen Ergebnisse der Versicherungsgruppe für 2018 offenbaren je nach Sparte unterschiedliche Trends. Konzernchef Ulrich Leitermann gab vor Journalisten einen Einblick, wie die „Vision 2023“ im Unternehmen umgesetzt wird. (Bild: Meyer) mehr ...
 
21.6.2018 – Wie der Lebensversicherer den Rückgang der Beitragseinnahmen im abgelaufenen Jahr stoppen konnte, offenbart der Geschäftsbricht. Verwiesen wird darin auch auf spezielle Stärken des Versicherungsvereins. (Bild: LV 1871) mehr ...
 
13.4.2018 – Dass die Versicherungsaufsicht das Absenken der Vergütungen in der Lebensversicherung vorgeschlagen hat, bringt die Diskussion wieder auf Trab. Doch durch häufiges Wiederholen werden schlechte Argumente nicht besser. Was jetzt zu tun ist. (Bild: Harjes) mehr ...
 
22.3.2018 – Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern setzt seine langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik fort, hieß es am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Dies führte 2017 zu wachsenden Beitragseinnahmen. Berichtet wurde auch über die zentralen Themen für 2018. (Bild: Ullrich) mehr ...
 
10.1.2018 – Ein weiteres Insurtech will den Markt für betriebliche Altersversorgung erklimmen und revolutionieren. Das Einsparpotenzial wird von Verantwortlichen in den Firmen auf 30 Prozent geschätzt. (Bild: Onnest) mehr ...
WERBUNG