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„Positives Signal“ für den Debeka-Außendienst

20.5.2020 – Die Versicherungsgruppe hat ihren angestellten Vertretern eine „Verrechnungsgarantie“ unterbreitet, um Einbußen abzufedern und Unterverdienste zu überbrücken. Der Konzern und sein Betriebsrat finden das Angebot fair. Kritiker sehen die Beschäftigten hier deutlich im Nachteil.

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Der Vertrieb spürt bereits erste Auswirkungen der Coronakrise. In einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) unter seinen Mitgliedern vom 24. bis 26. April gaben zum Beispiel fast zwei Drittel der 1.628 Teilnehmer starke Umsatzeinbußen an (VersicherungsJournal 18.5.2020).

Auch wenn dazu noch keine veröffentlichten Auswertungen vorliegen, dürfte auch der angestellte Außendienst unter Kontakteinschränkungen, geschlossenen Betrieben und durch die Pandemie verunsicherte Kunden leiden.

Angebot für angestellte Vertriebler im Außendienst

Die Debeka Versicherungen haben ihren rund 8.000 angestellten Außendienst-Mitarbeitern ein Angebot unterbreitet, um Einkommenseinbußen aufgrund der Ausnahmesituation durch Covid-19 abzufedern.

Nach eigener Aussage gehe die Gruppe damit über das im Manteltarifvertrag für das Versicherungsgewerbe vereinbarte Mindesteinkommen hinaus. Der aktuelle Gehaltstarif der Branche für die rund 37.000 Angestellten im Außendienst gilt seit Anfang 2018 bis Ende diesen Jahres (30.11.2017).

„Die in unserem Unternehmen geltenden Bestimmungen wurden nach unserer Überprüfung eingehalten und in Teilen sogar übererfüllt“, erklärt Thomas Hein, Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender des Debeka Krankenversicherungs-Vereins a.G. und des Debeka Lebensversicherungs-Vereins a.G., gegenüber dem VersicherungsJournal.

Verrechnung bei einbrechenden Provisionen

Die Gruppe bietet ihren Vertriebsmitarbeitern seit April des laufenden Jahres und ab jedem ersten des Monats eine sogenannte „Verrechnungsgarantie“. Beschäftigten im Außendienst, die im Vorjahr „über dem gesetzlich geregelten Mindesteinkommen verdient haben“ erhalten „eine Einkommensgarantie auf Basis der Vorjahreseinkommen“.

Die beschriebene Regelung gelte vorerst bis zum 30. September des laufenden Geschäftsjahres. Sollte ein angestellter Außendienst-Mitarbeiter bei der Rückzahlung eines eventuellen Unterverdienstes finanziell ins Straucheln kommen, zeige sich der Arbeitgeber nach eigener Aussage kulant.

Ein Unterverdienst könne sich aus der Differenz der Garantiezahlung und den tatsächlichen, in der Coronakrise möglicherweise auch geringeren, Provisionserlösen ergeben.

Zusätzlich zu dem Garantieeinkommen zahle das Unternehmen seinen Vertriebsmitarbeitern aber weiter vereinbarte Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld. Die Beschäftigten können die Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber „individuell über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten selbst festlegen“, so die Gesellschaft.

Eine Weiterzahlung des durchschnittlichen Einkommens der letzten Jahre an den Außendienst ist […] absolut von Nöten.

Aus einer anonymen Zuschrift

Kritik am Debeka-Angebot

Das Angebot stößt offenbar nicht auf uneingeschränkte Unterstützung. In einem anonymen Schreiben, das der Redaktion vorliegt, wird die Verrechnungsgarantie kritisiert. Der Außendienst werde im Vergleich zum Innendienst von dem Unternehmen benachteiligt.

Aus dem Brief geht nicht hervor, ob der Autor zur Belegschaft des Versicherers gehört oder nicht.

Die aktuelle und künftige Entwicklung aufgrund der Pandemie „würde bedeuten, dass selbst nach der Krise die Einkommen unserer Außendienst-Mitarbeiter sinken. Gleichzeitig muss der Außendienst-Mitarbeiter mit dem niedrigeren Einkommen aber die Verrechnungsgarantie einlösen und das verheißungsvolle Darlehen zurückzahlen! Das wird wohl so nicht funktionieren“, heißt es in dem Schreiben.

Der Autor fordert: „Eine Weiterzahlung des durchschnittlichen Einkommens der letzten Jahre an den Außendienst ist hier nicht nur angebracht, sondern absolut von Nöten.“ Zudem weist er darauf hin, dass ein Mitarbeiter, der bei der Debeka kündigt, „sofort die Verrechnungsgarantie zurückzahlen müsste“, was ihn zusätzlich in ein ungewolltes Abhängigkeitsverhältnis bringe.

Wir sehen in unserer Lösung – auch im Vergleich zu Mitbewerbern – ein deutlich positives Signal.

Gerd Benner, Debeka-Unternehmenssprecher

Keine unbegrenzten Zahlungen ohne Gegenleistung

Auf Nachfrage teilte Debeka-Sprecher Dr. Gerd Benner zu dem Schreiben mit, „dass wir die anonym geäußerte Meinung eines Einzelnen, dessen persönliche Beweggründe schwer zu bewerten sind, nicht kommentieren können“. Das Angebot der Verrechnungsgarantie findet das Unternehmen fair.

„Wir sehen in unserer Lösung – auch im Vergleich zu Mitbewerbern – ein deutlich positives Signal […]. Letztlich müssen aber auch alle Handlungen im Sinne unserer Versicherten betriebswirtschaftlich zielführend sein. Das schließt unbegrenzte Zahlungen ohne Gegenleistung, die sich vielleicht einzelne wünschen, aus“, so Benner weiter.

Ähnlich bewertet de Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Hein die Offerte: „Das Angebot einer Gehaltsgarantie war in unseren Augen ein erster Schritt, um dem Außendienst die Gewissheit zu geben, dass er in Zeiten von Corona Einnahmen hat, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.“

Darüber hinaus stehe die Arbeitnehmer-Vertretung mit dem Arbeitgeber im Gespräch, „ob und wie man gegebenenfalls aufkommende Belastungen durch die Rückzahlung auffangen kann“.

 
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